Was ist eine Nonne? -mystischer Disibodenberg bei Kids beliebt

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Fotos UNTEN txtEnde anklicken Odernheim. Die Sagenwanderung auf dem Disibodenberg mit Bettina Dickes und Heidrun Hahn und mit abschließendem Picknick erfreute sich größter Beliebtheit und war das 25. Projekt während der VG-Ferienfreizeit 2018. Heidrun Hahn war ihr ganzes Leben lang Schullehrerin, und als die 76-jährige vor 12 Jahren nicht mehr unterrichten durfte, wie sie bedauerte, da intensivierte sie ihre Hobbys. Mittlerweile hat sie in mehreren Ausstellungen großformatige Bilder und Impressionen an Nahe und Glan präsentiert und als Autorin eine vielbeachtete, detaillierte 56-seitige DIN-A-4 Broschüre über „Burgen, Klöster und Sagen unserer Heimat“ veröffentlicht. Das ist ihr Metier, diese kunst-und kulturhistorischen Schätze den Kindern näher zu bringen und der nächsten Generation weiterzugeben.

An der dicken Eiche auf dem Disibodenberg, wo man weit über Odernheim ins nordpfälzer Bergland blicken kann, erzählte sie als erstes die Geschichte der Gründung, als um das Jahr 640 der irische Mönch Disibodus mit drei Gefährten das Kloster gründete, das seine Blütezeit mit Sicherheit im 12.Jahrhundert und mit dem Wirken der heiligen Hildegard von Bingen hatte. Übrigens: 1504 wurde das Kloster geplündert; - nach der Säkularisierung 1559 aufgelöst und fiel an den Meisenheimer Erbvogt Herzog Wolfgang von Zweibrücken. Jahrhunderte war der Disibodenberg Bausteinlieferant für umliegende Orte.

Weiter ging es hinauf zur Klosterpforte, wo die mächtigen Grundmauern mit teils zwei Meter dickem Sandstein-Fundament noch sichtbar sind. „Hier standen Gebäude und eine Kirche, die damals so groß und so mächtig war, wie heute der Mainzer Dom“, erfuhren die Kinder, und hier erzählte Heidrun Hahn die Sage vom Schatz auf dem Disibodenberg. Und worum ging`s? In der Fehde zwischen Alexander von Zweibrücken und dem Pfalzgrafen Ludwig V. im Jahre 1504 wurde das Kloster Disibodenberg geplündert und in Trümmer gelegt. Als die Feinde nahten, soll der Abt den Klosterschatz im Keller vergraben haben. Hinter einem Fasse lag der Bruder Pförtner Anselmus und beobachtete dies. Nachdem das Kloster eingenommen war, verriet er für Judaslohn den Schatz. Als es dann ans Teilen ging, soll Ritter Braun von der Schmidburg das Urteil über ihn gesprochen haben: „Pförtner warst du - jetzt bekommst du was du verdienst und sollst als Verräter unter der Pforte hängen“. So wird es erzählt.

Und an den Überresten des Klosterspeisesaals (Refektorium) der neunfach gewölbten Weinkeller lauschten die Kinder gebannt der Sage über einen trinkfesten Abt. Der „schob einen ruhigen Lenz“, erdrückte die Bauern aus Staudernheim und Odernheim mit Fronden und Steuern. Diese rotteten sich zusammen, nahmen das Kloster mit „bewaffneter“ Hand – quasi ein Bauernaufstand. Mit den Worten „jetzt wollen wir dir den Weinzehnten heimzahlen, damit du genug bekommst“ ertränkten sie ihn in einem vollen Fass Wein. Des anderen Tags erschienen Ritter, vertrieben die Bauern und vernahmen mit Schaudern die Trauermär: Allen standen die Haare zu Berge, der Pater Exorzist wurde herbeizitiert und als man vorsichtig den Keller öffnete, war das Weinfass leergetrunken und nebenan lag schnarchend der Abt. Weitere spannend-schaurige Sagen und Stories aus alter Zeit wurden mit erfüllender Mimik und Gestik aus Sobernheim am Johannistag oder vom mystischen Felsenkeller mit seinem verschütteten Eingang auf dem Nohfels erzählt.

Nachgefragt bei den Kindern kannten alle den Disibodenberg als „heiligen Ort“. Sie spielten Fangen-Räuber und Gendarm, und für Landrätin Bettina Dickes ist dies ihr „absoluter Lieblingsplatz“. Während die Kinder auf Exkursion waren, richtete sie ein leckeres und gesundes Picknick zu.Moritz Dickes war als Betreuer mit dabei. „Was ist eine Nonne?“ wollte Luke Hartmann aus Odernheim wissen – und auch für Livian Schlarb aus dem hessischen Wolferborn im Wetteraukreis, der bei den Großeltern Hiltrud und Eckhard Schlarb in Meddersheim Urlaubstage verbringt, war der Ausflug ein „echt cooles Erlebnis