Viele Chöre der Region verstummten in der letzten Dekade. Andere können oder wollen kein Jahreskonzert mehr geben. Vorzeige Chöre wie Vivace Kirn-Sulzbach unter Chorleiter Holger Schön, der CIS-Chor Bad Sobernheim oder die Donnawetter-Powerfrauen um Sandra Weiss (Foto oben) halten zur Freude ihrer Fan-Klientel die Fahne und das wertschätzende und „kulturelle Brauchtum und die Bedeutung der Musik als emotionales, und identitätsstiftendes und universelles Bindeglied der Menschheit samt sozialer Gemeinschaften hoch….(TEXT teils mit KI erstellt :-).    

CD-Aufnahmen, NEUE Lieder vom Naheland oder neue Cover- und Party-Bands sind sehr rar geworden, ganz aus der Mode gekommen. „Früher“ gab es in unserer Region viel mehr handgemachte Musik. In Kirschroth gab es die Wildgrafenbergsänger, in Simmertal die Singphoniker, in Oberhausen Belcanto. In Kirn die legendäre Skiffle-Band, die sich geradezu mit den Bänkelsängern der Kolpingfamilie Kirn auf allerhöchstem Niveau ein tete-a-tete auf Bühnenbretter lieferten. „Sagenhaft“ brachten Peter Nerschbach, Paul Haak, Paul Jung und Klaus Wahl 18 Jahre nach ihrer Gründung 1972 im Jahre 1990 heraus, wo die Sage vom Teufelsfels, vom Dhauner Aff, die Mäd´ von Siemere unner Dhaun (Simmertal), der Anselmo von Odernheim oder Wilhelm zu Heinzenberg und der Schinderhannes humorvoll-charismatisch besungen wurden. „Einen Tag reifer“ nannte der Bad Sobernheimer Liedermacher Helmut Gebhard seinen Tonträger, der Becherbacher Brückenchor, seit Gründung 1982 unter der Leitung von Mechthild Mayer, nahm vor 25 Jahren (2001) die CD „Gott deinen Namen will ich singen“ im Genre geistlicher Chormusik in der Becherbacher Kirche auf. Gefühlt eine Ewigkeit her – Foto unten 2006: Die Singphoniker.

Auf Platz 1 der inoffiziellen youtube-Hitliste steht „Die Lewwerworscht“ und das „Palzlied“ der anonyme Giddarischde – immerhin ist es imposant und erzeugt Gänsehautgefühl, wenn der Betzenberg beim FCK Heimspiel mit fast 50.000 Zuschauern mitsingt. Chapeau!  Hörenswert  auch der „Hiwwe wie Driwwe“ Song oder die 1. FCK Fan-Hymne  „Mir sin Lautre“, auch wenn der Text weniger geistreich ist. „De Sohn vum Karl-Hoinz“ vom Duo Pfalzliebe-Woifeschtkänisch zur Melodie von Sound of Silence zählt dazu. Und wenn die Songs mit den besten Fußballsprüche und Kommentare (auf Youtube:11:41 Min.) gepaart werden, kann man sich verlieren, als das Herz ungefiltert auf der Zunge lag und Highlights aus der Fußballwelt mehr als nur Pausenfüller waren. Übrigens sang „früher“ die DFB-Elf zur WM unvergessene Hits. (Foto unten: Weilerer Giddarischde um Marco Hey mit dem Palzlied).

Das Format „Songs an einem Sommerabend“, beispielsweise der Kumpelhit „Gut wieder hier zu sein“ von Hannes Wader und Konstatin Wecker und mit Reinhard Mey „Es ist an der Zeit“ erinnern an ein zweitägiges Musikfestival auf der Klosterwiese vor dem Kloster Banz in Bad Staffelstein. Von 1987 bis 2016 war es die Bühne deutscher Künstler und Liedermacher, Stars & Sternchen, und entwickelte derart Beliebtheit, dass es eine Renaissance 2018 bis 2025 gab.

Im Kontrast dazu leben heute in KI-Zeiten die 100 besten Protestsongs aller Zeiten wieder auf – sie waren im Kalten Krieg laute und provokante Anti-Kriegs-Lieder und rebellischer Protest sozialer Ungerechtigkeit, oft tiefgründig, melancholisch-anklagend. Es war eben eine andere Zeit, „früher“. Nicht alles war besser, aber eben vieles anders, verbindlicher, geselliger. Und doch scheint die Zeit fast stehengeblieben: Reinhard Mey forderte bereits 1977 „Einen Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars“…

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