Lauschied. (Foto oben: 2024 Bürgerversammlung) Hohe Wellen schlägt das Veto der Bundeswehr gegen vier von sieben geplante Windräder im Windpark Abtweiler-Lauschied-Raumbach. Im Lauschieder Gemeinderat überbrachten die beiden Projektleiter von Wiwi Consult (Mainz), Jessica Würth aus Alzey und der Meisenheimer Marco Wendel die Hiobsbotschft.
Für den Abtweiler Ortschef Peter Michel ist die Causa „EEG“ Fluch und Segen, das Veto der Bundeswehr doppelt und dreifach ärgerlich: „Meines Wissens fließt dort in der Pipeline in einem stillgelegten Seitenarm kein Kerosin mehr, in Rehborn war gleiche NATO-Pipeline nie Thema“. Die vorgesehene Potentialfläche basiere noch aus der alten VG Meisenheim. Für Projektierer Wiwi Consult aus Mainz mit dem Abtweiler Bub Marco Wendel habe vor zwei Jahren beim Windpark Abtweiler-Lauschied-Raumbach „von Anfang an mit offenen Karten gespielt“, lobte Michel, obwohl die Gemeinde auf der Sonderbaufläche kein Grundstück habe. 200 Grundstückseigentümer aus drei Orten habe man unter einen Hut gebracht, die Abstände zur Bebauung auf 1.100 Meter festgezurrt. Neben einem Solidarpakt der drei Ortsgemeinden habe man darüber hinaus im Vorvertrag sozialverträglich jedem Bürger aus der Verteilmasse über den Stromzähler eine Ermäßigung zugesichert, „jeder Haushalt hätte vom Windpark partizipiert“, unterstrich Michel. Tenor vor zwei Jahren der drei OB´s: „Das Interesse der erneuerbaren Energien und die Wertschöpfungskette muss aus der Region für die Region allen dienen“. Demnächst wird Peter Michel zu einem Bürgergespräch mit dem Projektierer Wiwi und den Einwohnern vom Hühnerhof einladen.

Die Raumbacher Ortsbeigeordnete Monika Mieck harre der Dinge, die da kommen. Zwei der Windräder würden neu überplant, teils verschoben; – in Raumbach ist eine 100 ha große PV-Freifläche im Gespräch. „Klar bin ich enttäuscht, dass jetzt der Krieg bei uns angekommen ist. Das war vorher kein Thema“, echauffierte sich der Lauschieder Ortsbürgermeister Willi Marx, und: „Natürlich geht es um viel Geld für Privatleute und Grundstückseigentümer. In punkto Stromtrasse und Einspeisung hinkt die Politik weit hinterher, wegen Bürokratie werden Gesetze komplizierter und sind nicht umzusetzen“, sagte Marx, der nach 13 Jahren „OB“ händeringend einen Nachfolger sucht.

