Monzingen. Im Haus am Bibelgarten an der Martinskirche trafen sich unter Ortschef Klaus Stein (oben) der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Bauausschuss zu einer denkwürdigen Sitzung, wo es konkret um die mittelfristige Finanzplanung und um zwingende Investitionen ging. Wie geht es weiter mit der leer stehenden Festhalle, die jährlich 10.000 Euro kostet? Warum hapert es mit einer Machbarkeitsstudie über das an den 17 April 2023 von der Kirchengemeinde erworbene Gemeindehaus, wo im April 2025 die Kreisverwaltung mit einem Nutzungsverbot die Tür zusperrte?

Eingangs der Sitzung gaben Harald Müller und Jörg Möllenkamp vom Projektierer „EDF power solutions“ ein Update mit einem „Zeitstrahl“ über die weitere Realisierung der 24 Hektar geplanten Freiflächen-PV Anlage „Auf der Haardt/Am Schulwald“. Neben den politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen kamen die Verzögerung bei der Umsetzung, unklare Vertragsbedingungen und die am 17 Juli veröffentlichen EU-Pläne zur Elektrifizierung sowie die Batteriespeicher samt Netzausbauziele zur Sprache. Positiv ist, dass das Areal bis ans E-Werk an der L 229 Richtung Langenthal reicht und eine 110 KV Trasse das Areal tangiert. RWE habe eine „temporäre Netzreservierung“ in Aussicht gestellt. „Fix“ und in trockenen Tüchern sei die Fläche bis dato längst nicht, Enviro-Plan plant. Die entscheidende Gretchenfrage für Monzingen beantworteten die Repräsentanten bei einem Jahresertrag von 31 GWh mit etwa 60.000 Euro jährlich, frühestens ab 2029.

Sonja Grasmück, Finanzsachbearbeiterin der VG Nahe-Glan, redete zum laufenden Haushalt Tacheles: „Die Einnahmen reichen zur Deckung der Ausgaben nicht“. Zum Stichtag 30. Juni 2026 betrage das Defizit 409.000 Euro – zum Jahresende könne der Fehlbetrag auf 482.000 Euro steigen. Bei der Gewerbesteuer fehlten bis 200.000 Euro. Dem Doppelhaushalt 2026/´27 habe die Kommunalaufsicht nur unter der Prämisse eines Kassenbestandes i.H.v. 635.000 Euro bei der VG zugestimmt, was sich bis zum Jahresende 2026 auf 153.000 Euro verschlechterte. Ab 2028 bestehe Handlungsbedarf in Form einer Steuererhöhung; – die Anhebung der Grundsteuer B von 465 auf 500 Prozent könnte bis 20.000 Euro Mehreinnahmen bringen. Zudem ist mittelfristig die finanzielle Belastung für den Kita Neubau einzupreisen. Vor diesem Hintergrund musste das äußerst konstruktiv agierende Gremium Prioritäten setzen und beschloss nach Erläuterung von VG-Sachbearbeiterin Renate Scheffold eine „kleine Sanierung“ (Elektroarbeiten, Brandschutz und Toiletten) am ev. Gemeindehaus (Foto unten), damit Ende des Jahres eine Betriebserlaubnis erteilt werde und ein Versammlungsort für alle Bürger zur Verfügung stehe. Bis 60.000 Euro Kosten wurden dafür genannt, die laut Sonja Grasmück über einen Nachtragshaushalt abgebildet werden könnte.

„Die Festhalle abreißen, für einen Festplatz einebnen“, schlug Elmar Schauß vor; – dafür stünden aus einem Schadensfall über 50.000 Euro zur Verfügung. Frühere Kostenschätzungen über eine energetische Sanierung beliefen sich auf 900.000 Euro. Bernd Hey.

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