TEIL II: Goldener Meisterbrief – Vita & Chronik von A-Z

Goldener Meisterbrief -Teil 2: Vita & Chronik von A bis Z aus 5 Jahrzehnten. Achtung: Tatsachen. Nicht KI generiert: Interessante www.Heylive.de Episoden, wahre Begebenheiten und 5 Jahrzehnte als kurzweilige Lesestory, tiefverwurzelt in der Nahe-Glan Region. „50 Jahre von A bis Z“ zur Vita aus der empirischen Ich- Erzählperspektive, wie es das Leben schrieb:

Alkoholismus war großes Thema, Jugendsünde und Krankheit– dank AA seit 1983 nach schwerem Kampf und mehreren Rückfällen „trocken“ – seit 1993 Nikotinfrei.

Beides geht nicht: „Wir stellen hier L e b e n s m i t t e l  her – Stall oder Wurstküche!“ So nahmen mich die Gesellen anfangs meiner Lehrzeit 1970 zur Brust, weil ich half, zu Hause in Otzweiler in der Brückenstraße 6 meinem Opa Johann morgens in der Landwirtschaft für acht Stück Vieh die „Saufe-Eimer“ von der „Futterküche“ aus in den Stall zu tragen…

Chafing Dishes, ein großes Deko-Equipment und inspirative Ideen für ganz spezielle und individuelle Anlässe sorgten bei Ulrike Hey für eine volle To-do-Liste ohne ein freies Wochenende. Bis heute hat sich das nicht geändert!

Der dunkle Reigen, so hieß ein Mysterienspiel von Manfred Hausmann, wo ich in den Henker spielte. Länge 3,5 Stunden +, 14 Mitwirkende. Regie Pfr. Friedrich Mayer, Aufführung 1979/1980 in Becherbach, Bad Sob, I,-O., D-dorf Mettmann, Bonn etc. So etwas formt und prägt.

Einfach war es nie, beruflich wie privat. Das „Messer in der Sau stecken lassen“ war die schlechteste Option. „Im heute leben“ & „Wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her“ und der AA-Gelassenheitsspruch waren mir in die Wiege gelegt und meine Zuversicht, auch wenn der Weg steinig und das Lächeln zuweilen schwierig war. 

Festzeltwirte in den 1990-er Jahren waren Hanne und Heiner Jost (Niederhausen) und Kurt Borger (Fischbach) die wir belieferten. Riesige Feste: Der Veitsrother Prämienmarkt, Kirner Kerb, Fischbach, Sobernheim, Simmertal, Heimbacher Brunnenfest… In Krummenau oder Hinzerath wurden montags über 400 Portionen Erbsensuppe zubereitet und mit Würstchen ausgegeben.

Geschlachtet wurden 1979 in Meddersheim, Naheweinstr.41 bis acht Schweine und ein Stück Vieh von Landwirten aus der Nachbarschaft und Umgebung. Ab 1985 wurden auf dem Schlachthof Kirn und später in Bad Kreuznach bis 16 Schweine/Woche geschlachtet. Teile von der NFZ, der Fleischer-Genossenschaft in KH oder Guido Müller hinzugekauft.

H-steht natürlich seit 20 Jahren für Heylive.de Hausschlachtungen machten auch wir jede Menge. Gute Hausmetzger brachten es im Herbst & Winter auf über 40 Schweine, die im Haus „gemetzelt“ wurden – heute gibt es in ganz vielen Orten weder Rindvieh, Schweine noch Ochs und keine „Mistekaut“ mehr.

Initialzündung zum Neubau / Kirschroher Str. 2 war: Wegen Eigenbedarf kündigte Karl Gilcher kurz vor dem Meddersheimer Weinfest mit Winzer-Umzug zum Jahresende 1984. Wir hatten zuvor im Februar 1984 eine BIZERA-Waage mit Bon und Kasse für 12.900 D-Mark gekauft. Wegen der Kündigung wollten wir sie zurückgeben. Der Bizerba Vertreter Karlheinz Kern wollte uns noch („freundschaftlich“) 1.800 D-Mark geben. 19 % MwSt., sein Verdienst und Verlust beim Wiederverkauf nannte er plausible Gründe. Ein Verlust von 8.000 Mark in acht Monaten!? Dies und der Kundenstamm waren Initialzündung zum Weitermachen.

Journalistisch begann vor 50 Jahren, 1976, meine Ära bei der Kirner Zeitung (by Gudrun Lahm & Josef Brantzen), heute noch immer beim „Öffentlichen“, als ich in Kirn mit einem Opel-Rallye Kadett KH-RZ 14 oft jedem Tatütata nachfuhr, in Otzweiler Vorsitzender im Sportverein und 1977 TCO-Vorsitzender wurde und als Chronist berichtete.

Kalte Platten, heiße Braten – mit qualitativ hochwertigen Büfetts für Familienfeste oder Jubiläen hatte das Fleischerfachgeschäft auskömmlich zu tun. Mit Verkaufsautos belieferten wir bis ins Jahr 2005 Kunden in 15 Orten der Region. Im Herbst wurden jede Woche weit über 350! Portionen Spansau und 250 Kilogramm Füllselkartoffeln gerichtet, gebraten und verkauft.

Land & Leute und „Merreschummer“, lernten wir erstmals beim Weinfest kennen, als im August 1979 Ulrike Köhler aus Heimberg und ich, Bernd Hey aus Otzweiler, den Festumzug zu Ehren der Meddersheimer Naheweinkönigin Karina I. besuchten. Da wurden wir gewahr, dass die Metzgerei von Karl Gilcher zur Pacht (nach zwei Jahren Michael Heinig) frei war. Die gelernte Hair-Stylistin Ulrike wurde „umgepolt“, lernte 19-jährig in einem Crash-Kurs in der Kirner Fleischerei von Helmut Saxler Fleisch & Wurst kennen und das Verkaufen. Am 2. Dezember 1979 feierten wir Eröffnung in der Naheweinstraße 41 und wurden Meddersheimer Bürger. Bei 25 Weinfesten von 1980-2024 war die Fleischerei Hey Caterer & Franciser mit Meddersheimer Flöten, Saumagen, Ochs am Spieß, Fackeln, Spieß-& Schaukelbraten usw. 2025 übernahm Dirk Schmidt aus Weiler.

Meine Zeit mit Euch – heißt eine 224-seitige Publikation des www.Heylive.de Autors, Band 1 mit 868 Fotos und Grafiken. Alltägliches, Neues und Lesenswertes von Nahe & Glan, thematische Doppelseiten, Portraits und Zeitgeschehen. Eben Heylive-Highlights. Das Buch erschien zur Corona-Zeit im Mai 2020.

Nach welcher Zeit müssen sie einen Azubi zur Zwischenprüfung schicken, lautete eine mündliche Fangfrage vor sechs Prüfern vor 50 Jahren. Meine Antwort: „Nach einem Jahr“. Stimmt nicht, nach zwölf Monaten, entgegnete ein Revisor forsch. „Entschuldigen Sie meine Herren, ich sehe darin keinen wesentlichen Unterschied“ – sagte ich trotzig und das war auch gut so.

Ochs am Spieß bereiteten viele „Ochsen“ beim Weinfest 12 Mal zu: Die Arbeit am Feuer schlaucht, man trocknet aus wie ein Stück Holz, aber die kulinarische Köstlichkeit lohnt alle Mühen.

Personal: Azubis, Mitarbeiter*Innen kamen ohne Ausnahme i.d.R. lange und gerne zur Arbeit. Cousine Sabine Gehres fuhr beispielsweise sechs Jahre ohne einen Fehltag das Verkaufsauto über die Dörfer – die Kundschaft dankt es bis heute.

Quasi Musterschüler? Maybe? Jedenfalls besuchte ich ohne einen einzigen Fehltag die die Volksschule Otzweiler unter Lehrer Erwin Mielke und die Christliche Simultanschule in Kirn auf Halmen bei Hans-Martin Lenz aus Bergen. Ob es etwas gebracht hat und ob es heute irgendjemanden interessiert, steht auf einem anderen Blatt!

Rekord hoch10 im Quadrat war mit absoluter Sicherheit ab Kauf des Anwesens Fröhlich in der Kirschrother Str. 2 am 21.12.1984, dem Geburtstag meiner Frau Ulrike. Unter Plan No.: 1280/84, reichte Kurt Reidenbach (Kirschroth) den Bau-Antrag ein und hakte täglich!!! nach. Plan: Komplettabriss eines majestätischen Wirtschaftsgebäudes wg. Salpeter in den Sandsteinen, Neubau mit viel Eigenleistung und Einweihung am 2. 4. 1985. Bagger: Harry Weber, Dach: Jörg Groß, Fenster: Alfred Schneider, Kirn, Bau: Euler, Odernheim, Elektro: Schneider Becherbach, Fliesen: Egon Nagel, Merxheim.   

Schulden – Foto OBEN belegbar: Am 30.9.1985 beliefen sich diese bei der BfG Wiesbaden auf 425.528,14 D-Mark, später bei der Commerzbank I.-O 1987 kamen noch über 28.000 DM für das Verputzen des Gebäudes und ein Verkaufsauto (75.966,18 DM) hinzu, außerdem ein Minus bei der Spark. Rhein Nahe i.H.v. max. 60.000 DM Überziehung fürs lfd. Giro-Konto sowie Lieferungen von Südfleisch KL (28.268, 60DM) und LFZ in KH (13.299,77 DM). Insgesamt belegbar anbei >>631.061.- DM, glücklicherweise nur D-Mark J

Umsatz am Di. 2.Dez. 1979, am ersten Tag unserer Selbstständigkeit in Meddersheim: 2.240 DM, im Dezember´79 waren es 41.176,44 D-Mark. Der Gewinn lt. Steuerberater Thomas Bretz/Bingen, belegbar für zwei Personen/Monat  = 618,17 DM. Interessant, unglaublich aber wahr!

Von 1981 bis 1984 übernahmen wir die Fleischabteilung im SPAR-Markt Baum in Hochstetten-Dhaun, ab 1984 Spar in Waldböckelheim. 1982 komplett mit Inventar die Metzgerei Voltz, Mannheimer Straße in Bad Kreuznach und belieferten dadurch bis 1994 die Caritas KH in der Baumgartenstraße mit Fleisch & Wurst für 250-300 Essen täglich.

Werbung. Wer nicht wirbt, stirbt. Die Hälfte ist unnötig, aber welche? 14-tägig wurden 6.000 Wurfzettel verteilt, Trikots für zehn Vereine bezahlt, über 20 Jahre lang Tombolas für wohltätige Zwecke gefüllt – zwei Jahrzehnte war die Fleischerei Hey beim CDU Seniorennachmittag in Meddersheim Sponsor.

Zwei Mal kandidierte ich für das Amt als Meddersheimer Bürgermeister. Letztlich fehlte mir die „Hausmacht“, einige notierten auf dem Wahlzettel „Der Trottel soll in der Wurstküche bleiben“ – unzufrieden war ich bei über 450 Kreuz`chen trotzdem nicht.

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