Bad Sobernheim. Bei der Jahresabschlussübung der felkestädtischen Feuerwehr war für die Jahreszeit auf dem Johannisplatz ein realistisches Übungsszenario vorbereitet, wie es jederzeit jeder Autofahrer erleben und es kaum besser inszeniert werden kann. Beteiligt waren die Feuerwehrkameraden mit fünf Fahrzeugen und der Rettungsdienst des DRK Bad Sobernheim. Als „Ersthelfer“ befand sich die DLRG mit drei Fahrzeugen auf einer Ausbildungsfahrt und war ins Geschehen involviert: Ein Dutzend Mitglieder aus sechs Ortsgruppen absolviert derzeit in Kirn beim 125 Mitglieder starken DLRG um den Ersten Vorsitzenden Bernd Becking den praktischen Teil der Prüfung des Sanitätslehrgangs B. Der Leiter für „Realistische Unfall- und Notfalldarstellung“ (RUND), Hans-Dieter Hellriegel aus Bad Kreuznach, brachte den Sanitäts-Prüflingen im Bezirk Nahe-Hunsrück den medizinischen Grundlagenteil nahe und schminkte die sechs verunfallten Komparsen sehr authentisch.

Das Szenario: Der Fahrer eines schweren John Deere Schleppers erleidet von einem Feldweg kommend auf einer Landstraße einen Herzinfarkt. Eine Nissan-Fahrerin tangiert den Schlepper, wird auf die Seite katapultiert und wird mit einer Beckenfraktur eingeklemmt. Zwei Personen eines Renault-Pkw fahren in den Grubber mit Krümelwalze hinein, erleiden eine Wirbelsäulenfraktur und sind bewusstlos. Ein drittes Fahrzeug ist aufgefahren, die Insassen haben ein Schleudertrauma, starke Blutungen und einen Schock. Glücklicherweise nur eine Übung mit sechs Schwerstverletzten vor einer großen Zaungästekulisse, wo das ganze Equipment zum Einsatz kam. Und weil in einem Auto die Batterie nicht abgeklemmt war, fing ein Motorraum zu brennen an…
Bad Sobernheims scheidender Wehrführer und profunder Moderator, Volker Müller, sorgte dafür, dass die Zuschauer jederzeit über das engagiert-routinierte Eingreifen der Blaulichtfamilie bestens informiert waren. Und was muss man als erstes am Unfallort tun? „Ruhe bewahren. Das Wichtigste ist der Eigenschutz und zuerst mit Warndreieck und Weste absichern und dann den Notruf 112 absetzen. Und: Zuallererst der Leitstelle den Standort melden, weil das im Falle einer Telefon- oder Handy-Unterbrechung sinnvoll ist“, sagte Müller.

Das Übungsszenario begann mit einem Kanonenschlag als Aufprallgeräusch; – planmäßig war dann die DLRG-Prüfungsgruppe als Ersthelfer am „fiktiven“ Unfallort. Der Abschleppdienst Kappler aus Bad Sobernheim stellte die PKWs zur Verfügung. Die Abschluss-Übung arbeitete der Feuerwehr-Ehrenbeamte Thomas Hillenbrand aus. Das ganz große Besteck mit Schere und Spreizer, Säbelsäge zur Dachöffnung oder Seitenöffnung und Türentfernung in Absprache des Rettungsdienstes war nötig. Bei der „Manöverkritik“ der drei Gruppen gab der VG-Wehrleiter Max Kraushaar nützliche Tipps: Solche Übungen seien elementar wichtig, sie dienten durch Auffrischung unter realistischen Bedingungen dem Kompetenzerhalt, sagte er. In diesem Jahr wurden die Wehren der VG Nahe-Glan fast 260 Mal alarmiert. Chapeau! Bernd Hey.

