Heimweiler erinnert an legendäre Süßbachquelle & sagt Danke!

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Lachend Fotos TEXTende - ZwinkerndHeimweiler. Auf dem 2015 eingeweihten 13,3 Kilometer langen Kultur- und Landschaftsweg rund um Heimweiler wurde am Fronleichnamstag im Krebsweiler Tal 250 Meter oberhalb der unteren Horbachsmühle das Bürgerprojekt Süssbachquelle von den Ortsvereinen feierlich eingeweiht.

Ortsbürgermeister Andreas Setz ließ die seit dem Landratswahltag am 2. April 2017 beginnende Aktion mit starkem Bürgerengagement noch einmal Revue passieren. Als dann dank des EU-Leader-plus Förderprogramms über die LAG Soonwald-Nahe  bekannt wurde, dass „Bürgerprojekte mit 100 Prozent bis 2.000 Euro“ gefördert werden, nahm die Realisierung konkrete Formen an und Fahrt auf. Mehrere Institutionen waren involviert - die VG Kirn-Land, die Forstverwaltung, das Gruppenwasserwerk, und die Stadt Kirn als Eigentümer der Quelle - die umfangreichen und genau dokumentierten Arbeiten währten bis zum 18. Oktober 2017 – am Donnerstag wurde den ehrenamtlichen Helfern namentlich gedankt.

„So etwas hält das Dorf zusammen“, sagte das Dorfoberhaupt - insofern wurde die Einweihung zu einem gesellschaftlichen Ereignis; - eine größere Wanderclique nahm den Rundwanderweg mit dem Slogan „Mit Krebs und Karer unerwäschs“ vom Gemeindehaus aus bis zur Süßbachquelle unter ihre Wanderstiefel. Witterungsbedingt erhielt die Familie Heiko Faber Extraapplaus, weil sie die Horbachsmühle öffnete, wo der Gesangverein Krebsweiler-Heimberg für Getränke, und die Freiwillige Feuerwehr für das Essen, Steaks und Würstchen, sorgten. Es war ein Kommen und Gehen vieler Interessierter aus Nachbarorten. Biker aus dem Westerwald stoppten und schätzten die Gastfreundschaft - und am frühen Nachmittag machte sich erneut eine Wanderclique um den Ortschef Andreas Setz mit Landrätin Bettina Dickes und Werner Müller auf zur Süßenbachquelle.

Mit dem Hanomag-Bulldog fuhr Rudolf Horbach die Senioren Günter Jungblut und den 86-jährigen gelernten Schmied und einstigen Kirner Brauereimitarbeiter Alfred Bauer durch den morastigen Waldweg direkt zur Quelle: „Wir sind oft hier um das Mühlenterrain herumgestromert – die Horbachs hatten einen scharfen Hund“, erinnerte sich Bauer- der Süßenbach fließt unter der Mühle hindurch in den Großbach.

Das Großbach- und Limbachtal ist seit jeher durch die geologischen Gesteinsformationen ein wasserreiches Gebiet, Luftlinie weniger als 1000 Meter auf Meckenbacher Gemarkung soll es um die einstige Ziegelhütte sogar einen Wasserfall gegeben haben, der wartet, aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst zu werden.

Verbrieft ist, dass nach einem Beschluss der Kirner Stadtverordnetenversammlung im Jahre 1886 die Planung zum Bau einer Wasserleitung ab Süßenbachquelle im Krebsweilertal beschlossen wurde. Aufgrund artesischem Auftrieb genügte es, die unterirdischen Gewässer zu fassen – weiter oberhalb des Berges wurden die Wasseradern in einer Quellstube gefasst und dann in den Sammelschacht weiter geleitet.

Grund der Kirner Wassernot: Sinkende Grundwasserspiegel der städtischen Brunnen mit mehr oder weniger hohem Oberflächenwasseranteil waren verschmutzt und mit Fäkalien verseucht: „Viele Seuchen des Mittelalters bis ins späte 19. Jahrhundert hinein müssen auf mangelnde Sauberkeit von Brunnenwasser zurückzuführen sein“- so steht es auf einer Agenda-Tafel, Im April 1892 wurde mit einer Wasserleitung in der Kirner Vorstadt die direkte Hausversorgung sichergestellt – drei Monate später, im Juli 1892, war die rechte Hahnenbachseite erreicht, hat der Kirner Stadtarchivar Paul Hornemann in Erfahrung gebracht. Nach Inbetriebnahme weiterer Brunnen im Krebsweiler- und Limbacher Tal sowie im Großbachtal wurde die Süßenbachquelle nicht mehr benötigt und außer Betrieb gesetzt, Anfang der 1980-er Jahre zugemauert. „Schade, dass das Wasser heute einfach so fortläuft“, bedauerte das jahrzehntelange Gemeinderatsmitglied mit Sitz im Zweckverband Gruppenwasserwerk, der Heimweilere Landwirt Rudolf Horbach.

Lob: „Danke für euren Einsatz, ehrenamtlich, in eurer Freizeit, mit eurem Werkzeug und teils mit eurem Material“, lobte Andreas Setz namentlich: Beate Jacoby, Klaus Wöllstein, Mario Weinz, Kai Herbach, Klaus Stiwitz, Carola Schick, Hartmut Weschenfelder, Christian Porr, Manfred Trein, Klaus Günter, Torsten Spielmann, Achim Köhler, Michael Jacoby, Ronny Schick, Manuel Wöllstein, Niklas Wöllstein, Oliver Wichter, Steffen Siegel, Christian Spielmann, Torsten Borger, Nicole Setz, Martin Horbach, Günter Henn, Jakob Barth, Heiko Jungblut, Horst Schäfer und Jochen Barth.


Vor Ort an der Quelle

Viele Helfer

Service für Rentner

Agenda-Tafel

untere Horbachsmühle