Zum Foto oben: Wahlkreisabgeordneter Markus Stein (von links), SPD-Stadtverbandschef Christian Keiper, Sonja Bräuer vom Gemeindeverband Nahe-Glan, Staatssekretär Dr. Denis Alt und VG-Bürgermeister Uwe Engelmann (rechts) gedachten allesamt beim Neujahrsempfang im Bürgerhaus „Alte Grundschule“ dem verstorbenen Kreisvorsitzenden Michael Simon: „Ein Kümmerer fehlt“.
Bad Sobernheim. Der Neujahrsempfang vom SPD Stadtverband und dem Gemeindeverband Nahe-Glan wurde zum zentralen Gedenken des SPD Landtagsabgeordneten und Kreisvorsitzenden Michael Simon, der 54-jährig plötzlich und unerwartet am 31.Dezember verstarb. Die beiden Vorsitzenden Christian Keiper (Stadtverband) und Sonja Bräuer gedachten ihm, sie seien in tiefer Trauer um einen liebenswerten Menschen und fleißigen Kümmerer: Michael Simon habe für Zusammenhalt und Gerechtigkeit, Freiheit und Toleranz, aber auch für die Wahrung der Grundrechte, Achtsamkeit, Respekt und Menschenwürde gelebt. „Er wählte den Begriff der Solidarität, der unser Handeln über Parteigrenzen hinweg leiten sollte“, erinnerte Sonja Bräuer.

SPD-Fraktionschef Christian Keiper ließ prägnant „ein komplexes, in vielen Bereichen spannungsgeladenes Jahr“ für die Felkestadt Revue passieren. Heimatmuseum, Gymnasialstraße, das Haus Bregenzer und die Herzensangelegenheit „Freizeitpark Ost“ standen auf der Agenda. „Auf Löhborn“ könne künftig Bauland erschlossen werden. Die Zusammenarbeit aller Ratsfraktionen bezeichnete Keiper als konstruktiv und vorbildlich; – dafür dankte er ausdrücklich. Ohne den Stadtbürgermeister namentlich zu nennen vermutete er, dieser habe einen Exkurs im Sozialkundeunterricht, 8. Klasse, versäumt. Dessen Handeln sei geprägt von Alleingängen, der Nichtumsetzung von Beschlüssen, wenn eigene Interessen tangiert werden. Besprochenes werde nach eigenem Gusto verändert, uminterpretiert oder ignoriert. Eine weitere Unart sei sein Hang, Facebook als Plattform für seine populistischen Botschaften zu nutzen: „Konstruktive, zukunftsgerichtete und menschenorientierte Politik findet im parlamentarischen Prozess, nicht auf Social Media statt“, rief Keiper unter lautem Beifall aus. Die Familie Bregenzer unterhielt musikalisch, Petra Scheidtweiler sammelte für das Dreikönigstreffen.
Der Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung und SPD VG-Fraktionschef, Denis Alt, sah die anwesende Presse „sehr gern“. Mit MP Alexander Schweitzer an der Spitze mache es Lust, Wahlkampf zu machen. Er hielt in einem Impulsvortrag ein flammendes Plädoyer für ein starkes Europa, für Frieden und Freiheit gegen Hass und Hetze und demokratiezersetzende Elemente, etwa die anonym-generierten KI Fakes in sozialen Netzwerken.
„Die Welt scheint chaotisch und verrückt“ – VG-Bürgermeister Uwe Engelmann spannte den globalen Bogen bis in die Schweizer Katastrophe und den Stromausfall in Berlin, bevor er auf zwei Din-A-4-Seiten das Tagesgeschäft an Nahe und Glan und den neuen Tourismusverband Hunsrück Nahe bilanzierte und die vier Millionen Euro Fördergelder nicht vergas. Für das Kehl-Hotel auf dem Kesselschen-Gelände, dem Freizeitpark Quellenpavillon und das Freilichtmuseum, wo das Land seine Mittel verdoppelte, dankte er ausdrücklich unter Applaus dem Ex Stadtchef Michael Greiner. „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir hier an Nahe und Glan im Paradies leben“, rief Engelmann voller Optimismus und Zuversicht aus.

