NEU: Gerhard Engbarth: Sein Leben ist ein Blaues Buch mit Eselsohren

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mach FotoKlick am Textende: Bad Sobernheim. Für Gerhard Engbarth ist sein reiches Kunstschaffendes Leben in der Retrospektive ein „Blaues Buch mit Eselsohren“. Fiktiv begab sich der 70-jährige Autor in eine Pension des Glücks, wo er seinem Gemüt und der „Seelenwetterlage“ freien Lauf ließ. Dabei hangelte er sich mit viel Verve von der einen Episode zur nächsten und machte auf die einfachen und schönen Dinge aufmerksam. Im tiefsten Innern entdeckte Gerhard Engbarth dabei zufrieden das Engbarth´sche Gesetz, was die Erlebnisreise durch Glücks- und Gänsehautgefühle noch aufwertete - es besagt: "Jeden Morgen beim Erwachen genieße ich das erhabene Vergnügen, Gerhard Engbarth zu sein!"

Im einleitenden Prolog weckt der Autor spitzbübisch aus seinem reichen Lebensfundus Interesse und Begeisterung am Schmökern und fragt: „Hat Ihnen schon einmal jemand einen Tausendmarkschein Trinkgeld in die Hand gedrückt?“. Oder: „Sind sie schon einmal auf der falschen Beerdigung gewesen?“. Beides hat er erlebt. Augenzwinkernd, zuweilen bittersüß-selbstironisch und mit einer besonderen Wachheit für außergewöhnliche Begegnungen fokussiert er „News und Storys“ aus dem Alltagstrott. „Ich sehe im Alltag einen Lehrer, der uns rund um die Uhr zur Verfügung steht“, bekräftigt der bekannte Mundartpoet Engbarth. Niemand arbeitet konsequenter und effizienter „und das müssen Sie mir nicht unbesehen glauben“, denkt er laut nach. Überhaupt: Nebensächliches avanciert zum Wesentlichen; - der durch alle Facetten des Lebens gereifte Bluesikant steht im Zenit seines künstlerischen Schaffens. Es sind die wahren und unterhaltsamen Erlebnisse, die er mit Tiefgang erzählt; - von Konzertveranstalter Fritz Rau, Nurettin Durmus, Manfred und Wilma Hoffmann oder Hans und Lena Markwart, die aufeinander aufpassen. Das pulsierende Leben mit all seinen Marotten, was das Leben lebenswert macht, und wie wichtig ihm Freundschaften waren und sind. Dies lässt er Revue passieren.

Ein Viertel seines Lebens, fast 18 Jahre lang, war er „Roadie“, so genannter Tourneebeleiter, „Roadmanager“: Viel Stolz und glänzende Augen schwingen in diesen lebensprägenden Jahren mit weltbekannten Musikern mit. Etwa als er 1986 mit Louisiana Red, mit richtigen Namen Iverson Minter, zehn Wochen lang 70 mal miteinander frühstücken, Koffer packen, Tourbus laden und in dieser Zeit tausende Kilometer zurücklegte. Von Louisiana Red erhielt er einen 1000 D-Mark Schein als Trinkgeld, den sich der farbige Künstler von seinen Gagen abknauserte und in seinem linken Schuh, Größe 48, versteckte, damit es seine sparsame Ehefrau Dora nicht merken sollte, und er das Geld i h m, Gerhard Engbarth, als Gratifikation schenkte. Louisiana Red gastierte mehrfach auf der Kyrburg in Kirn. Es sind jene Dutzende aufeinander angewiesenen „Bedarfsgemeinschaften“, die sich wie ein roter Faden durch das 184-seitige Taschenbuch mit kartoniertem Einband und in Hochdeutsch ziehen.

Die Wege des diese Zeilen schreibenden Autors mit dem Bad Sobernheimer Gerhard Engbarth aus der Friedhofsallee kreuzten sich relativ früh. Der Fleischermeister übernahm am 2. Dezember 1979 in der Meddersheimer Naheweinstraße 41 die Metzgerei von Karl Gilcher. Die Registrierkasse verkaufte ihm Gerhard Engbarth und sein CEO Werkstattleiter Günter Brambier. Zehn Monate zuvor, im Februar 1979 starb nämlich der Vater von Gerhard Engbarth – und der Sohn führte mit seiner Mutter Hilde den Büromaschinenbetrieb mit Günter Brambier weiter. Engbarth begann Medizin zu studieren, aber das Skalpell und das „metzeln“ war nicht sein Ding. Er ist zeitlebens Künstler, Lebenskünstler im positiven Sinne, und so trat er als Mundart-Autor, Musiker und Bluesikant, weit über die Region hinaus als Alleinunterhalter und heiterer Geschichtenerzähler, auch vor Meddersheimer Kindern, beim Weihnachtsbasar am alten Rathaus mitten im Ort, in Aktion.

Mittlerweile sind 151 Kolumnen von ihm in der Allgemeinen Zeitung (AZ) und weitere 467 Kolumnen im Öffentlichen Anzeiger erschienen; - bis zum 14. Januar 2021 hat er exakt 618 Werke in Tageszeitungen veröffentlicht. Außerdem hat sein Format „Sobernheimer Runde“ im fortlaufenden Verzeichnis 119 Gesprächspartner erlebt, darunter Konzertveranstalter Fritz Rau, Julia Klöckner und Malu Dreyer, Rose Götte und Kurt Beck, sowie das am 17. Januar 2021 seinen 87. Geburtstag feiernden Bad Sobernheimer Winzer-Urgestein Karlheinz Schneider. Beispielsweise. Gerhard Engbarth selbst war 100.ter Gast.

In seinem neuen Buch mit dem Titel „Der Frosch und die Blumen der Hoffnung“ verarbeitet der Autor und Kolumnist die schwierige Corona-Zeit. Schauplätze: Das felkestädtische Gottesbrünnlein im Nachtigallental nahe der Asklepios-Klinik, das Freilichtmuseum und der Marumpark standen Pate.

>>>Das Leben ist ein Blaues Buch mit Eselsohren“ von Gerhard Engbarth kostet 11.99 Euro – ISBN 978-3-7526-3131-9 oder Telefon 06751 1374.


Gerhard Engbarth mit seinem neuen Buch

Nov.2014 Hochstädten Haus Horbach: Proppenvoll

In der Sobernheimer Runde mit J.K.