Schokos Liebling zu schwer für Raketenstart - Skelett auf Mitfahrerbank - Becherbacher Fasenachts-Bagaasch steht im Zenit - Viel Jugend

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CoolÜberraschtZunge rausTraumhaft originell: Becherbach. Der Ort ist Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung – am Samstagabend waren Einheimische mit der Kommission, Zollstock, Block und spitzer Feder im wogenden Narrenschiff unterwegs und ließen an Art und Umfang und dem Tempo kein gutes Haar. Unter dem Slogan „Millionen für Visionen“ karikierten sie die Bilanz des Dorfplaners erschreckend ernüchternd, als synonym sahen sie auf der Mitfahrerbank schon eine Leiche sitzen und amüsierten sich köstlich. „Die Hauptstraße wird geflutet, der Gassengraben zur Touristensensation. Aber: Nur mit Ortsbegehung und Termine, bekommt man so eine Erneuerung net hiene. Was sie uns präsentiere, dafür wolle mir nix investiere!“ zogen sie ihr Fazit und freuten sich diebisch, dass Hundsbach auf ihren Dorfplaner schon warte…Chapeau und Narhallamarsch!

Es war die 41. Kappensitzung, die siebte der 65 Mitglieder zählenden Korporation „Fassenachts-Baggasch“. In neue Deckenstrahler und adrette rot-weiße Gardekostüme wurden Tausende Euro investiert, und unter Leitung von Lisa Gerhard und Regine Horbach landete gut ein Dutzend Mädels zum Hochzeitsmarsch eine rasant-gefeierte Gala-Premiere. Nach dem Traumschiff 2017 ging es im stürmischen Narrenschiff ins Raumschiff und in ferne Galaxien. Der Countdown lief – „Roger, Raumschiff BF Bagaasch –Ready to Go“, denn: „Die Bagaasch, die hot e Knall, fliegt mit uns durch`s weite All“, lautete das Motto.

Aber das Raumschiff wollte nicht starten: - erstens weil urwüchsige Fastnacht in Becherbach am Schönsten ist, zweitens wegen den Gesetzen der Schwerkraft und Bauchumfangs-Problematik sowohl der Hochschwangeren First-Lady Silke wie dem Ersten Vorsitzenden Andy. Hart aber herzlich, reich an gepfefferten Pointen glossierte die Bagaasch durch die rosarote Narrenbrille stundenlang zur Freude des restlos begeisterten Auditoriums despektierlich bis zur Eskalation irdische Probleme.

Traditionelle Becherbacher Fastnacht und Kulturgut lebt und steht im Zenit – alle Programmpunkte waren Highlights, eigens für diesen Abend gedichtet, gereimt, komponiert und detailverliebt mit Herzblut, Leidenschaft und viel Brimborium einstudiert und auf die Bühnenbretter gezaubert. Viel Jugend ist an Bord. Über 60 Akteure vor und hinter den Kulissen ernteten für die aufwändige und authentische Deko, für Licht, Bild und Ton aus Star Wars und Enterprise Extraapplaus. Alu und Silbergrau dominierte - den Pegasus-Orden der Kirner Zeitung erhielt Sabine Wöllstein.

Nachdem 2009 der traditionsreiche MGV 1863 die Segel strich, führte erstmals unter Regie der Kirchengemeinde humorvoll-charmant und heiter die echte Becherbacher „First-Lady“ unter ihrem Mädchennamen Silke Reidenbach als „Schokos Liebling“ durchs Programm. Bekanntlich wird „Ob“ Frank Schätzel „Schoko“ genannt – auch am Samstag kam im Raumschiff „Orion“ eine Tanz-Formation von ihrem nordpfälzer Heimatplanet Deimberg nach Becherbach.

„Tenor und Bass ist eure Position – Sopran und Alt warten schon“, reimte die Moderatorin, als zu herrlichen Ohrwürmern („Der Mann im Mond“, „Daydream Lullaby“) das männliche Doppelquartett mit dem Chor „Chorkolores“ unter Leitung von Alisa Conrad die Bühne restlos füllte und wie im zweiten Teil erstmals ein Doppel-Damen Quartett zur Höchstform auflief und frenetisch bejubelt wurde: Mit umgedichteten und intergalaktischen Hits übernahmen die Frauen „Atemlos“ zwischen „Groko“ und Mitfahrerbank die Regierungsgeschäfte von „80 Millionen“.

Brillante Büttenreden mit Pep und Esprit waren inszenierte Hingucker: Mithilfe von Helium landete Carsten Matzen zuerst in einer Doppelrolle als „Außerirdischer“, später mit Anika Matzen als Rentnerpärchen im Urlaub ebenso wie „Seelentaxifahrer“ Andreas Wöllstein und Heiko Barth als NASA-Astronaut am stürmischen Applaus gemessen grandiose Beiträge. Es ging Schlag auf Schlag mit Sketchen, Tänzen und dem Männerballett, und mit Rainer Hüsch haben die Becherbacher einen musikalischen Trumpf und Entertainer in ihren Reihen, der das Level und Stimmungsbarometer permanent hoch hielt. Bernd Hey.

IM DEATAIL, teils mehrfach aktive Garanten der Becherbacher „Bagaasch“:

Sketch „Die Jungen“ als Dorfkommission: Sebastian Müller, Steffen Barth, Tobias Böttcher, Frank Stenzhorn, Patrick Klein, Matthias Henrich, Eva Schneberger.

Sketch „Die Alten“ als Marsflüchtlinge: Heiko Barth, Eva Schneberger, Markus Scheich, Dennis Baus, Andreas Huck, Franziska Schiech, Malin Huck.

Das Männerballett, in blauen Ganzkörperanzug: Axel Maltry, Adrian Graf, Jan-Lukas Maas, Andre Siegel, Frank Stenzhorn, Christian Selzer, Dennis Schneberger, Leitung: Karin Barth-Dröscher und Steffi Pieroth.

Kleine Lichtschwertkämpfer: Till Schneberger, Tim Reichelt, Jason Vetter, Sebastian Scheich, Theo und Emil Traub und Linus Huck.

Hinter den Kulissen: An erster Stelle: Marika Huck und Harald Vetter, Frank Huck, Tamara Dahlke, Sabine Wöllstein, Regine Horbach, Claudia und Hansi Baus, Gabi Maas, Michel Pieroth, Marius Huck, Lisa Gerhard, Markus Scheich, Alix Wöllstein, Chiara Huck, Samira Tandler.

Zu den Fotos: Urwüchsige Becherbacher Dorffasenacht par Exzellent bot die „Fassenachts-Bagaasch“ fünf Stunden lang im voll besetzten närrischen Raumschiff und zog lustig vom Leder. Alle Beiträge waren humorvoll-heiter und topaktuell inszeniert.