Meddersheim: Ex-Pilot & Kommodore Hans-Peter Koch feiert 80.

Kategorie: VG Sobernheim, Bad Sobernheim, Meddersheim, Lokale News an Nahe und Glan, Leute nebenan, Personenportrait, Einst & Heute

 

LachendFotos unten/textende-anklicken - Bad Sobernheim. An seinem 80.Geburtstag ist der frühere Pilot und Geschwader-Kommodore Oberst a.D. Hans-Peter Koch an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt. Der Meddersheimer feierte in der Halle 6 auf dem Dörndich, da, wo einst die Bundeswehr-Fahrschule stationiert war, und wo dank der Bad Sobernheimer Ärztin Dr. Helge Dhonau-Hermberg der Bau vor dem Verfall bewahrt wurde und wo ab Januar 2019 von der ökumenischen Sozialstation eine Ganztags-Betreuung für Demenzkranke eingerichtet wird.

„Eine wirklich tolle Sache für alle Pflegenden - brausender Beifall der Anwesenden“, las der Jubilar scherzhaft vor und bekam den Applaus auch, womit bewiesen ist, dass der 80-jährige geistig sehr rege und topfit ist und noch immer wie in seiner aktiven Dienstzeit das Heft des Handelns in Händen hält. Innige Umarmungen, eine herzliche Gratulationscour mit Blumen und Geschenken zeugten von einer besonderen Wertschätzung für das Geburtstagskind. Entsprechend lang war die Gästeliste – „vor Ihnen steht ein sehr glücklicher und zufriedener 80-Jähriger“, begrüßte Hans-Peter Koch, Vater zweier Söhne und sechs Enkelkinder.

Mittendrin Hanns Kirchhof aus Waldböckelheim, einst Zivilfotograf am Standort Pferdsfeld, zahlreiche Alt-OB´s, Nachbarn und Freunde, die beiden Stadtbürgermeister Michael Greiner und Kirns Ehrenbürger Fritz Wagner mit seiner Frau Ute. Ebenso der frühere Heeresverbindungsoffizier Tilo Krauß, Weggefährte und zehn Jahre lang Meddersheimer Ortsbürgermeister sowie dessen Nachfolgerin Renate Weingarth-Schenk; - der Gastgeber rief ihnen eine Hommage auf seine Wohngemeinde zu.

„Jedes Mal wenn wir von Steinhardt kommend dieses weite Tal sahen, ging uns das Herz auf“, sagte Koch im Gespräch mit unserer Zeitung, und weiter: „Ich habe in meinem ganzen Leben unheimliches Glück gehabt und nur mit positiven Menschen zusammenarbeiten dürfen. Das war ein Segen“. Seit 66 Jahren kennt er seine Frau Monika, die für ihn „fester Anker und Heimathafen“ war, die quasi als Alleinerziehende seinen beruflichen Werdegang mit über 3.500 Flugstunden in über 30 Jahren Wehrfliegerei ermöglichte, zudem 13 Umzüge meisterte – ihr dankte der Jubilar persönlich und tief bewegt. Monika Koch hat ein Faible für Kunst und die Malerei, hat sich über Jahrzehnte künstlerisch kreativ weitergebildet und gehörte der hiesigen Künstlergruppe „Maximus“ an.

Nach seiner Pension im Ruhestand zum Jahresende 1996 habe er etwas der Gesellschaft zurückgeben wollen. Hans-Peter Koch engagiert sich bei den Ehemaligen Geschwader-Angehörigen, die sich im Dezember 1994 gründeten, und seitdem die Patenschaft für das Haus Dierbach im Freilichtmuseum übernahmen, sowie im Museums-Freundeskreis: „Kümmert euch um dieses Kleinod, es ist aller Ehren und Mühen wert“, rief er mahnend seinen Gästen zu.

Noch einmal wurden Kindheitserinnerungen, eine gute Schulausbildung mit Abitur und gelebte Jahre lebendig, die ihn menschlich prägten, seit er in Bad Pyrmont als Kind mit weiteren drei Personen einem Tieffliegerangriff heil entkam und die tödlichen Garben links und rechts einschlugen. Koch erzählte aus seiner Zeit als „W 18-er Panzergrenadier-Mot“ und wie er erstmals in Fürstenfeldbruck in ein Kampfjet-Cockpit stieg und sich um zwei Analphabeten-Kameraden kümmerte. Solche Aufgaben und die Menschenführung hätten seine Lebensphilosophie „Zuhören. Entscheiden. Handeln und Machen“ geprägt. Umschulungen auf verschiedene Waffensysteme und Kampfjets, die G 91, die HFB 320, den Phantom Aufklärer RF 4F führten ihn in die USA und ins europäische Ausland. Fotos dokumentierten seinen letzten Flug am 20. September 1994 auf Sardinien und Korsika, wo er seine Maschine küsst. „Ich habe diese Jahrzehnte genossen“, klang viel Dankbarkeit mit. Bevor Hans-Peter Koch als einer der dienstältesten Geschwader-Kommodores auf dem Fliegerhorst Pferdsfeld vom 1. April 1985 bis 11. Oktober 1990 seinen Dienst versah, war er zuvor hier zweieinhalb Jahre Staffelkapitän. Sein Vorgänger hieß Georg Müller, sein Nachfolger war der Bad Sobernheimer Willi Scheer. „Koch war sehr präzise, korrekt, und legte viel Wert auf die Kameradschaft“, erinnerte sich Kamerad Peter Öhler – und die Meddersheimer Ortsbürgermeisterin Renate Weingarth-Schenk habe ihn als „sehr engagierten und interessierten Bürger“ schätzen gelernt.

Seit fünf Jahren kümmert sich der Verein der Ehemaligen Bundeswehrsoldaten am Standort Bad Sobernheim um Oberst a.D. Jürgen Reinhard (Monzingen), Peter Öhler (Oberstabsfeldwebel a.D.) und Horst Halbig (Stabsfeldwebel a.D., beide aus Bad Sobernheim) sowie Hans-Peter Koch für die Aktion „Hilfe für Bundeswehrkinder in Not“ und sind erste Repräsentanten dieses Netzwerkes. Beim jüngsten Haxenessen kamen 500 Euro zusammen – und an seinem 80.ten bat Hans-Peter Koch ebenfalls um eine Spende für Bundeswehrkinder in Not.

>>>Das Spendenkonto bei der Sparkasse Rhein-Nahe unter dem Kennwort „Bw-Kinder in Not“, Kontonummer: DE 54 56050180 0010150100


Herzlichen Glückwunsch!

Monika +H.P. Koch

mit Familie beim 80.ten

Rückblick zu Pferdsfeld