(Foto oben: Finale). Becherbach bei Kirn. „Die Bagaasch holt mit em Spaade – ihr Kokolores aus em Gaade“ unter diesem Motto liefen fast 100 Akteure bei der 47. Prunksitzung zur Höchstform auf. Fünf Stunden Frohsinn und Heiterkeit vergingen wie im Flug. Mit viel Jugend können die Becherbacher aus einem reichen Fundus und aus dem Vollen schöpfen.

Geistreiche Sketche und grandiose Vorträge mit gepfeffertem Dorfkolorit und graziös anmutende Showtanzformationen voller Pep und Esprit wurden mit Raketen gefeiert. Atemberaubender Opener war die Schöpfungsgeschichte im Garten Eden, hier führte Marika Huck Regie. Ein Augenschmaus mit strahlendem Lächeln war der Gardetanz, wo die Trainerinnen Rebecca Paulus und Regine Jung Großartiges inszenierten. Die Mädels sind auf den Bühnen der Region ein Eyecatcher.

Das legendäre Damen-Doppel-Quartett landete einen Ui-Jui-Jui-Volltreffer: Die acht Öko-Tanten ernteten frenetischen Beifall und rockten die Bühne. Ein gefällter Walnussbaum oder mit Rasenmäher Luftgitarre spielend, warfen sie Obst und Gemüse ins närrische Auditorium und berichteten über Kalamitäten im Garten von Mutter Natur: „Gras rauchend“ boten sie „uffgebauscht und bekifft“ im Stile der 68`-er Hippies eine Persiflage in Zeitlupe und ließen Flower-Power Zeiten in famoser Manier lebendig werden (unten).

In die Sphären von investigativem Journalismus begaben sich Alix Wöllstein, Samira Selzer und Chiara Huck auf den Spuren von Miss Marple, denn an der Kita ragte ein Stiefel aus der Erde und wurde scheinbar eine Leiche verbuddelt…Tatsächlich machte die Bundeswehr übers Jahr den Ortsteil Sachsenhausen links. Was das Trio da kriminalistisch gereimt und witzig pointiert abspulte, war grandios und fesselte die Zuhörer restlos. Chapeau! 

Garanten seit Jahrzehnten sind die Barth´e Buwe: Manfred kam aus Irsch im Saartal und ging mit „Spaade im Becherbacher Gaade“ auf die Pirsch, er sah neuartige Räder mit drei Flügeln „uff Leiswiller“….Bruder Heiko erzählte im Biene Maja Outfit als fleißige Arbeitsbiene „Trienchen“ aus Rolf Müllers Bienenstaat, bis ihr Flug mit vollbepackten Pollenkörbchen auf der Windschutzscheibe jäh endete. Platsch! Saß der geflüchtete Fahrer, Kirner Bier-trinkend im Saal? Jeweils über 20 Minuten TV-reife Bühnengaudi humorvoll-heiter par Exzellent aus dem Stehgreif – Dennis Baus landete einen Gießkannen-Vortrag.

Das Männerballett (oben) überraschte mit Tulpen aus Amsterdam. Belebendes Element ist der Posaunenchor. Alt-Solistin Heilswint Hausmann besang den kleinen grünen Kaktus und weitere Gassenhauer plus der Dorf- Hymne über „Ed scheensde Dorf uff dieser Welt..“ – Becherbach natürlich. Und im Finale sangen alle lauthals mit -Foto oben-.

Belohnung zollten die Akteure dem seit 2011 amtierenden und scheidenden Ersten Vorsitzenden Andreas Huck. Der Dank an die Helferliste war ellenlang. Als Eva im Garten Eden war Conferencieuse Silke Schätzel Up to Date und ruhender Pol; – zu den illusteren Gästen zählte wie eh und je der 24. und letzte Becherbacher Pfarrer Horst Grothe (2002-2010). Als Hofnarr verkleidet war er aus Jülich angereist und schwärmte: „Ganz großes Kino. Ich erlebte hier die tollsten und intensivsten Jahre meines Lebens“.

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