Kirschroth. Grüne Pfeile in der Weinbaugemeinde und im Wingert wiesen beim 26. Weinwanderwochenende den Weg; – und wenn man dann über die Kirchstraße hoch den Aufstieg bis zur Gemarkungsgrenze Merxheim in der „Harras“ am Fuchspfad-Rundwanderweg und zum Stand von Holger Barth schaffte, war nicht nur ein Etappenziel erreicht, denn von da an ging`s bergab…
Die Stimmung konnte nicht besser sein; – eine Station weiter im Linsenberg erwartete das Weingut von Kay Bamberger die Besucher. Weiter ging es unter dem Weinbogen hindurch zur Wildgrafenbergquelle, wo bei Andrea und Stefan Theis und ihrer vollen Speisenkarte der Zuspruch am Samstag riesig war. Die Stände rotieren jedes Jahr – und jedes Weingut bietet alljährlich Finger-Food und kulinarische Köstlichkeiten. Markus Werner hatte quasi ein Heimspiel mitten im Ort am Brunnen. Das Weingut Bauer lud zum Hoffest in die Bärweiler Straße ein, wo auch der Busbahnhof war.

Zum Auftakt waren alle fünf Stationen sehr gut besucht. Zahlreiche Grüppchen, Cliquen, fröhliche Zecher mit Bollerwägelchen, Kind und Kegel, und weitgereiste Stammgäste pilgerten gesellig-fröhlich durch die Weinlagen Wildgrafenberg und Kirschrother Lump vorbei an prallvoll-hängenden Rebstöcken. Im Wingert sah man Familien auf Picknickdecken relaxen. Gesprächsthemen gab es ohne Ende: Beispiele: Das Wild leidet apathisch wegen ausgetrockneter Tümpel und Bachläufe. Wassermangel und Trockenheit wurde aller Orten samt kümmerlichem Obst beklagt, Manfred Werner berichtete, dass Rebstöcke wegen Trockenstress bereits Rappen und Pergel abwerfen.

Dank DJ Jonny wurde zeitig am Brunnen geschwoft – hier steppte der Bär, hier war das Epizentrum bis in die Puppen und lange nach Mitternacht. Der Sonntag begann traditionell „mitten uff de Gaß`“ im Eck mit einem Themen-Gottesdienst, dessen Liturgie Pfarrer Christian Schucht aus dem Psalm 121 und dem Johannes-Evangelium „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“ als Kraftquelle des Lebens zitierte. Umrahmt mit dem fast 400 Jahre alten Paul Gerhardt Lied „Geh aus mein Herz…“ geriet der Pfarrer vor vollbesetzten Reihen geradezu ins Schwärmen: „Hier in Kirschroth erzählt jede Flasche Wein eine Geschichte aus der Natur, von Land und Leuten und Gottes faszinierender Schöpfung“. Längst sei wegen dem Klimawandel Wachstum kein Selbstläufer, sondern ein Geschenk. Die charmante Organistin der Kirchengemeinde, Sarah Beilke, feierte hier am Kirschrother Brunnen Open-Air Premiere und erhielt viel Beifall.
Seit jeher sind die Kirschrother „Füchse“ exzellente Gastgeber und luden an festlich gedeckte Tische zur Geselligkeit ein; – und während am Brunnen am Sonntag ein musikalisches Rahmenprogramm angeboten wurde, servierte das ganz starke Landfrauen-Team um ihre Vorsitzenden Bianca Schlarb und Christine Mathern im Gemeindesaal 38 Torten und feinstes Backwerk, was keine Wünsche offen ließ. Bernd Hey.

