Heylive-Serie No.1 - Erinnerungen: Düsenjäger-Absturz bei Otzweiler - heiße Kerwe im Dorf - Tiefflüge überm "Teufelshügel" und: K-Town-Sommermärchen 2006

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Fotos "txt"-Ende unten. Anklicken. My Heylive-Story. Serie-No.1: Erinnerungen ab 1950 an Tiefflüge über "Devils-Hill"- den „Teufelshügel“, an die Otzweiler Kerb, schwere Manöverschäden bis hin zum WM Sommermärchen in K-Town 2006 mit dem TCO (Trampclub Otzweiler) - Der Autor ist Jahrgang 1956 und erzählt aus der epischen Ich-Perspektive, denn er war dabei.

Der mysteriöse Teufelshügel in der 200-Seelen und 311 Hektar kleinen Randgemeinde Otzweiler in der VG Kirn-Land ist eine fast 350 Meter über N.N. „hohe“ Erhebung an der Römerstraße. In den geologischen Karten der Rheinprovinz und der Provinz von Westphalen ist der Teufelshügel 300 Meter nordöstlich von Sienhachenbach und der B 270 als „Ober-Rothliegendes“ erwähnt - viel dokumentiert ist nicht. Zwei gravierende Erinnerungen: Es war Ende der 1960-er Jahre als schwere Manöver der US- Streitkräfte die Orte des nahen Truppenübungsplatzes heimsuchten, wie sie heute unvorstellbar sind. Schüler gingen in den ortsnahen Wald, Patronenhülsen raffen, wohnten hautnah Manöver bei, sahen wie steckengebliebene Panzer von "Bananen"-Hubschraubern aus dem Morast gezogen wurden. TV-Reality live. Und wie heute das Handy, WhatsApp oder ähnl. funktionierten damals die Buschtrommeln. „Um 15 Uhr fliegen Kampfjets im Tiefflug über den Teufelshügel“. Wir Kinder waren da. Sahen, wie sie am Firmament einen weiten Bogen über Meisenheim und das nordpfälzer Bergland flogen und sich dann über Hundsbach und dem Welschrötherhof positionierten. Luftlinie weniger als drei Kilometer. Auf dem "Devils-Hill" wurden sogar die langen Antennen an den US-Jeeps festgebunden. Und dann flogen die Düsenjäger direkt auf uns zu, weniger als acht Meter über unsere Köpfe hinweg und zogen über Sienhachenbach/Truppenübungsplatz wieder hoch.

Ebenfalls passiert: Im Breinert, jeweils 500 Meter von Otzweiler, Sien und Hoppstädten entfernt, stürzte in den 1960-er Jahren beim Manöver ein Düsenjäger ab. Das Gebiet war hermetisch abgesperrt. Im Wald wurden Soldaten verletzt, der Pilot kam ums Leben  – der Schludersitz löste nicht vollständig aus. Fluggerät und Baumwimpfel hätten den Piloten geradezu „rasiert“, so Augenzeugen von damals – noch Monate später fand man Handschuhe mit Leichenteilen darin.

Kein Witz: In Otzweiler erzählt man sich, dass ältere Bauern sich von Amis im Jeep mit Harke und Karch aufs Feld fuhren ließen und bei der Gelegenheit um Zigaretten nachfragen: „Hey du, Having you a Päckelche Touwack for me se verkloppe?“

Später erzählte ich dies meinen Kindern, Marco und Jan, damals fünf und acht Jahre alt. Der Teufelshügel war oft als Sandgrube genutzt und mit meinem Opel-Frontera war es für die Kids ein Erlebnis, das 100 mal 100 Meter Areal mit dem „SUV“ zu beackern. Bis wir mittig aufsetzten und alle vier Räder in der Luft hingen. In Otzweiler war Kerb. Damals mit dem D1 Funknetz kein Problem. Aber das Teil ächzte und krächzte, so, dass die Meldung in Otzweiler wie ein Unfall und Hilferuf ankam. Jedenfalls wurde die Polizei alarmiert – aber wo suchen? Ein Polizeihubschrauber konnte gerade noch abgerufen und am Boden gehalten werden. „Das wäre die teuerste Kerb geworden, die ihr niemals vergessen würdet“, sagten die Polizisten zu meiner Frau. Haben wir auch nicht. Übrigens; Nach fast 30 Jahren existiert im Internet noch immer die damalige D1-Telekom-Nummer 0171 3300848. Ein Phänomen in unserer schnelllebigen Zeit – aber das Internet und der Weltall sind wie die Dummheit der Menschen unendlich…. wusste schon Albert Einstein, der nachlegte: Ich weiß nur noch nicht, was größer ist…

Zur Otzweiler Kerb. Es verging in all den Jahren keine Kerb, wo es nicht heiß herging, Sach- und Personenschäden zu beklagen waren. Ob auf dem „Wäsemche“ Richtung Sien, „Hinter den Häusern“ oder „In der Claus“ am heutigen Dorfgemeinschaftshaus gefeiert wurde. Zeltwirte waren Hanne und Heiner Jost aus Niederhausen – denen es im Nachhinein noch graust: Klopperei gab`s immer, Trapezkünstler kletterten bis unters Zeltdach und stürzten ab - immer war die Polizei da. Immer gab es am ersten Maiwochenende Wetterkapriolen, Überschwemmungen, schwere Sturmschäden, Unwetter, sogar Schnee. Übrigens: Feuerwehr, Sportverein und Trampclub Otzweiler konnten die Kerb nicht retten...

P.S.: Nicht nur viele Otzweilerer ("Otzis") haben an die Amerikaner als Verbündete/Streitkräfte etc. relativ positive Erinnerungen, sogar Hochzeiten wurden in Otzweiler geschlossen. Otzis waren in L.A, in den Twin-Towers, in Chicago, der Autor dieser Zeilen in Miami, Key West, Everglades, Fort Meyers, Disney-World und Cap Canaveral (Florida).  Armee-Bands spielten in Becherbach oder beim Weinfest in Meddersheim... Und als 2006 das Sommermärchen geschrieben wurde, waren die Otzweiler Tramps auf dem Betze in Kaiserslauterm - in "K-Town", wo die Amerikaner spielten. Und wo immer man in der Welt einen Amerikaner trifft, und K-Town erwähnt - weiß man einen Freund und Helfer an seiner Seite. Denn K-Town steht bei den Amis ganz ganz weit oben...


Frontera auf dem Teufelshügel

Otzis in K-Town (Kaiserslautern)

beim Sommermärchen 2006

Old-Ironside Musikcorps in Meddersheim