Phoenix Dragway in Pferdsfeld: Bei Saisoanabschluss viel Gummi verbrannt

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Fotos TEXTENDE - unten: Pferdsfeld. Zum dritten Mal war die Start- und Landebahn das Mekka für Motorsportbegeisterte mit ganz viel Benzin im Blut und mit allen möglichen fahrbaren Untersätzen – Hauptsache viel Power unter dem Hintern und High-Speed auf der Viertelmeile. Nach dem spektakulären Dragster-Auftakt Ende Mai und dem Käfer-Treffen trafen sich die Teams beim Phoenix-Dragway-Rennen zum Saisonabschluss. Die Zuschauer bekamen allerhand geboten, auch wenn nur eine Handvoll KH-Kennzeichen am Start waren. Vom „Public-Race“, dem Nachwuchs „Junior Dragster“ über die „Super Gas-Klasse 9.9“ oder zeitversetztes Starten bis hin zur „Camaro-Challange“ anlässlich dessen 50.ten Jubiläums konnten für diverse Meisterschaften in den verschiedenen Klassen auf der Viertelmeile noch Punkte gesammelt werden.

Gut: Ein moderner Düsenjäger verwendet zum Antrieb ein oder zwei Mantelstromtriebwerke mit Nachbrenner, hat ein relativ geringes Leistungsgewicht mit geringem Nebenstromverhältnis - aber die Motorrad- und Dragsterpiloten kommen im Rausch der Geschwindigkeit beim Start den Düsenjägern ganz nah.

Und: Wann sieht man in Reih und Glied 16 großvolumige V-8 Chevoret-Camaros mit weit mehr als 200 PS unter der Haube und weitere acht auf der Startpiste? Oder Motorräder mit Tempo 235 km/h in weniger als zehn Sekunden die 402, 34 Meter zurückzulegen? Um hier eine Siegchance zu haben, zählt die Reaktionszeit - wer an der Ampel schläft oder sich verzockt, hat meist schon verloren.

Am Start war alles, was in der Szene Rang und Namen hat – und die Zuschauer bekamen manch Fauxpas und Motorschaden zu sehen. Die Saison ist zu Ende, das  Material über dem Zenit seiner Belastung angelangt; - „meist wartet in der Werkstatt daheim Neues auf den Saisonstart 2018“, informierte Moderator und Dragster-Koryphäe Benni Voss. Als „schnellste Schnauze westlich des Urals“ kennt er jeden Starter aus dem Effeff und er hält das Publikum mit Inputs und einer packend-spannenden Informationsflut bei Laune. Organisatorin ist Silke Beer und das „1on1-motorsports.de“-Team. Der Rot-Kreuz-Rettungsdienst und die Bad Sobernheimer Feuerwehr mit jeweils drei Mann pro Schicht hatten keine Einsätze.

Nach dem Umbau des Motorsportparks auf dem Flugplatz Bitburg habe man hier auf dem Areal Pferdsfeld „traumhafte Bedingungen mit viel Potential und einer separaten stressfreien Rückführstrecke“ lobten sowohl Björn Szczendzina aus der Rallye-Hochburg Schotten in Mittelhessen wie Martina Chojnacki und Thomas Joswig aus Frankfurt, die in der Szene unter dem Pseudonym „Doc Funnybike“ bekannt sind, ebenso wie Markus Lauer aus Kempten im Allgäu, der ein 600 PS „Funny-Bike“ testete. Fachsimpeln war im Fahrerlager angesagt: „Ja, man muss ein verrückter Enthusiast sein, um Tag und Nacht zu schrauben. Ihr Hobby verleiht ihnen Flügel, ist ihr `Way of Live`: Viele betreiben eine eigene Werkstatt und leisten Pionier- und Entwicklungsarbeit in Zusammenarbeit mit namhaften Automobilzulieferern“, weiß Silke Beer, denn eine intelligente und sensible Fahrwerksabstimmung ist gefragt, um die Traktion von bis zu 1500 PS auf die Straße zu bringen. Beim Dragster-Rennen geht es nicht allein um den Rausch der Geschwindigkeit, um Beschleunigung und Pferdestärken, sondern in gleichem Maße um aerodynamische Feinheiten. Durchdrehende Reifen (Burnout) sorgen für Bodenhaftung und Grip auf dem Asphalt und sollen das Gegenteil („Up in Smoke“), quasi viel Rauch um Nichts, verhindern. Dafür hält sie ein gewaltiges Equipment von der Zeitnahme bis zum großen John-Deere-Schlepper, der mit der Zapfwelle und rotierenden Gummireifen Abrieb auf den Asphalt bringt: „Die Strecke ist noch jungfräulich, der Asphalt nackt und blank“, konstatierte der Moderator das Hauptproblem.

Und von wegen VW Käfer! Oft war das klassische Duell aufgemotzter VW Käfer gegen alte Straßenkreuzer und Amischlitten wie Dodges, Ford Mustang, Camaro oder Corvette, Plymouth Roadrunner oder Pontiac Firebird trans-Am mit ihrer ohrenbetäubenden Geräuschkulisse inklusive „Burnouts“ am Start; - und oft überraschte der Käfer mit luftgekühltem Boxermotor, brachte per Hinterachsantrieb die PS optimal auf die Straße – oft haperte es dann an der Endgeschwindigkeit.

Die  Start-und Landebahn auf dem Fliegerhorst Pferdsfeld wo einst die legendäre „Schinderhannes Airlines“, das Jagdbombergeschwader 35 und später das Jagdgeschwader 73 "Steinhoff" stationiert war und genau vor 20 Jahren mit Phantom-Kampfjets ihren „Fly Out“ nach Laage bei Rostock antrat, sei geradezu „prädestiniert für derlei Motorsportevents. Ich als Pfälzerin liebe den Soonwald“, sagte die Organisatorin aus Höheischweiler bei Pirmasens, die seit über 30 Jahren bei den amerikanischen Streitkräften im Büro in Kaiserslautern arbeitet und hier in Pferdsfeld 2018 schwarze Zahlen schreiben will.


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