Bad Sobernheim: Ist der Marumpark rechtsfreier Raum und warum? Ausländische Mitbürger schlagen über die Stränge - Lauter Ruf nach dem Ordnungsamt

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Fotos am Textende anklicken: Bad Sobernheim. Der Marumpark mit Hundehaufen, Lärm und Vandalismus sorgt für Stress und steht weiter in der Kritik. Er hat sich weit von seiner Zweckbestimmung als „Erholungs- und Entspannungsort in ruhiger Lage“ entfernt: „Bis zur Wohlfühloase ist es ein weiter Weg, die Stadt hat wenig Handhabe, lediglich über die Benutzungs-Satzung“, informierte der Erste Stadtbeigeordnete Volker Kohrs die Mitglieder des Infrastruktur- und Tourismusausschusses bei einem Ortstermin. Mittelfristig fehle in Gänze ein Gesamtkonzept – für die Beleuchtung, den Pavillon, Bäume und Bänke und den als „Haus des Gastes“ titulierten Wabenbau. Dessen Dach ist undicht, das 40 Jahre alte stadteigene Konstrukt hätte vor sieben Jahren von der VG gekauft und saniert, oder als Brauhaus-Standort abgerissen werden sollen; - bekanntlich kam alles anders.

„Hier wird nachts, manchmal bis sechs Uhr morgens von Dutzenden über die Stränge geschlagen und Ziegeln auf ökonomischen Anwesen kaputtgeworfen“, machten sich Anwohner Luft. Bürger resignierten empört oder wüssten wenig von der Problematik - deshalb hätte ein Ehepaar in Meddersheim ein Haus gekauft, wo es bedeutend ruhiger zugeht, informierte Werner Weingarth. Für kaputte Fliesen gebe es Beweise, dass sie nicht durch Frost, sondern mutwillig mit Sandsteinen kaputtgeklopft wurden. Den Ortstermin forderten Anwohner

„Ist der Marumpark rechtsfreier Raum und warum?“, fragte Anke Schumann (CDU). „Videoüberwachung zum Schutz des Eigentums“ forderte Matthias Bregenzer (SPD) und warum wird „vom Ordnungsamt zu wenig kontrolliert“, wollte Barbara Lehne` von den Grünen wissen. Der Marumpark sei einst ein wunderschön-gepflegter Park gewesen, auf den die halbe Stadt ein Auge warf. „Hier traut sich niemand allein her – auch das Ordnungsamt wolle man hier abends allein nicht hinschicken“, war von Stadtratsmitgliedern zu hören und von Angst die Rede. Eineinhalb Stellen beim Ordnungsamt für Stadt und VG sei ein Witz – aber „wenn tagsüber ein Auto fünf Minuten im Parkverbot steht, ist eine Strafe fällig und nachts passiert nichts?“, echauffierten sich mehrere Ausschussmitglieder und forderten stringent die Einhaltung von klaren Regeln, von Recht und Gesetz, auch für ausländische Bürger. Dies sei eine äußerst schwierige Aufgabe auch für Streetworker, ein heißes politisch-gesellschaftliches Problem, weil „überall in den Städten sich Teile der Gesellschaft immer mehr entziehen“, erzählte Ron Budschat (CDU) aus eigener Erfahrung. „Video-Überwachung im Marumpark kostet Geld - und ist als nächstes die Überwachung der Tiefgarage dran?“, hakte Matthias Bregenzer nach. „Nicht alles schlecht reden, die Presse schreibt fleißig mit“, dachte Stadtverbandschef Thomas Neumann (SPD) laut nach, nur weil der Pressevertreter das öffentlich Gesagte notierte. Hallo, gehts noch?

„Wir dürfen alle schönen Plätze nicht brach liegen lassen, nur weil es am Ende irgendjemand mutwillig zerstört – wir sind Kur- und Badestadt“, forderte Rechtsanwältin Anke Schumann mit aller Macht und über Parteigrenzen hinweg insgesamt tätig zu werden und die Bevölkerung über „Aktive Stadt“ oder „Ich bin dabei“ viel stärker einzubinden.

Der Ausschuss beschloss im Rathaus, ein Aufenthaltsverbot von privaten Personen und Gruppen nach 22 Uhr (vorher 23 Uhr), was im Marumpark auch für Musikinstrumente und elektrisch-akustische Geräte gilt. Weiteres Thema waren Zigarettenkippen, Mülleimer, Tretminen und Co. Hier habe der Bauhof mit 800 Tüten die vorgesehenen Behältnisse aufgefüllt, die nach zwei Tagen alle leer waren.


Infrastrukturausschuss:

Ortstermin im Marumpark

wird täglich genutzt für Tanz und Gymnastik

Hier: Singen im Marumpark 2018