Meddersheim im Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft"

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Fotos txtEnde unten anklicken - Meddersheim. 141 Gemeinden haben sich in diesem Jahr am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ beteiligt. Die Weinbaugemeinde kam im Kreisentscheid weiter und hat im Bezirksentscheid Koblenz in der Sonderklasse den 3. Platz belegt. Diese Siegerehrung ist am kommenden Donnerstag im Marmorsaal in Bad Ems.

Jeweils zwölf Gemeinden in zwei Klassen haben sich für den Landesentscheid qualifiziert - Meddersheim startet in der Sonderklasse. In diesem Jahr wird neben den zwei Sonderpreisen für vorbildliche Initiativen und Maßnahmen zur Stärkung der Innenentwicklung der Dörfer in der Haupt- und Sonderklasse jeweils ein Preisgeld von 3.000 Euro ausgelobt. Darüber hinaus gibt es den mit 5.000 Euro dotierten „Demografiepreis Dorferneuerung“ und den Sonderpreis „Kinder- und jugendfreundliche Dorferneuerung“ (5.000 Euro) - die Siegerehrung in der Sonderklasse findet am 16. November mit Innenminister Roger Lewentz in der Fruchthalle in Kaiserslautern statt.

Am 23. August 2018 besuchte eine sechsköpfige Bewertungsjury um Diplom-Ingenieur Franz Kattler, Referatsleiter Dorferneuerung im Ministerium des Innern und für Sport, die Weinbaugemeinde; - er wies auf die besonderen Chancen und Fördermöglichkeiten als anerkannte Schwerpunktgemeinde hin. Mit bereits bewilligten Zuschüssen sind der barrierefreie innerörtliche kleine Rundweg und eine zweite „Historischen Runde“ in der Mache: „Meddersheim bewegt sich und wird erlebbar“, so stellten Ortsbürgermeisterin Renate Weingarth-Schenk und Dorfplanerin Nathalie Franzen im Gemeindesaal das urbane Leben, ehrenamtliches Engagement, die Infrastruktur sowie laufende Dorferneuerungsmaßnahmen vor.

„Extremer können Unterschiede nicht sein“, echauffierte sich der rheinland-pfälzische Leiter der Gartenakademie, Werner Ollig vom DLR-Rheinpfalz, beim Rundgang direkt am Naturnahen Spielplatz, wo er in einem Privatgarten eine großflächige schwarze Plastikabdeckung als Unkrautvlies nach dem Prinzip des „heißen Steines als völlig sinnlos und inakzeptabel“ titulierte.

Im Altenberg bei der „Schönen Weinsicht“ gewährte Eckhard Schlarb geologische Einblicke von 400 Millionen Jahren und den gesellschaftlichen Wandel; - der Winzermeister schrieb jedem der 1.350 Einwohner einen Hektar Land zu und charakterisierte seine Bewohner mit ihrem Können, Fleiß und Wissen als ein positives Spiegelbild der Gesellschaft.

Weitere Stationen: Die Kita „Rasselbande“ auf der Hohl mit derzeit 51 Kindern, wo frisch gekocht wird und es täglich ein gesundes Frühstücks Büfett gibt, sowie das Dorfcafe im alten Rathaus und die Martinskirche mit ihrem einzigartigen Sakramentshäuschen. Hier informierte Wolfhart Dhonau über das barrierefreie evangelische Gemeindehaus, die neue Kirchengemeinde mit zehn Orten und zwei Pfarrern und die jüngste Aufwertung als Radwegekirche, eine von fünf im südlichen Bereich der rheinischen Landeskirche.

Die Kommission bedauerte, dass seit Jahren die Restauration am Fahrradweg in der Meddersheimer Winzergenossenschaft verwaist ist. Nach der 90-minütigen Stippvisite fand die Schlussbesprechung traditionell im Vitalresort Kurhaus Menschel statt, wo Dr. Matthias Menschel die Wellnessoase im 35.000 Quadratmeter großen Park nach den Prinzipien des Lehmpastors Emanuel Felke und die Nachhaltigkeit als Firmenphilosophie schilderte. Beispielsweise wurde nach Inbetriebnahme der Holz-Hackschnitzelheizung 2012 der Heizölverbrauch von 65.000 auf 5.000 Liter reduziert. Die Ansage von Ortsbürgermeisterin Renate Weingarth-Schenk, „wir sind sehr stolz auf unser Kurhaus“, rang der Delegation einen satten Applaus ab.

Einen eindringlichen Appell richtete der für Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen zuständige Leiter eines Wirtschaftsservicebüros bei der Kreisverwaltung Kusel, Thomas Weyrich, an die Ortsgemeinde, das „Weindorf“ als solches touristisch intensiver zu bewerben und bei der Bauleitplanung eines Neubaugebietes vollumfänglich die Dorfplanerin Nathalie Franzen einzubinden. Ihre Jury-Kollegin Rosa Vollmuth habe „viel Struktur und angenehme Häuser mit Vorbildcharakter“ gesehen, und auch Werner Ollig, zuständig für Grüngestaltung und –entwicklung, fasste sich kurz und knapp: Das Kurhaus sei für die Fassadenbegrünung ein Musterbeispiel. Gerade jetzt sei allerorts das Bäume anpflanzen sehr wichtig, weil einige aufgrund von Stress und Trockenheit eingingen, sagte er. Das „Dorf in der Landschaft“ bewertete Jürgen Köstel vom Landesamt für Umwelt recht positiv – er war mit Bürgern und Revierleiter Stefan Gesse separat unterwegs. Isabel Steinhauer-Theis vom Landfrauenverband lobte das Areal der schönsten Weinsicht „Auf der Platt“. Sie wünschte sich dort eine Grillmöglichkeit, kontra „Wildgrillen“. Das Dorfcafe sei vorbildlich und gelungen. Dennoch blieb sie trotz heftigem Widerspruch von den zahlreichen Rundgangteilnehmern ihrer Auffassung treu und hätte sich mehr Vereinsvertreter und Jugend bei ihrer Dorf-Präsentation gewünscht.

Fotos - zum Text:  Die Landeskommission im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ besuchte am 23. August die Weinbaugemeinde. In zwei Klassen nehmen 24 Gemeinden teil, die Siegerehrung der Sonderklasse findet am 16. November in Kaiserslautern statt.