Limbach. / Löllbach. Mitte Februar fand auf dem Welschrötherhof der erste Mitmachtag mit Freunden und Netzwerkern vom Achtsamland um Claudia Rhein aus Löllbach statt. Achtsamland steht für einen Ort, wo „einfaches, gutes Leben, echtes Handwerk und Tierwohl im Einklang mit der Natur und der Gemeinschaft“ gepflegt wird.

FOTO oben: Claudia Rhein (mitte) stellt der Achtsamland-Community den laufenden Plan B auf ihrem Anwesen auf dem Welschrötherhof vor. Die in Ludwigshafen gebürtige Claudia Rhein kennt man in Löllbach als jahrzehntelange Betreiberin des alten Ziegenhofes. Sie ist Initiatorin des Netzwerkes „Achtsamland“ und des gemeinnützigen Vereins „Lebe Einfach e.V.“ Vor gut zwei Jahren kaufte Claudia Rhein das 1953 erbaute Anwesen auf dem Welschrötherhof. Hier sollte das erste große ökologische Bildungsprojekt unter dem Überbegriff „Öko 3 Lebenswelt Nahe-Glan“ entstehen, wobei die Zahl 3 für den Gleichklang Ökologie, Ökonomie und Bildung steht. Ziel des Vorhabens unter dem Slogan „ Lebenswurzeln – Kelten & Hildegard als lebendiger Kulturraum“ ist es, die Entwicklung des Welschrötherhofs zu einem dauerhaft nutzbaren, öffentlich-zugänglichen Kultur-, Lern- und Erlebnisort in der LEADER-Region Soonwald-Nahe zu forcieren. Damit verbindet das Projekt quasi zwei bedeutende, regionale Wissens- und Kulturtraditionen eines naturverbundenen Welt- und Pflanzenwissen der Kelten sowie die Lebenslehre und das Heilwissen der Heiligen Hildegard von Bingen.

Geplant waren 16 Wohnungen mit Biogasanlage, Pflanzenkläranlage und Kreislaufhofkäserein samt großem Bildungshaus, wo sich die Bewohner aktiv mit Workshops verwirklichen konnten. Arbeitsintensive Planungen des 4,2 Millionen Euro Projektes waren weit gediehen, wurden in Ämtern, beim Kreis und im Gemeinderat in Limbach präsentiert. Gemeinsam mit dem Umweltcampus wurden 1,2 Millionen Euro Fördergelder beantragt; – Bewohner wie zahlreiche künftige Mitarbeiter bekundeten ihr festes Interesse und waren hellauf begeistert.  Aber alles kam anders: Nachdem der Limbacher Ortsbürgermeister Thorsten Pröschel sein Amt niederlegte, hoffte Claudia Rhein, dass dieses Herzensprojekt trotzdem erfolgreich umgesetzt werde. „Aber dem war nicht so, für den Gemeinderat zu aufwändig – daraufhin bedeutete eine Mail der Kreisverwaltung das Aus“, macht Claudia Rhein aus ihrer „maßlosen Enttäuschung“ keinen Hehl. Gleiches Projekt befindet sich aktuell im Kreis Kaiserslautern in der Planungs- und Projektierungsphase.

FOTO oben: „Lehmpapst“ Waldemar Eider (links) und Claudia Rhein auf dem großen Anwesen auf dem Welschröhterhof, wo ein Kräutergarten nach der Heiligen Hildegard und eine Käserei mit Bioladen entstehen soll

„Ich gebe niemals gute Projekte auf“, erläuterte die 58-jährige Powerfrau mit ganz viel Herzblut und Euphorie den Mitgliedern und Netzwerkern beim Ortsbesuch ihren Plan B: Das eineinhalb geschossige Anwesen ist komplett entkernt, „Lehmpapst“ Waldemar Eider aus Bisterschied lieferte 2 ½ Tonnen Lehm an, damit die Sanierungsarbeiten beginnen können. Mit einem LEADER-Antrag, Sponsoren und Förderern soll ein Kultur- und Lernort entstehen, die regionale Kulturgeschichte und das kulturelle Erbe am Standort als Bildungs- und Kulturort sichtbar und erlebbar werden. Mittlerweile wächst das Netzwerk Achtsamland kontinuierlich bundesweit zu einer großen Community, wertvolle Arbeit leisten vor Ort die beiden 36-und 34-jährigen Töchter von Claudia Rhein, Jerome Rassweiler aus Meisenheim, Projetmanager Mathias Braun oder Alois Schwahn aus Schweinschied. „Jede helfende Hand zählt“, wirbt Claudia Rhein: Die ersten Vorbereitungen im großen Garten und auf der Weide sind in vollem Gange. Schafe werden als Erste einziehen, später folgen Kühe und schon jetzt wachsen Heilpflanzen und Kräuter nach Hildegard von Bingen an; – und natürlich wird auf dem Welschrötherhof zeitnah eine Hofkäserei mit Bioladen entstehen.

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