Bad Sobernheim. Buntes Herbstlaub im Überfluss, der Boden im Freilichtmuseum liegt voller Eicheln, Samen und Fallobst. „Die Natur braucht uns nicht, aber wir dürfen sie bei extremer Trockenheit nicht sich selbst überlassen“, dies war Kernaussage aller Experten bei den Pflanzentagen am Wochenende.
Anders als im Frühjahr, wo bei gleichem Termin das Museum proppenvoll ist, verliefen sich die Besucher im weitläufigen Areal. Alle Museumstüren standen sperrangelweit offen. Zum neunten Mal liefen die Fäden bei Thomas Södler vom Gärtnereiverband Hessen/Baden Württemberg zusammen, FOTO oben mit „Adjutant“ Jantes Plein aus Breitenheim: Hier im Freilichtmuseum werden authentische Infos querbeet von der Zierpflanze über Obst und Gemüse bis hin zu großen Bäumen verbreitet. Der Herbst sei klassische Pflanzzeit für Gehölze, Stauden und Gartenpflanzen. „Gerade wenn die Sommer so heiß sind, können die Pflanzen bis Frühjahr wachsen und sich etablieren“, deshalb müsse man mehr Resonanz für den Herbstmarkt erzeugen. Seit 2023 gab es kaum starken Frost, deshalb lägen exotische Obstarten in Hausgärten voll im Trend, wachsen und gedeihen. Herausragend war das Angebot alter und neuer Apfel- und Birnbäumen, Mirabellen, Pflaumen, Nussbäumen und Beerenobst, selbst Feigen oder Oliven gedeihen an Nahe und Glan. Darüber hinaus präsentierten die Pflanzenprofis kreative Ideen für ein heimeliges Haus, Hof und Garten. Am Stand der Guldentaler Nuss- und Obstsortensammlung und dem Guldentaler „Knorzekopp als echtem Naheländer Apfel“, der 1990 entdeckt und mit Edelreisern vermehrt wurde, informierte Hans Faus. Konfrontiert von Besuchern mit mickrigem Obst in diesem Jahr sagte er, man dürfe das Düngen nicht vergessen, „überall wo man etwas nimmt, muss man etwas geben“.

Der im Museum zum Inventar zählende 86-jährige Pflanzendoktor Hans Schuhmacher stand Rede und Antwort und relativierte Fragen über Schäden: „Es sind meist Trockenschäden. Der liebe Gott hat uns zu wenig Wasser gegeben und das ist bei den Pflanzen wie den Menschen ein Hauptproblem“. Ohne Reklame machen zu wollen war sein Geheimtipp „Maltaflor“, ein universeller, vitalisierende und bodenbelebender Langzeitdünger, nach dem die Pflanzen, alles Grün und selbst der Komposthaufen geradezu lechzen. Viele der über 40 Anbieter produzieren nach Bio-Richtlinien mit nachhaltiger Bewirtschaftung und Blick auf die Umwelt-Pädagogik, den Lifestyle-Trend und gaben Tipps: „Beim Herbstschnitt ist weniger mehr“.

Feilgeboten wurden blühende Herbstblumen in bunter Farbenpracht, besonders robuste Obstgehölze von Baumschulen aus eigener Züchtung, insektenfreundliche Gartenstauden, wurzelechten Rosen, Saatgut und Zwiebeln, Kräuter in großer Vielfalt sowie prachtvolle Beet- und Balkonpflanzen oder optisch wunderschöne Miniatur-Zimmerpflanzen, wie es sie im Eingangsbereich bei Michael Reineke in Hülle und Fülle gab. (FOTO OBEN) Mit drei Helfern hatte das für Kunden und Käufer kostenlose „Pflanzentaxi“ um Susanne Drechsler gut zu tun; – Pflanzen, Hölzer und Gewächse wurden zum Eingang gebracht. Bernd Hey.

