Region. Nahe/Glan. An der 3D-Simulation des Landes im Internet kommt man in diesen Tagen nicht herum, das Interesse an dieser Visualisierung ist riesengroß. Mit dem HydroZwilling steht in RLP ein neues, innovatives Modellierungs-System zur Verfügung, mit dem sich die konkreten Auswirkungen von Sturzfluten, Starkregen und Flusshochwasser am Computer simulieren und anschaulich dreidimensional ansehen lassen. Das neue Online-Portal „HydroZwilling“ soll sensibilisieren und reelle Gefahren abbilden. Dabei handelt es sich um ein digitales 3D-Modell, das auf Geo-und Geländedaten und bisherigen Erkenntnissen basiert und simuliert, wie sich Starkregen, Sturzfluten und Wassermassen im Ernstfall ausbreiten. Bürgerinnen und Bürger können ihre Adresse eingeben und verschiedene Regenstärken einstellen. Am 6. Februar 2026 um 8 Uhr war das Interesse so groß, dass die Warteliste länger als zwei Stunden dauerte und eine Warteschleife mit über 150 Anmeldungen vorlagen. Das Programm zeigt dann, wo Wasser in verschiedenen Szenerien fließt und abfließt, sich staut oder in Gebäude eindringt.

 www.heylive.de begleitete in den zurückliegenden zehn Jahren Dutzende Bürgerversammlungen. Überall dasselbe Bild: Bürger fragten ahnungslos & teils vorwurfsvoll in allen Orten „…wann kimmt die Gemein` und macht was– eich kriehe Wasser“. Lapidare Antwort der Experten vor Ort: „Eigentum verpflichtet!“ Jeder ist selbst seines Glückes Schmied und muss für sich und seine Sicherheit sorgen und Vorsorge treffen. Diesbezüglich überall das gleiche Bild. Entlang der Bäche Holzstapel, Gerümpel und alles was dort nicht hingehört. Und wenn Straßen zu Wasser-Autobahnen werden, sind ruckzuck erdgleiche Höfe und kaputte Kellerfenster geflutet. In Lauschied beispielsweise sind die am höchsten liegenden Häuser am meisten gefährdet weil sie von den Äckern Schlammlawinen bekommen. In Meddersheim steht in alten Kladden geschrieben, dass „aus Kirschroth sechs Stück Vieh im Altenberger Bach bis hinter Sobernheim abtrieben und zu Tode kamen…“. So hat jeder Ort ganz spezielle, neuralgische Stellen – Meddersheim hat Richtung Kirschroth fünf Hektar Land gekauft, will 2026 den Altenberger Bach mäandern, außerdem bestehen mehrere große Regenrückhaltebecken – Kosten im Rahmen „Aktion BLAU“ 300.000 Euro! Auf den 3-D-Animationen ist jedenfalls das NBG mit 39 Plätzen „Am Klastein“ sicher, wenn kein Rückstau kommt…. aber der Ortskern, Kirschrother Straße/Hintergasse ist tiefrot!

Eine emotional-ergreifende Begehung „Hochwasser- und Starkregen-Schutzkonzept“ fand in Otzweiler (Foto OBEN) kurz nach der Ahrflut (14.auf den 15. Juli 2021) und dem Sturmtief „Bernd“ drei Tage später am 17.Juli 2021 statt, wo sich viele Wehrleute aus der Region zum erschreckenden Super-Gau ins Ahrtal zu der Jahrtausendflut aufmachten und zu Hilfeleistungen verabschiedeten. Noch etwas: In Otzweiler herrschte des Öfteren strahlender + trügerischer Sonnenschein, als auf dem Truppenübungsplatz Baumholder ein Wolkenbruch niederging und wie aus heiterem Himmel den Großbach in Sien, Otzweiler und Becherbach in Höhe der Tenne und „Im Rödel“ überflutete. Und noch etwas: Wäre die Ahrtal Flut keine 80 Kilometer südlich auf der Hunsrück- Wasserscheide niedergegangen, hätte die Katastrophe das Kirner Land, Fischbach, Hahnenbach, Kellenbach und die Nahe erreicht und getroffen…. Siehe auch 2 informative www.heylive.de PDF-Dateien über das Hochwasser in Fischbach, 2018 >Textende.

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