Simmertal lebt Jumelage mit Oudon - 30-jähriges mit Gänsehaut

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Fotos UNTEN anklicken txtende: Simmertal. Der Festakt „30 Jahre Freundschaft Simmertal / Oudon“ am Samstagabend in der VfL-Halle avancierte zu einem Abend der großen Gesten mit ganz viel Gänsehautfeeling: Sowohl inhaltlich starke und pathetische Reden wie der Gesang der Powerfrauen DonnaWetter und des Engelchores wurden mit stehenden Ovationen gefeiert und werden hüben wie drüben lange in positiver Erinnerung bleiben und für Gesprächsstoff im Sinne der Völkerverständigung beitragen.

„Ja, die Freundschaft lebt und wird gepflegt“, zogen Ortsbürgermeister Werner Speh und die beiden Vorsitzenden des „Comite` de Jumelage“, Frau Martine Naudin und Ernst Oellig nach vier Tagen ein Resümee und fanden wertschätzende Dankesworte für alle Beteiligten. Sie erinnerten an die erste Präsidentin des Partnerschaftskomitees, Francoise Ragout, sowie in diesem Millennium an Michel Dupont und Simmertals Alt-OB Dieter Herrmann. Bereits bei der Ankunft wurden die Gäste von der Kita Kunterbunt musikalisch begrüßt!

Ce`line Bourget-Mainguy und Fabienne Evin übersetzten. Trotz anfänglicher Bedenken über die 860-Kilometer Entfernung zwischen den beiden Orten und der Sprache sei es eine kluge und richtige Entscheidung gewesen, als vor 30 Jahren Ortsbürgermeister Willi Heß mit Le Maire Louis Moreau die Beziehung besiegelten. „Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Diese Partnerschaft ist ein Baustein eines vereinten Europas und es sollte die Pflicht eines jeden Bürgers sein, weiterhin daran aktiv mitzuwirken. Die Verbindung möge für immer und ewig von Bestand bleiben!“, rief Werner Speh unter lautem Applaus aus und dankte Sponsoren und den hiesigen Kreditinstituten, mit deren Hilfe das viertägige Programm ermöglicht wurde.

Sein Amtskollege Alain Bourgoin trug die Schärpe mit den Farben der Trikolore. „Lieber Werner, lieber Ernst, es ist mir eine große Ehre, dieses zukunftsträchtige Projekt voller Enthusiasmus  mit gewachsenen familiären Beziehungen begleiten zu dürfen“ – diese Ideale erlaubten es, unsere freiheitlichen Werte eines vereinten Europas über 70 Jahre in Frieden zu leben. „Es lebe die Jumelage Simmertal-Oudon, Deutschland-Frankreich und es lebe Europa“, rief Alain Bourgoin unter tosendem Beifall aus.

Diese Gedanken griff Landtagsabgeordneter Dr. Denis Alt auf: „Wir leben in einer Zeit, in der man wirklich Angst um Europa haben kann. Aber Angst ist kein guter Ratgeber“, rügte der promovierte Politiker Regierungen, die zunehmend „ihren Weg in nationalen Lösungen, in Zäunen, in mehr Militär und Polizei suchen“. Alt überraschte in perfektem Französisch und beschwor das Bewusstsein der deutsch-französischen Freundschaft – „Vertrauen kann nur entstehen, wenn man den anderen kennt“, erinnerte er und dies sei wichtiger denn je. Denn „die Amerikaner warten nicht auf uns und in Asien schon gar niemand“.

Landrätin Bettina Dickes beglückwünschte die beiden Gemeinden und blickte zurück an die Grundsteinlegung der politischen Aussöhnung zwischen Charles de Gaulle und Konrad Adenauer vor 60 Jahren in Bad Kreuznach. „Aber diese Freundschaft zu leben und zu pflegen, dazu braucht es Menschen. Ich wünsche ihnen allen einen tollen Freundschaftsabend und keine langen Reden“, sagte sie, denn die Rückkoppelung der Lautsprecheranlage nervte kolossal. Damit Kindes- und Kindeskinder die Jumelage weiterhin mit Leben in Sinner einer Völkerverständigung bereichern, überreichte Rektorin Nicole Rothenberger von der Simera Grundschule ein großes Foto und einen ersten Brief, und wünschte sich eine intensive Brieffreundschaft.

Mitreißend brillant, leidenschaftlich und in Mimik und Gestik ausdrucksstark interpretiert war der Gesang von DonnaWetter: Sie überraschten mit der Premiere vom Berliner Workshop „Just sing it“, sangen „Wunder gescheh´n“ von Nena und „Ain´t no Mountain“ aus Sister Act, denn schließlich könne für derart gelebte Jumelage „kein Berg zu hoch, kein Tal zu tief und kein Weg zu weit sein“, wie dies Primadonna Sabine Schossig-Roevenich formulierte. In französischer Sprache sagte Leiterin Sandra Weiss die Lieder samt Zugabe „Born this Way“ an. Nicht minder gefeiert wurde der Engelchor um seine Frontfrau-Gitarristin Adelheid Engel. Beliebte Schlager erreichten Zuhörerherzen und kamen an – das „Halleluja“ in der Leonard Cohen Version war atemberaubend schön und harmonisch geradezu zelebriert. Viel Wehmut schwang mit: Denn nach dem Festakt 50 Jahre Heimat-und Kulturverein Kellenbachtal am 22.Juli ist das Ende im 40. Jahr am 14. Oktober mit Abschiedskonzert besiegelt.

IM FOKUS -IM DETAIL: Gastgeschenke erhalten die Freundschaft, sie erfreuten sich größter Beliebtheit. Die Gäste überraschten mit einem liebevoll und aufwändigen Gläserpräsent für die Gastgeber und brachten eine gut zwei Meter hohe immergrüne Magnolien-Pflanze mit, die auf dem Mehrgenerationenplatz am Bürgerhaus einen würdigen Platz bekommen soll. Der Simmertaler Hans Peter Kissling goss in seiner Gießerei für jeden Gast eine Zinnplakette, außerdem verliehen die Gastgeber einen Feuerkorb aus geschmiedetem Eisen, der an das 30-jährige Fest erinnert. Und von der Simera Grundschule wurde ein Foto überreicht, wo sich die Schüler in Herzform aufstellten.

Zum Foto der Jugend: Fußball verbindet als gelebte Jumelage nicht nur in diesen Tagen – der WM-Sieg der Franzosen über Uruguay wurde gemeinsam am 6.Juli 2018 im Bürgerhaus angeschaut und gefeiert. 13 Jugendliche unter 15 Jahren waren mit von der Partie, kickten hinter der VfL-Halle. Sie verstanden sich prächtig und ließen sich mit den Simmertaler Jugendlichen gerne für www.heylive.de oder das „Journal quotidien“, die Tageszeitung, fotografieren.


Chef´e unter sich.

Gut vorbereitet

Jugend versteht sich

Gäste tanzten

Engelchor auf Abschiedstour