Lauschieder Musikantenbräu: Aus Schnapsidee wird erstes Kerwe-Bier!

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Fotos unten-txtende. Lauschied. /Bad Sobernheim. Im Denkmalz Brauhaus wurde nach alter Väter Sitte das erste „Lauschieder Musikantenbräu“ angesetzt. Die Schnapsidee wurde beim Kerwe Kehraus 2017 geboren – entsprechend groß war das Tamtam samt Taufe und musikalischem Zeremoniell. Und dass hierzulande Bier und Wein sehr gut harmonieren und laut Sommeliers ein Bier nach jeder noch so exquisiten Weinprobe das Tüpfelchen auf dem i sein sollte, ist längst ein offenes Geheimnis. So machten beim Weinwanderwege-Fest am Samstag vier Weingüter richtig Reklame für die Denkmalz-Kapellen-Braustätte, weil die auch im Biergarten heimischen Wein ausschenken.

„Nur Miteinander geht`s – auch wir als Verein müssen uns anstrengen und künftig etwas einfallen lassen, attraktiver werden, sonst ist beim Frühschoppen noch vor dem Mittagessen Zappenduster“, sagte der nach Waldböckelheim verzogene Lauschieder Dirigent Josef Stenzhorn im Vorfeld. Fakt ist, dass nach der Lauschieder Kerb das Speiselokal Didis XL in der Höhengemeinde schließt und nach aktuellem Stand es dann nur noch eine Kneipe ohne Essensangebot im Ort gibt.

Ganz früh am Samstag, 15.September, waren die Musiker Otfried Stenzhorn und Christopher Baborsky („Babo“) mit dem Schroten und Maischen im Brauhaus beschäftigt – das Bierbrauen beinhaltet in der Regel vom Getreide bis zum fertigen Bier zehn Produktionsschritte – das Malz kam von der Bad Kreuznacher Naheland Mälzerei. „Babo“ wie ihn seine Kumpels nennen, ist gelernter Braumeister. Er schlägt im Musik- und Unterhaltungsverein die große Trommel und das „dicke Blech“, die Becken. Im hessischen Bruchköbel bei Hanau aufgewachsen arbeitet Christopher Baborsky heute bei dem Bad Kreuznacher Filter-Anlagenbauer Pall.

Die Vorzüge für ein Selbstgebrautes liegen auf der Hand – „und 1.000 Liter schaffen wir mit links“, schmunzelten die beiden: „Handwerkliche Regionalität pur, ein mildgehopftes Helles, nicht zu stark eingebraut, unter fünf Volumenprozent Alkohol. Ein süffiges Lauschieder Frühschoppenbier, das allen mundet“ - das sind die klaren Vorgaben für das speziell auf Kundenwunsch gebraute Premierenbier in der noch im Innenausbau befindlichen Denkmalz-Braustätte in der historischen Disibodenberger Kapelle.

Braumeister und Biersommelier Friedrich Wilhelm arbeitete mit dem Kollegen gemeinsam die Rezeptur aus und war schon aus Gründen der Denkmalz-Firmenphilosophie und Strategie mit kleineren Gebinden und von der Lauschieder Idee restlos begeistert und sagte per Handschlag sofort zu. „Das Bier wird acht Wochen durchlagern und reifen – was an uralte Brautradition anknüpft und so heute nicht mehr typisch ist“, schwärmte Friedrich Wilhelm, und sein Kollege Baborsky ergänzte: „Es wird ein ausgereiftes und vollmundig-bekömmliches Bier, von dem man kein Kopfweh kriegt, auch wenn man über die Stränge schlägt“.

Zu festgelegten Zeiten soll es wöchentlich eine Qualitäts- und Sensorikprüfung geben. Ansonsten ist „das Brauhaus abgesperrt, der Tank verplombt“, nicht dass die Lauschieder täglich Zwickeln kommen, scherzte Wilhelm. Noch lange saßen die Lauschieder mit Friedrich Wilhelm im beheizten Biergarten bei Weißwürsten und einer Brotzeit zusammen – selbstverständlich soll das süffige Fassbier am Lauschieder  Kerwemontag, 12. November in der Mehrzweckhalle, zünftig angeschlagen werden – es wird teils auch in Flaschen abgefüllt. Und dass noch ein Tropfen übrig bleibt fürs Lauschieder Neujahrskonzert 2019, daran glaubte am Samstag niemand.

Zu den Fotos:  „Die Musik geht ins Bier über“, sagten die Mitglieder des Musik- und Unterhaltungsverein  Lauschied und tauften mit einem kessen Spruch, einem Tusch und einem „Prosit auf die Gemütlichkeit“ das erste „Lauschieder Musikantenbräu“.