Blutspenden rückläufig - DRK-Ortsverein Simmertal gibt auf!

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Simmertal. Einstimmig votierte der DRK-Ortsverein bei seiner jüngsten Generalversammlung mit Blutspenderehrung für die Auflösung zum 30. Juni 2018, nachdem sich niemand mehr bereit erklärte, Vorstandsarbeit zu übernehmen. Die künftigen Blutspendentermine werden vom Ortsverein Monzingen/Nußbaum um Ute Sponheimer durchgeführt. Nach den Formalitäten wie Satzungsänderung und einer Aufnahmeerklärung durch den DRK Ortsverein Kirn Stadt und Kirn-Land könnten die Simmertaler Mitglieder diesem Ortsverein „zugeschlagen werden“, wie dies Versammlungsleiter und der Erste Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes, Wolfgang Ginz, im Beisein des Kreisgeschäftsführers Thomas Decker formulierte. Sollte zum 30.Juni noch Vermögen da sein, fällt dies laut Satzung an den Kreisverband. Sowohl auf Kreis- wie auf Ortsebene muss eine neue Satzung beschlossen werden - am 23. Mai steht eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Kreisverbandes an, teilte Wolfgang Ginz mit.

2016 feierte der Simmertaler DRK-Ortsverein 50-Jähriges, Anfang Oktober 2017 suchten intensiv und händeringend Birgit Voß und in Personalunion ihre Stellvertreterin und Schriftführerin Petra Spielmann Mitstreiter im Vorstand. (Wir berichteten). Birgit Voß war seit ihrem 17.Lebensjahr 40 Jahre im Ehrenamt tätig und war ab 2008 Erste Vorsitzende. Sie ließ sich bei der letzten Generalversammlung am 20. April 2015 „noch einmal breitschlagen“, jetzt machte der Vorstand ernst mit der angekündigten Drohung der Vereinsauflösung.

Im Berichtszeitraum kamen 2015 zu vier oder fünf Termine noch 346 Blutspender (12 Neuspender), 2016 waren es 340, davon 15 Erstspender und 2017 spendeten 328 den kostbaren Lebenssaft. „Die Anzahl ist nicht allein bei uns massiv rückläufig“, wusste Birgit Voß. Es habe Beschwerden unter den Blutspendern über „verschiedene Vorgehensweisen wie bei der Umstellung des Verbandswechsels und seitenlangen Befragungsbögen seitens des DRK gegeben, die die absolute Privatsphäre jedes Einzelnen angreifen und niemand etwas angehen“, echauffierte sie sich. Zudem sei der erste Spendentermin 2018 in Simmertal durch das DRK Bad Kreuznach wegen Krankheit abgesagt worden. „Bei unseren vielen treuen Helfern kam es bisher noch nie zu Problemen bei den Blutspendeterminen“, konstatierte sie – da schwang tiefe Verbitterung und Resignation mit.

Zehn anwesende Ortsvereins-Mitglieder konnten sich über den aktuellen Kassenstand informieren, veröffentlicht wurde er in dem nach Vereinsrecht geführten Verein nicht. Kassenprüfer Thomas Lorenz führte die einstimmige Entlastung herbei. Nachgefragt zur aktuellen Mitgliederzahl konnte und wollte Kassierer Wilfried Fuchs keine Zahl nennen, nur so viel: „Der Kreisverband hat seine Aufgabe nicht korrekt erledigt“. Ihm und der Vorsitzenden Birgit Voß überreichte Petra Spielmann namens der Mitglieder für ihr jahrzehntelanges und herausragendes Engagement einen Blumenstrauß.

>>>Namhaft: Zum letzten Mal durch den DRK-Ortsverein Simmertal geehrt wurden für 100 Spenden aus dem Ort Hiltrud Werner und Bernd Hill.

75 Mal haben Burkhard Renkel (Hochstetten-Dhaun) und die beiden Simmertaler Holger Krüger und Siegunde Berger Blut gespendet.

Für 50 Spenden wurden geehrt: Björn Brüssel, Sigrid Brüssel und Gordon Nickel aus Hochstetten-Dhaun, sowie Ingrid Trentsch, Matthias Christian, Gerd Müller, Norbert Graeff, Elke Hill und Ralf Dietrich (alle aus Simmertal).

25 Mal gespendet haben Gabriele Ganns, Philipp Staudt, Jutta Kunz und Werner Mersch aus Hochstetten-Dhaun, Elke Dankemeier (Martinstein), Carsten Buch (Merxheim) und Rosemarie Hartmann aus Seesbach.

Für zehnmaliges Spenden wurden geehrt: Oliver Erwin Lamp aus Weiler, Nina Purpus (Seesbach), Andrea Krämer (Bad Sobernheim), Ursula Hammer (Kellenbach) und Daniel Speh, Petra Huck-Schäufle, Sascha Kreitzer, Beate Linke, Jessica Lorenz, Andreas Wild, Steffen Wagner, Sieglinde Adam, Tim Hein und Mark Andre Steffen (alle aus Simmertal).