40.Meddersheimer Weinfest - 3 Tage Publikumsmagnet

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Fotos unten anklicken - Meddersheim. Das 40. Weinfest wurde wie ein großes Jubiläum gefeiert - bei der dritten Weinprobe zum Auftakt am Freitagabend unter dem Motto "Riesling trifft Frucht" saß der Dorfplatz voller Menschen, und auch am Samstag feierten Tausende auf der Weinfestmeile mit der Weimarer Band "Borderline".

Der Sonntag startete mit einem Gottesdienst (Diakone Bernd Lange und Nadine Höfler) mit Umrahmung vom Posaunenchor unter Manfred Müller. Nach dem Mittagessen begann der festliche Einzug zur Bühne mit Kindern unter den Fittichen und der Regie von Angela Schumacher und mit Ortsbürgermeisterin Renate Weingarth-Schenk und sechs Weinmajestäten. Es folgte ein toll inszenierter Stiefeltrunk der Kirschrother Laienspielschar samt Auftritt ihrer Winzertanzgruppe unter Leitung von Petra Heß - ein wahrer Augenschmaus. Auch bei der folgenden Tombola mit 94 Preisen im Wert von über 3.000 und dem Aufwiegen der drei Hauptgewinner in Wein war der Festplatz „mit extrem vielen Besuchern voll besetzt“, freuten sich die Organisatoren. Sie begrüßten Gäste aus Nord-Norwegen bis Süd-Italien. Und dass die lange blieben, war der Verdienst der legendären Bad Sobernheimer „Cocktail Band“, die ihre Fangemeinde hatte und seit 40 Jahren allerbeste Oldies, Hits, Tanz- und Schlagermusik spielte. In der Besetzung der drei Wagner-Brüder Bernd (Tasten und Bass), Klaus (Schlagzeug), und Horst (Akkordeon), Oliver Schneberger aus Odernheim (Gesang und Gitarre), Manfred Heimbrodt (gebürtig in Bad Sobernheim, Gitarre) und Peter Fett (gebürtig aus Seesbach, Saxophon), wurde das Sextett bei seiner Premiere in Meddersheim gefeiert. Die Band ist genauso alt wie das Weinfest und wurde allen Vorschusslorbeeren gerecht. Die Zahl 40 hatte beim Weinfest eine ganz besondere Bedeutung, und wer Geburtstag hatte, erhielt ein Geschenk –„wir haben weder Kosten noch Mühen gescheut, damit sich die Gäste wohlfühlen“, sagte Wolfhart Dhonau.

Karina (I.), Enk geborene Beck aus Meddersheim, berichtete mit Gänsehautfeeling, wie das bei ihrer Inthronisierung vor 41 Jahren, 1978, war, als die Gebietsweinwerbung mit Reiner Jäck an der Spitze unter dem Slogan „Rund um die Naheweinstraße - Nahewein ein Edelstein“ mit der Weinkönigin samt Gefolge, der Kreuznacher Rosenkönigin und der Edelsteinkönigin „mit großer Eskorte im halbstunden Takt alle Weinfeste abfuhren – und ich war sehr traurig, weil wir kein Weinfest feierten. Als Überraschung fuhr der Bus trotzdem durch Meddersheim und mir ist beim Anblick eines furiosen Empfangs am alten Kühlhaus, genau hier, das Herz in die Hose gerutscht. Unvergesslich, dies wird mich mein Leben lang begleiten!“, erinnerte sich Karina I., quasi Weinfest- Urheberin.

Naheweinkönigin Laura Weber (2014 / 2015) aus Monzingen mit Meddersheimer Wurzeln, die Majestäten Tanja Hehner-Rohlfing (2004/2005), Silke Thul (geborene Hexamer) „1996/1997 - aus dem letzten Jahrhundert“, wie Moderator Wolfhart Dhonau humorvoll informierte, sowie die Deutsche Weinkönigin Edelgard I. aus Kirschroth unterhielten charmant mit Raritäten und Highlights aus ihrer Amtszeit „damals“, beispielsweise als Edelgard I. aus Kirschroth bei einem Empfang im Bremer Rathaus und dem Anblick eines übergroßen Wirtschaftssenators die Krone vom Haupt rutschte und mit lautem Getöse auf den Boden schepperte – alle Majestäten lobten und riefen aus:  „Das Meddersheimer Weinfest ist emotional das Größte“.

Ruckzuck waren beim Kuchenbüfett der Landfrauen die Platten geputzt – und auch das Kinderprogramm mit dem Team um Sabine Biegel, Nadja Kehrein und Stephanie Engisch erfreute sich bei den Kleinsten größter Beliebtheit. Das Aufwiegen in Wein auf der original Meddersheimer Weinwaage wurde einmal mehr zu einem gefeierten Spektakel. Martin Bens nahm Platz und wurde beim dritten Preis mit 41 Flaschen aufgewogen. Frank Noack aus Kirschweiler zählt zu den Meddersheimer „Stobblern“ und saß vor 12 Jahren schon einmal auf der Weinwaage. 88 Flaschen lautete sein Resultat, und obwohl das Schiebegewicht des Sitzes 1:1 stand, wog Tino Michel aus Meddersheim als Sieger „nur“ eine Flasche mehr, nämlich 89 Flaschen Wein. Bernd Hey.

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Lob von allen Seiten gab es für die herzerfrischend agierende Kirschrother Truppe für den phantastisch inszenierten „Stiefeltrunk“. Julchen und Schinderhannes waren dabei, mitten ins Spiel mit herrlichen Szenen bahnten sich „Utsch“, der Jäger aus Kurpfalz mit Waidmännern und einem echt-„ausgestopften“ Wildschwein im Schlepptau durch dichte Zuschauerreihen den Weg auf die Bühne. Einer uralten Sage nach soll Ritter Boos von Waldeck bei einem Zechgelage auf der Burg Rheingrafenstein das Dorf Hüffelsheim erhalten haben, weil er einen Stiefel Wein in einem Zug leerte. Beim Schauspiel lehnten reihum Rheingrafen und Kirner Wildgrafen, die Heilige Hildegard, Franz von Sickingen und Abt Trithemius dankend ab, bis Schluckspecht „Boos von Waldeck“ in Person von Wilfried Schlarb („Kunneraths Wilfried“) zugriff: „Mir her das Schlückchen – so hab`s ich gern…“ und nach Hüffelsheim gelüstete ihn nach mehr – da wollte er noch Meddersheim. Im legendären Stiefel befindet sich ein Behältnis, das kräftig „mitschluckt“ und mit einer Klappe verschlossen werden kann, damit nicht der ganze Liter Wein „ex“ getrunken werden muss.


Frauenpower mit Krone

Winzertanzgruppe Kirschroth

Mir her das Schlückchen

Die Kinder waren Teil des Geschehens

und Eskorte der Majestäten