Nachruf: Hochstetten-Dhaun und Patienten trauern um Heribert Schöll

Kategorie: Lokale News an Nahe und Glan, Hochstetten-Dhaun, Kirn, Personenportrait

 

Nachruf: Eine Region trauert: Heribert Schöll ist mit 65 Jahren unerwartet verstorben. Hochstetten-Dhaun. 65-jährig ist der praktizierende Arzt und Lokalpolitiker Heribert Schöll aus Hochstetten-Dhaun am 28. Oktober 2017 plötzlich und unerwartet verstorben. Er war mit Leib und Seele Arzt. Schöll galt bei Kollegen und Patienten gleichermaßen als der viel beschworene besondere Typ Hausarzt, der das Wohl seiner Patienten immer in den Mittelpunkt seines Schaffens stellte, berichteten alle, die ihn kannten.

Mehr noch: Er war ein Allgemeinmediziner alter Schule, der nicht auf die Uhr schaute und immer für seine Patienten da war, ein offenes Ohr hatte. Ihm war nichts zu viel. Sein Credo: „Die Patienten müssen optimal medizinisch und menschlich betreut werden.“ Dabei besaß er die besondere Gabe, mit Fachwissen, Feingefühl, Güte und Gerechtigkeit sowohl seine vielen Patienten als auch Mitarbeiterinnen zu führen und fürsorglich zu begleiten, wurde berichtet.

Vor 30 Jahren übernahm der gebürtige Mainzer die Hausarztpraxis in Hochstetten-Dhaun. Er wurde schnell heimisch, schuf im Dorf eine Institution, die für die Menschen ein Glücksfall war. Wie kaum ein anderer hatte Schöll die Geschehnisse wie auch Weiterentwicklungen im Hinblick auf die medizinische Versorgung mitgeprägt. Für ihn war es immer wichtig, dass gerade der ländliche Raum medizinisch nicht ausblutet. Sein plötzlicher Tod hinterlässt in jeder Hinsicht eine große Lücke. Denn mit Heribert Schöll hat nicht nur Hochstetten-Dhaun, sondern das ganze Kirner Land eine ihrer großen Persönlichkeiten verloren. Ein Leistungsträger, Ideengeber und verlässlicher Partner in der Kommunalpolitik, aber allen voran ein Urgestein des traditionellen Hausarztwesens, ein Landarzt eben, der mit Herzblut und ganzer Kraft für seine Patienten da war“, würdigte Ortsbürgermeister und Erster VG-Beigeordneter Hans Helmut Döbell die Verdienste Schölls. „Wir werden ihn sehr vermissen. Dass er nicht mehr unter uns ist, ist für mich und alle, die ihn kannten, unwirklich und kaum zu begreifen“, sagte Döbell.

Schöll war für die SPD seit 1. Juli 2009 als stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Verbandsgemeinderat aktiv. Dem Ortsgemeinderat gehörte er seit 2004 an, zuletzt als Erster Beigeordneter, im Dorf war es sehr beliebt und erhielt die meisten Wählerstimmen. Die Stiftskirche St. Johannisberg war für ihn eine Herzensangelegenheit. Schöll gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins der Stiftskirche und war von Beginn an der Zweite Vorsitzende. Für seine umfangreichen Verdienste in den zurückliegenden Jahren wurde er zudem mit der bronzenen Verdienstplakette der Verbandsgemeinde Kirn-Land ausgezeichnet. (Foto: Förderverein Stiftskirche 2016, Mitte vorn der allzu früh verstorbene Heribert Schöll).