Merxheim powert! Neue OD-L232 in der Mache + 80 Bauplätze

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Fotos Textende UNTEN anklicken - Merxheim. Fast 100 Bürger kamen zur Einwohnerversammlung in die Mehrzweckhalle, wo Ortsbürgermeister Egon Eckhardt, Werner Giloy vom gleichnamigen Ingenieur-Büro Giloy & Löser und der Fachgruppenleiter beim LBM Bad Kreuznach, Thomas Wagner, den aktuellen Planungsstand des Ausbaus der L 232 Ortsdurchfahrt („OD“) detailliert auf über 900 Meter Länge erörterten. Aufgrund der beengten Verhältnisse gab es zahlreiche Nachfragen und gravierende Änderungswünsche bis hin zur Verlegung des Bürgersteiges in der Hauptstraße auf die gegenüberliegende Straßenseite, was eine Nachbetrachtung mit zur Folge hat. Außerdem sind im Ort 80 Bauplätze "Vor der Burg" in drei Abschnitten geplant und in der Mache.

Bei der überaus harmonischen und konstruktiven Bürgerversammlung aller Beteiligten waren die Belastung des Durchgangs- und Schwerlastverkehrs in der engen Ortslage und die Raserei eines der Hauptthemen. Diplom-Ingenieur Werner Giloy informierte über eine Verkehrsschau in der Zeit vom 28. April bis 10. Mai 2016. Bis 98 Prozent fuhren in der Tempo-30 Zone am westlichen Ortseingang, Kita, zu schnell, teils mit 88 bis 93 km/H.

Giloy kennt Merxheim als Planer aus dem Effeff, und er stellte nach erfolgten Ortsbegehungen seit 31. Januar 2018 den Ist-Bestand, das Ausbauziel und die Entwurfsplanung für mehr Sicherheit für Fußgänger, Radfahrer und Mobilitätsbehinderte sowie drei barrierefrei ausgebaute, teils verlegte Bushaltestellen nach einheitlichen Landesvorgaben vor. Eltern fragten nach Unterständen für die Kinder; - man lasse die Schüler nicht im Regen stehen, versprach Egon Eckhardt.

Im Querschnitt waren Querungen schematisch dargestellt. Der Straßenausbau soll mit Asphaltdecke, die Gehwege gepflastert und durchgängig mit geplanten Rundborden erfolgen - Fotos vom Bad Sobernheimer Rossmarkt am Fachmarktzentrum und der Einmündung Großstraße/Ringstraße an der Kanzlei Barthel dienten als Anschauungsmuster. In jedem Fall werde durch einen größeren Kurvenradius oder veränderte Sichtachsen und verkehrsberuhigende Maßnahmen nicht nur an der Bachstraße/Restaurant Zur Pfalz, sondern im ganzen Ort mehr Verkehrssicherheit erreicht, sagte Werner Giloy. Grunderwerb von privat sei nicht vorgesehen.

„Alle Hausaufgaben vor Ort erledigen – schnell Baurecht schaffen und in der Warteschleife Gewehr bei Fuß stehen“ war Tenor aller Beteiligten. Denn wenn eine andere Baumaßnahme stagniere, könne Merxheim bevorzugt werden, sagte Thomas Wagner vom LBM: „Die OD L232 ist im Investitionsplan des Landesstraßen- Doppelhaushalts 2019/2020 jedoch noch nicht verankert“, teilte er mit. Er nannte einen Kostenansatz von 1, 603 Millionen Euro Brutto-Gesamtsumme. Mit Grundstücksankauf 934.000 Euro für die Straße, 631.000 Euro für Gehwege. Aber: Dies könnte je nach Unterbau (wie vor zwei Jahren „Unter Rothell“) und wegen der hohen Auslastung der Firmen in der momentanen „Bauhochphase mit hohen Preisen“ nach der Ausschreibung Makulatur sein, bedauerte Thomas Wagner.

Bei den reinen Baukosten von 1,492 Millionen Euro (ohne Grundstücksankauf und Straßenbeleuchtung) trägt der LBM als Baulastträger für das Land den größten Teil: 876.000 Euro.  Der „Gemeindekuchen“ für Gehwege und Straßenbeleuchtung beläuft sich auf 520.000 Euro, plus zehn Prozent (52.000 Euro) für Planung, Verwaltungskosten und Baubetreuung, plus Grundstücksankauf von 38.000 Euro. Von diesen 610.000 Euro seien 50 Prozent auf die Anlieger (in Merxheim: Wiederkehrende Beiträge aller Eigentümer) umzulegen. Von den restlichen 305.000 Euro Gemeindeanteil kann Merxheim je nach Steuerkraft nach dem kommunalen Landesverkehrsfinanzierungsgesetz bis 70 Prozent Zuschuss erhalten – wo letztlich noch 123.000 Euro Kosten „nach heutigen Stand“ verbleiben. Selbstverständlich werden die VG-Werke Kanalisation und Wasser neu verlegen, dies war am Dienstagabend kein Thema.

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Problem sind Raser: „Ich bin froh, wenn Autos an der Apotheke trotz Halteverbot stehen – das bremst den Verkehr, damit man über die Straße gehen kann und außerdem brauchen wir die Apotheke“, echauffierte sich das Merxheimer Urgestein Wilhelm Paulus und forderte lautstark „Blitzer“. Andere Anwohner forderten mehr Platz als nur ein „Schrammbord“, notfalls einspurige Verkehrsführung, andere fragten nach Verkehrsspiegel, Zebrastreifen, und ob überbreite Mähdrescher in der Planung berücksichtigt wurden. „Ja, Wir nehmen die Anregungen mit“, antwortete Ortsbürgermeister Egon Eckhardt wiederholt. „Wohin?“ fragte Herbert Geiß nach, „…- und wie erfahren wir vom Ergebnis?“. Nicht, dass die „Anregungen mitgenommen werden und dann vermutlich ganz unten in der Schublade liegen bleiben“, sagte er sinngemäß. Nein, es werde eine weitere Einwohnerversammlung zum Thema geben, versprach Egon Eckhardt.