Rückblick 2006: Kinder, wie die Zeit vergeht!

Interessanter Rückblick ins Jahr 2006: Die Zeit rast: Beim Meddersheimer Weinfest (oben) hing der Ochs am Spieß und vor genau 20 Jahren im August/September fanden Bürgerversammlungen statt; – da sollten in Otzweiler „Am Reidenbacher Weg / Teufelshügel“ nahe Sienhachenbach und in Becherbach „Auf dem Katzkopf“ (Vierländereck: Sienhachenbach, Schmidthachenbach, Otzweiler & Becherbach) mehrere Windenergieanlagen (WEA) gebaut werden: Die ersten Entwürfe auf den Vorrangflächen stellten der damalige Werkleiter in Kirn-Land, Jörg Zerfaß, und VG-Bürgermeister Harald Beuscher vor. Von 2000 bis 2002 sprachen sich noch 343 Anlieger, Bürger und Eigentümer dagegen aus. Der Simmertaler Vogelkundler Rudi Weichbrodt nannte tagsüber 15.000 gezählte Kraniche und „nachts gehen die Leute nicht in den Garten Kraniche zählen“, meinte 2006 der Senior süffisant-humorvoll. Auch die Mär vor drei Jahrzehnten von „kleingehäckselten“ Zugvögeln, Klapperstörchen oder heimischen Getier bewahrheitete sich nicht und bis dato steht in der VG Kirner-Land kein einziges Windrad. 20 Jahre später, jetzt im Aug./Sept. 2026, sind in Simmertal erneut Versammlungen zum Bürgerentscheid und der Ort geteilt, obwohl am 23. April 2018 das AUS für den Windpark Habichtskopf parallel zur L 230 kam.  Die Fotocollage unten erinnert an die Schlagzeilen im Jahre 2006 und ganz unten am Textende lesen sie zwei PDF Dateien aus dem Buch „Meine Zeit mit Euch“ – ebenfalls anno 2006.

Weil Windräder privilegierte Bauvorhaben sind, gelang es dem damaligen Becherbacher Ortsbürgermeister Frank Schätzel im Jahre 2010, über 80 Grundstückseigentümer zu einen, um einen Windpark „Auf Katzkopf“ zu realisieren. Wäre da nicht der Rotmilan aufgetaucht, der alle Planungen und eine Realisierung zunichtemachte. Überall wo Windräder gebaut wurden, verbuchte der Gemeinesäckel damals noch satte Einnahmen. Zwei WEA die als erste an Nahe & Glan vor über 30 Jahren gebaut wurden, eines in Desloch und am 26. Februar 2026 bei Homberg/Kirrweiler (Schönbornerhof), sind abgebrannt, bzw. wurden beschädigt. Letzteres wurde von den Stadtwerken Bad Vilbel und Viernheim betrieben.

Heuer, 2026, könnte man Bücher schreiben: Das hüh und hott der politischen Rahmenbedingungen, Verzögerungen bei der Umsetzung und Novellierung der grundlegenden EEG-Gesetzgebung samt gesetzlichen Rahmenbedingungen für PV-Freiflächenanlagen, WEA und Batteriespeicher, die auf keine Kuhhaut gehen. Der neueste „EU-Aktionsplan zur Elektrifizierung (Electricfication Action Plan)“ vom 17. Juli 2026 ist ein Bürokratiemonster par Exzellent. Selbst noch so willige Projektierer schreien nach der Politik und stehen vor unlösbaren weil unwirtschaftlichen Problemen. Abnahme und Einspeisung sind Makulatur, weil der Ausbau, Netzanschlüsse, Kapazitäten und Batteriespeicher fehlen. Lediglich eine „temporäre Netzreservierung“ (=Stromabnahme) wird in „Aussicht“ gestellt. Bis 2028 ist jede Abnahme in allen Orten an Nahe & Glan gecancelt. Vereinfacht erklärt: Windräder und Freiflächen-PV sähen wieder Zwist in den Orten. Strom ist genügend da aber viel zu teuer, wird anscheinend nicht gebraucht oder von den vier Energiekonzernen billiger zugekauft, worüber die zahlreichen stillstehenden Windräder täglich Zeugnis abgeben.  

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