Droht dem Kirner Krankenhaus in der Jahnstraße 11 das Aus? Waren alle Mühen vergebens? Über 50 Jahre kämpft das Haus mit Förderverein und BI´s „Rettet das Kirner Krankenhaus“ oder „Pro Kirner Krankenhaus“ ums Überleben und liegt auf der Intensivstation, während die Pflegereform hohe Wellen schlägt. Es sieht düster aus: „Das Haus muss bleiben – Kirn ohne Krankenhaus wäre wie eine Stadt ohne Strom, ohne Trinkwasser“, so forderten hunderte Bürger es im Oktober 2019 (Foto oben). Auf weiteren Transparenten stand: „Medizin darf nicht den Gesetzen der Betriebswirtschaft gehorchen“ oder „Krankheit und Pflege sind nicht börsen- und renditefähig“, aber längst ist das Kind in den Brunnen gefallen. Die Privatisierungs- und Kommerzialisierungspolitik vergangener Jahrzehnte trägt Früchte, das Gürtel-enger-schnallen wird befeuert: Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert. Künftig sollen Krankenkassen entlastet werden, Vergütungsanstiege und die Tarifrefinanzierung begrenzt werden. Pharmaunternehmen sollen höhere Rabatte gewähren, weshalb Böhringer Ingelheim und Eli Lilly/Alzey Investitionen kürzte, mit Stellenabbau im Juni 2026 drohte und für Schlagzeilen sorgt. „Die Kacke ist am dampfen“, von „erschütternd, wütend bis respektlos“ reicht die Empörung querbeet.

Anfang Juni werden der RLP-Gesundheitsminister Clemens Hoch sowie Diakonie-Vorstand Manuel Seidel mehrere E-Mails identischen Inhalts aus dem Kirner Land mit Forderung nach einer 24/7-Notfall- Krankenhausversorgung im Sinne eines integrierten Versorgungszentrums (INZ) aus allen Schichten der Bevölkerung erhalten: „Sie verkörpern einen Mittelzentrumbereich mit 20.000 Einwohnern – die Menschen stehen dahinter“.
In der Kreisstadt Bad Kreuznach trommelt die Diakonie und stellt seitenweise in Tageszeitungen die Neustrukturierung und Aufwertung ihrer Krankenhäuser Marienwoerth und Diakonie-Krhs. in der Ringstraße vor. Dort wird die „große Bedeutung für die Patienten vor Ort“ propagiert, wann und weshalb man wohin muss, notversorgt wird, und wo einem geholfen wird. Will heißen „seht her, wir haben im Zuge der laufenden Krankenhausreform 64 Leistungsgruppen beantragt und sind für die Zukunft gewappnet“. So weit, so gut. Aber wo bleibt in diesem Kontext der hochsubventionierte Kirner Ableger der Diakonie? Seit über zehn Jahren ist die Rettungswache ungeklärt.

>UNRUHE IM GESUNDHEITSZENTRUM GLANTAL< in Meisenheim brodelt es gewaltig! So berichtet Journalistin Andrea Brand aus Schweinschied auf ihrem Facebook-Blog „Andrea Brand Brandaktuell“: Die Belegschaft fordert endlich Antworten, hinter den Kulissen des Gesundheitszentrum Glantal brodelt es gewaltig. Arbeitsklima, die Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorgaben und Führungsfehlverhalten bis in die AöR-Chefetagen – das Personal habe die Schnauze voll…. Starker Tobak.

Ärzte und Apotheken gehen auf die Straße, schließen Praxen und Läden. Grund: Es gehe nicht um mehr Geld, sondern um weniger für die gleiche Leistung! Der SWR-Videotext meldet am 8. Juni 2026, dass 15 Klinikleiter und mehrere hundert Beschäftigte in Ludwigshafen aus der Praxis und dem Gesundheitswesen gegen das Sparpaket der Bundesregierung, weniger Geld im System und vor Versorgungsnotstände der Patienten warnen: „Wir sparen uns zu Tode“ und „Die Pflege ist nix mehr wert“ sind Kernaussagen des Protestbildes, die der Vorsitzende der Krankenhausgesellschaft Frank Lambert benennt. Der Städtetag, Pflegekammern, Kreise oder Kommunen habe keine Handhabe.

