Azubi-Notstand: Schülern wird der rote Teppiche ausgerollt

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Fotos unten---txtENDE - Kirn. Die Börse für Ausbildung und Studium unter dem Motto „bringt weiter“! und der Überschrift „Ausbildung klarmachen“ am Samstag in der Realschule plus und der Kyrau-Halle verzeichnete mit 77 anwesenden Firmen, Institutionen und Dienstleister Rekordbesuch und das hatte seinen Grund: Erstmals fiel der seit drei Jahren gemeinsam initiierte Tag der Studien- und Berufsorientierung der beiden Kirner Realschulen plus „Auf Halmen“ und „Auf Kyrau“ mit der Ausbildungsbörse zusammen - und so wurden enorme Synergieeffekte freigesetzt. Auch Eltern fragten ungeniert nach, ihre finanzielle Situation zu verbessern.

Alle fünf achte Klassen, drei von der kooperativen Realschule auf Halmen um ihren Berufswahlkoordinator Dirk Jacoby und zwei Klassen der integrativen Realschule Kyrau mit Christina Schütz an der Spitze, wurde quasi der rote Teppich ausgerollt – über das Angebot in der Kyrauhalle hinaus kamen neun Firmen zur individuellen Schülerberatung in die Klassenräume. „Diese Intensität und geballte Fachkompetenz habe ich nie zuvor erlebt - mit etwas Eigeninitiative und Flexibilität findet jeder Schüler einen tollen Job“, konstatierte Christina Schütz.

„Gemeinsam mit allen anwesenden Betrieben, Institutionen und unseren Kooperationspartnern HWK. IHK, dem Arbeitskreis Schule/Wirtschaft und der Kreishandwerkerschaft Rhein-Nahe-Hunsrück informieren wir über die Vielfalt der Berufe und geben einen umfassenden Überblick über Ausbildungsplätze in der Region und Studienangebote“, unterstich Gundula Sutter, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Bad Kreuznach. Insgesamt seien kreisweit noch 400 Ausbildungsstellen frei, sagte sie. Extraapplaus gab es für die Caterer des Tages, Schüler der Realschule auf Halmen. Den Boden verlegten Azubis der Wayand AG - Westnetz sorgte für den Strom. Jörg Lenger von der IHK-Regionalgeschäftsstelle Bad Kreuznach sprach von einer Rekordbeteiligung der Firmen und sah dies im Fachkräftemangel begründet- Lenger stellte den neuen IHK-Ausbildungsberater Andreas Erb vor und gab ein klares Statement für den Standort Kirn ab – die Ausbildungsbörse im Wechsel mit Idar-Oberstein habe sich bewährt und sei ein Erfolgsgarant war sich Lenger mit Stadtbürgermeister Martin Kilian in seinem Grußwort einig.

„Und? Was hast du heute gemacht?“ stellte Gerhard Schlau von der Kreishandwerkerschaft das neue Motto und die Imagekampagne „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan“ in den Fokus seines kurzen Statements. Immerhin vertrete seine Institution 26 Handwerksinnungen mit 1.200 Betrieben, 20.000 Mitarbeitern und 1.900 Lehrlingen, informierte Schlau. Digitalisierung 4.0 sei für Handwerker kein Fremdwort, querbeet biete das Handwerk Hightech-Arbeitsplätze mit Perspektive. In keinem anderen Wirtschaftsbereich könne man so schnell die Karriereleiter vom Lehrling zum Gesellen, Meister, Betriebswirt oder gar Ingenieur erklimmen. Die Meisterprüfung sei dem Bachelor gleichgestellt- aktuell seien bei der Lehrstellenbörse der HWK Koblenz in den Kreisen KH, BIR und Rhein-Hunsrück 233 freie Lehrstellen zu besetzen. Schlau dankte namentlich dem regionalen Arbeitskreis Schule/Wirtschaft und Michael Presser von der Arbeitsagentur für Arbeit. Ganz stark vertreten auch die Schulen – Kirns Berufsschulleiter Stefan Sitzenstuhl sah aufgrund fehlender Klientel vor allem die Ausbildungsberufe im kaufmännischen Bereich „schwächeln“.

Die Sprecher des regionalen Arbeitskreises Schule/Wirtschaft Kirn-Idar-Oberstein waren über die „Synergieeffekte mit „Win-Win-Situation für alle Beteiligten“, so Thomas Bursian seitens der Schule, und Rolf Schneider vom Arbeitskreis Wirtschaft und Personalreferent bei der Wayand AG, hoch erfreut und appellierten an die Eltern, sich zu kümmern: „Alle investierte Zeit lohnt sich“, denn: Die Wirtschaft boomt, die Auftragslage sei so gut wie seit 40 Jahren nicht mehr. Händeringend werden Auszubildende und Fachkräfte umworben – Pflegeberufe und Krankenkassen, die Stadt Kirn, die Kreisverwaltungen KH und BIR, Böhringer Ingelheim und Hevert Nußbaum, Autohäuser und Maschinenbauer, Global-Player wie die Simona, Discounter, Handel, Handwerk, Industrie, Lebensmittelhersteller, Polizei, Universitäten und Banken waren präsent; - „Manpower“ an allen Ständen - die Bandbreite auf der Messe ließ keine Wünsche offen. Bernd Hey.

HIGHLIGHT´s >>>SPLITTER Ob Ausbildung oder Plan B – die Region hat Potential und ungeahnte Chancen, sagte Rolf Schneider (Arbeitskreis Wirtschaft) von der Wayand AG: Bei den elf gesuchten Ausbildungsplätzen für 2019 ist mit dem Technischen Produktdesigner für Produktgestaltung und Konstruktion ein neuer Ausbildungsberuf dabei.

>>>Mit einem Dutzend Mitarbeiter hatte die Simona AG Heimspiel vor Ort – sie informierte zudem im Klassenraum 202. Ebenso Wayand, Effgen und Hevert, Diplom-Sozialpädagoge Udo Dahlheimer, Schneider Bau, die Hay-Gruppe, Polizei und Mrs. Sporty gingen in die Schule. Gerne hätte Effgen /Herrstein noch Notizblöcke mitgebracht - sie gingen im Firmen-Hochwasser unter...

>>>Das Ausbildungsangebot sei riesig – und „wer im Baugewerbe kreativ, teamfähig und belastbar ist und sich die Hände schmutzig macht, hat ungeahnte Aufstiegsmöglichkeiten“, sagte Martin Partenheimer von Schneider-Bau Merxheim. Es werden sogar Prämien gezahlt, wenn die Probezeit oder das Praktikum bis zum Ende absolviert wird.

>>>Nomen est Omen: Pfiffige Firmenslogan sprachen Bände und waren Eyecatcher: „Heute suchen wir zur Abwechslung mal die Guten“ warb die Bundespolizei. „Coole Köpfe gesucht. Bewerber bitte folgen, Durchstarten ohne Tempolimit“ warb das Polizeipräsidium Mainz. Über „Die Kunst am Kunststoff“ informierte die Polymer-Gruppe und „Wir kämpfen dafür, dass du gegen uns sein kannst“, die Bundeswehr. Schneider Optik aus Bad Kreuznach warb für „optische Spitzentechnologie – Zukunft mit Weitblick“.


Bei Effgen

Bei Wayand

Kyrau-Halle

Polizeipräsidium Mainz

Eröffnung am 9. Juni 9Uhr