NEUES auf Schloss Wartenstein - Hochzeitsbaum-Prachtexemplar gepfanzt!

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Schloss Wartenstein. Im hinteren Bereich auf Schloß Wartenstein, da, wo einst eine mächtige und uralte Rosskastanie das Zeitliche segnete, wurde Mitte der Woche feierlich ein 18 bis 20 Jahre alter „Hochzeitsbaum“ als ein eher seltenes Prachtexemplar gepflanzt. Der verblichenen Rosskastanie widmetet der Oberhauser Autor Wolfgang Scherer quasi wie an einem „Marterpfahl“ eine Ahnentafel an der Brüstungsmauer, die einen Blick weit ins Hahnenbachtal freigibt.

Der illustren Runde war das große Gedröhns der Pflanzaktion wohl bekannt und bewusst: Hier auf Schloss Wartenstein, auf geweihtem und gewidmetem Boden, werde ein großer Burgen- oder Felsenahorn, eine Kastanie, die symbolisch für Verliebte und Vermählte steht und auch als Hochzeitsbaum weitbekannt ist, als ein Zukunftsbaum für Generationen gepflanzt.

Die Bedeutung und Tragweite war allen bewusst. Botanisch aufgrund seines französischen Ursprungs heißt er „Acer monspessulanum“ – abgeleitet von Montpellier, wo er entdeckt wurde und von Imkern gepflanzt, gehegt und gepflegt wurde, berichtete die studierte Diplom-Geografin und gelernte Gärtnerin mit dem sprichwörtlich-grünen Daumen, Mona Sesterhenn. Der Felsenahorn werde jetzt in Ruhe „einwurzeln“: - das schützende Juteband auf der Rinde wirkt gegen Verdunstung oder Sonnenbrand; - 46 bis 48 Grad Außentemperatur kann er maximal vertragen. Sollten aber die Sommer weiter so heiß und trocken sein, muss der Baum eventuell mit einem Weißanstrich getüncht und mehr gegossen werden. Das Wasser dazu wird aus dem Hahnenbach aufs Schloss gepumpt.

Der Felsenahorn ist also ideal für Schloss Wartenstein mit seiner felsigen und schieferhalteigen Gesteinsader, die an der Oberfläche verläuft und bis in den Taunus reicht. „Er verträgt Hitze und Trockenheit und gehört hier absolut ins Bild. Es ist ein super Nährgehölz für Bienen und Insekten, wirkt dem Insektensterben entgegen. Er wird vom Naturschutz favorisiert und fühlt sich  ausnahmslos nur in so wärmeliebenden Flusstälern wie im Nahetal wohl“, sagt die auf dem Bauamt der VG Kirner Land tätige und für Umwelt, Naturschutz und Dorferneuerung zuständige Expertin Mona Sesterhenn – das Ensemble wird noch einen exquisiten Torbogen erhalten, wo Vermählte hindurchschreiten können. Überhaupt gibt es weit und breit keinen schöneren und geschichtsträchtigeren Trauungsort wie Schloss Wartenstein mit seiner virtuell-authentischen Erlebniswelt Wald und Natur, dem Kavaliershaus und einem atemberaubenden Blick über Stein-Kallenfels, Kirn, die Kyrburg bis hinauf aufs Loh, waren sich die Baumpflanzpaten einig.

Corona bremste auch die Eheschließungen – aber in den Gebietskörperschaften kreisweit ist das Kirner Land mit 85 Hochzeiten ganz gut dabei, informierte die Standesbeamtin Jolanta Werle auf Nachfrage unserer Zeitung. Mit von der Partie waren die beiden Liquidatoren vom Förderverein Schloss Wartenstein, der frühere Hahnenbacher Ortsbürgermeister Erich Schmäler und als Stellvertreter VG-Bürgermeister Thomas Jung. Die Auflösung war notwendig geworden und im Nachhinein die beste Lösung, wie es Erich Schmäler formulierte und einen Grund nannte, weil alle Zeichnungs- und Vertretungsberechtigte wie Günter Schwenk, Walter Ulrich und Werner Müller verstarben, und letztendlich niemand Zugriff auf die Mittel hatte. Der Förderverein Schloß Wartenstein befindet sich in der einjährigen Ruhephase seiner Liquidation und zählt 150 Mitglieder, Institutionen oder Körperschaften und hat finanzielle Mittel von über 26.000 Euro, die dem Schloss Wartenstein zugutekommen sollen und verausgabt werden können, wie jetzt beispielsweise für einen Hochzeitsbaum, sagte Thomas Jung, der die Fachkompetenz seine Mitarbeiter ausdrücklich lobte. Und wer weiß, wer alles diesen zauberhaften Ort für ihre Trauung auswählen, jedenfalls blickten die „Baumpflanzer“ schon in die Zukunft und nannten Namen….

Zum Foto: VG-Bürgermeister Thomas Jung (von links), vom Bauhof Sebastian Kilian, Standesbeamtin Jolanta Werle, Erich Schmäler, Manfred Schumacher und Mona Sesterhenn (Bauhof) spuckten kräftig in die Hände: Solch ein prächtiges Exemplar eines so genannten Hochzeitsbaumes pflanzt man nicht alle Tage.