Nahe-Glan: HELP for KIDS mit 99 Mitgliedern stellt Hilfe ein!

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Bad Sobernheim./Schmittweiler. Bereits zum elften Male waren am geschmückten Weihnachts-Wunschbaum im Real-Markt an der Westtangente Kinderwünsche zum Weihnachtsfest aufgehängt. Erstmals, und auch zum letzten Mal, war der Verein „Help for Kids“ aus Schmittweiler Partner der Aktion – die Real-Mitarbeiterinnen um Nastassja Praß und Geschäftsleiter Mesut Yurdakul verpacktenA und adressierten 50 Geschenke, die mittlerweile von den fleißigen „Help for Kids-Weihnachtsengeln“ zugestellt wurden. Weit über Kreisgrenzen hinaus war der Verein sehr rege, 33 Geschenke gingen an Weihnachten ins Kinderhaus Zwerg Nase in Wiesbaden.

Rückblick: Nach einem schweren Autounfall 1991 wurde „Help for Kids“-Gründer Ralf Herrmann aus Schmittweiler Rentner; - seitdem wollte er mit Rat und Tat und seinen finanziellen Möglichkeiten da helfen, wo andere wegschauen. Die jährlichen „Help for Kids“-Aktionen, Benefizkonzerte, Kinderfeste und Veranstaltungen begannen meist mit der Ostertombola im Meisenheimer Neukauf und der „Erlebnisreise Moscheltal“. Bei Märkten wie dem Mai´n- oder Mantelsonntag in Meisenheim oder dem Bauernmarkt in Schmittweiler waren Mitglieder und Botschafter der guten Taten präsent.

2005 wurde nach der Internetpräsenz „Wir helfen kranken und notleidenden Kindern“ in Schmittweiler von Dagmar und Ralf Herrmann und einem „harten Kern“ die Aktion der Nächstenliebe gegründet. In den ersten Jahren beteiligten sie sich beim „Tag der guten Taten“ in Hennweiler und konnten den Förderverein Lützelsoon mit 12.000 Euro unterstützen. Von Januar 2009 bis Ende Juni 2015 war das emsige „Help for Kids“-Team für kranke Kinder über die evangelische Kirchengemeinde in Schmittweiler tätig und schraubte das Spendenbarometer auf mehr als 70.000 Euro. Am 12. September 2015 wurde der gemeinnützige Verein „Help for Kids“ in Ransweiler gegründet, das Ehepaar Dagmar und Ralf Herrmann ist Träger der Verdienstmedaille der VG Meisenheim, alle Aktionen und der Werdegang sind in einer 36-seitigen Broschüre dokumentiert.

Herrmann war vernetzt, Strippenzieher, Ansprechpartner, er ging Klinken putzen und pflegte die Kontakte. „Es war sein Lebenswerk, es war ein Fulltime-Job, den Ralf mit Herzblut und Engagement ausfüllte und lebte“, erinnerte sich Nadine Schuster.

Ralf Herrmann starb 51-jährig nach kurzer schwerer Krankheit am 11. Dezember 2017 im Klinikum Idar-Oberstein und wurde am Tag vor Heiligabend beerdigt. Die Trauer ist riesengroß. Es war zu Lebzeiten sein Wunsch, 100 beitragszahlende Mitglieder für den Verein „Help for Kids“ zu werben und zu gewinnen – 99 sind es geworden. Und es war zuletzt sein Wunsch, aufzuhören und einen Schlussstrich zu ziehen: Zum Jahresende wird der Verein aufgelöst und auch der Facebook-Account mit 60 Gruppenmitgliedern und Mitte Dezember mit 522 Followers wird schweren Herzens eingestellt, weil das enorme Pensum im Verein ehrenamtlich nicht zu leisten sei. Seine Ehefrau Dagmar muss nach seinem Tod noch einige Jahre im Schichtdienst bei Keiper-Recaro in Rockenhausen arbeiten, wie sie es seit 33 Jahren tut.

2016 wurden notleidende Kinder mit 374 Geschenken beschert, dieses Jahr waren es bedeutend mehr: Neben dem Real-Markt an der Westtangente standen in der Felkestadt Weihnachts-Wunschbäume im Kosmetik- und Nagelstudio von Hedi Köhler und in der Konditorei / Cafe´ Speh, in Meisenheim in der ED-Tankstelle in der Hans-Franck-Straße, in der Buchhandlung Feikert und Petra Neumann sowie bei Farben Willy Schira in der Untergasse. Von Anfang an war die Volksbankfiliale in Alsenz mit von der Partie, ebenso mussten im Fitnessstudio „Schwitzkasten“ und im Getränkemarkt in Alsenz in kürzester Zeit Wünsche nachgehängt werden – die „Aktion erfreute sich größter Beliebtheit“, sagt Dagmar Herrmann mit Tränen in den Augen und dankte „allen guten Geistern und Weihnachtsengeln“, Spendern und Helfern.

Zum Foto:  Real-Marktleiter Mesut Yurdakul (von links), Andrea Hilgert, Dagmar Herrmann, Nadine Schuster und Nastassja Praß am Weihnachtswunschbaum. Mit dem Tod des 51-jährigen Ersten Vorsitzenden Ralf Herrmann aus Schmittweiler beendet der Verein „Help for Kids“ zum Jahresende all seine Aktivitäten.