Becherbach bei Kirn. Beim Erntedankgottesdienst in der proppenvollen Ev. Kirche überreichte Vizepräsident Thomas Kronenberger aus Saarlouis vom Bundesverband Chor & Orchester der Becherbacher Dorfgemeinschaft die Urkunde und den mit 2.000 Euro dotierten Preis als „Landesmusikort 2026“. Der Staatsminister für Kultur und Medien im Bundeskanzleramt lobte diese Ehrenamtsehrung zum dritten Mal aus. 90 ländlich geprägte Orte bewarben sich, 13 Kommunen wurden geehrt, Becherbach ist die einzige in RLP.
Die Becherbacher Pfarrerin Alisa Barth richtete bei der Erntedankfeier „trotz Hitze und Trockenheit“ 2026 einen flammenden Appell an das Teilen in der Gemeinschaft und las aus dem Markusevangelium, wo 4.000 Menschen in einer einsamen Gegend satt wurden. Es gehe um viel mehr, es gehe um Werte, Heimat und das Kulturgut Musik, das in Becherbach seit Jahrzehnten gewachsen sei, lobte und predigte sie sinngemäß von der Kanzel: „Es ist Zeit, Danke zu sagen. Möge Becherbach ein Ort bleiben, wo man Miteinander singt und spielt, die Menschen Geselligkeit pflegen und wo die Gemeinschaft trägt und lebendig ist“.

Der Erntedankgottesdienst, den Finn Rickenbach überwältigend an der Orgel, Franziska Scheich (Klavier), der neue Kinderchor, Flötenkreis, Chor der Ev. Kirchengemeinde Becherbach und der Becherbacher Brückenchor, allesamt unter Leitung von Mechthild Mayer gestalteten, war ein grandios-krönender Abschluss nach einem kompakten Wandelkonzert mit sechs Stationen, wo Chöre, Solisten und Vereine sich von ihrer kreativen Seite präsentierten und mit Beifallsstürmen gefeiert wurden. Optisch unterstrichen alle, warum in Becherbach die Musik spielt und sie landesweit diesen außerordentlichen Preis verdient haben.
Zum Auftakt begrüßte Ortsbeigeordneter Frank Huck namens der Gemeinde in Vertretung für Karl-Otto Selzer. Der Kirchgarten am Gemeindehaus Brücke und der Pfarrgarten waren ein musikalischer Hörgenuss par Exzellent. In der voll besetzten Tenne luden die Landfrauen mit einem tollen Kuchenbuffet ein. Multitalent und Musiklehrer Rainer Hüsch trat mit Evergreens und eigenen Hits auch als Schlagerstar Rene` Montana auf. Tanzend erfreute die mittlere Bagaasch-Gruppe; – singend das Doppel-Damen-Quartett mit einem Best-Off aus der fünften Jahreszeit und zog lustig vom Leder. Konfetti und Luftschlangen verbreiteten Heiterkeit und Frohsinn.

Für die VG Kirner Land beglückwünschte Beigeordneter Udo Barth. Die Kreisbeigeordnete Petra Ender bestand ihre „Feuertaufe“ in diesem Amt mit Bravour und gratulierte namens der Kreisbevölkerung dem ganzen Dorf. Sie zählte „als beeindruckende Bandbreite“ unter Applaus 13 beteiligte Gruppen auf: „Das Ehrenamt lässt sich nicht in Schubladen stecken, ein florierender Ort entsteht durch Menschen die Verantwortung übernehmen, anpacken und mithelfen. Sie können stolz sein. Bewahren sie sich diese Freude und Offenheit“. Weiter ging das Wandelkonzert zur Ausstellung „Wir flüstern…“ in die Katholische Kirche und in „Schmieds Hof“, wo der zu einem großartigen Orchester gereifte Posaunenchor empfing. www.heylive.de berichtete.

