DIE ZEIT RAST; DAS LETZTE APOLLO-CHOR-KONZERT, Foto oben, Nov. 2023. Meddersheim. Unter der Leitung von Musikdirektor Heinz-Gunther Ackva hatte sich der Apollochor mit Tenor Jürgen Frank und den drei Donnawetter-Powerfrauen Sandra Weiss, Juana Faber und Lisa Zimmermann brillante Solisten in die Martinskirche eingeladen: Apollo sagte bei seinem Abschiedskonzert unter dem Motto „Music speaks“ nach 172 Jahren leise Arrivederchi. Konzertführer war Wolfhart Dhonau. Im Gemeindehaus wurde bei Canape`s, Sekt und Selters Abschied gefeiert; – Spenden kamen den Fördervereinen der Feuerwehr und der Kita „Rasselbande“ zugute.
Es war nicht irgendein Konzert, sondern das Allerletzte und vom Allerfeinsten. Tenor Jürgen Frank mit seinem kraftvollen wie brillantem Gesang („You Raise Me Up“ und in italienischer Sprache das Lied von Sorrent „Torna a Surriento“), erhielt ebenso wie das glänzend aufgelegte Gesangstrio Beifallsstürme und Bravorufe und war ein Hörgenuss. Jürgen Frank hatte über ein Vierteljahrhundert den Meddersheimer Chor und seit 2010 den gleichnamigen Projektchor (Apollo 2010) geleitet. Sein Abschied, die Corona-Pandemie und der Zeitgeist waren Sargnägel. Unfassbar toll waren Schlagercafe´s, unten mit Birgit Auweiler und Tenor Jürgen Frank unter dem Thema: Bella Italia-eine Reise in den Süden…

Die Auflösung war im Vorfeld nicht unumstritten: Die einen sprachen vom „Abgesang“, andere äußerten, „schockiert“ von der Auflösung gewesen zu sein und sahen die Chancen einer möglichen Kooperation bis hin zu einer Fusion mit benachbarten Chören als nur „halbherzig angegangen“. Als ein „Unding“ wollten es viele nicht wahrhaben, wenn solch ein Vorzeigechor, der erste Kulturträger einer großen Weinbaugemeinde, der vor wenigen Jahren noch mit 46 Stimmen auf der Bühne stand und mit einem Essensstand beim Weinfest Gastgeber war, jetzt verstummt und nicht alles versuchte, mit leichterer Chorliteratur wie dem beliebten „Apollo-Schlagercafe`“ diesen Abwärtstrend zu überbrücken. Wie dem auch sei: Die Realität des 1851 als reinem MGV gegründeten Chor mit einem Durchschnittsalter von 72 Jahren mit „nur“ drei Männerstimmen war eine andere, wie der Vorsitzende, Peter „Petrus“ Kulling, bei der Begrüßung zum Abschied bedauernd mitteilte. Mehrfach wurde für den Frieden in der Welt plädiert… „Wunder gescheh´n“ von Nena zählte im Repertoire dazu, die Konzertführer Wolfhart Dhonau mit Worten der Lyrikerin Elli Michler trefflich umschrieb: „Wenn niemand an Wunder glaubt, wird es bald keine mehr geben“. Recht hat er, Dhonau hatte 2001 das 15o. Jubiläum moderiert und er erhält 2026 den Kulturpreis der Stadt Bad Sobernheim „Das goldene Herz“.


