MEDDERSHEIM. Das Weinfest in der Weinbaugemeinde am letzten Augustwochenende rückt näher.

RÜCKBLICK 2006 – vor 20 Jahren berichtete www.Heylive.de über die Weinprobe freitags wie folgt: MEDDERSHEIM. Das 28. Meddersheimer große Weinfest neuerer Zeitrechnung seit 1979, als Karina Beck I. zur Naheweinkönigin gekrönt wurde, dürfte witterungsbedingt  etwas gelitten haben, trotzdem hat es nichts an Attraktivität eingebüßt: Nach wie vor feierten Tausende auf der Weinfestmeile bis „in die Puppen“.    

    Zur festlichen Weinprobe am Freitagabend im Gemeindesaal wurde gar schon zum 35.ten Male in Folge geladen. Hörte man vor Jahrzehnten noch die Stecknadel fallen und ganz genau hin, was pathetisch über den „funkelnden Wein im Pokal“ gesagt und philosophiert wurde, was zwischen den Zeilen hätte stehen können und tagelang später noch geschlussfolgert über all das, was ungesagt blieb, war die Meddersheimer Weinprobe 2006 eher ein geselliges „Highlight“. Viel Jugend war präsent und rückt nach. Dieses Jahr „war der Geräuschpegel im Level, das Interesse und die Aufmerksamkeit der Gäste bis zum Schluss der Weinprobe riesengroß!“, lobte Eckhard Schlarb. Gemeinsam mit Heiko Bamberger, Ex- Naheweinprinzessin Tanja Hehner, Harald Hexamer und Rainer Schönheim von der örtlichen Winzergenossenschaft stellte das Quintett auf der festlich dekorierten Bühne einen „repräsentativen Querschnitt auserlesener Raritäten und vieler Goldprämierter Weine, allesamt aus sonnenverwöhnten Top-Jahrgängen der Jahre 2002 bis 2005“, überaus humorvoll vor.

Da wurden die selbsternannten „Weinpäpste“ wie Hugh Johnson, Robert Parker oder gar die Bibel zitiert, jedem vorgestellten Wein ein feucht-fröhlicher Trinkspruch, eine Anekdote oder ein hintersinnig-pointenreicher Witz nachgerufen. Die Gäste erfuhren, dass viel „Herzblut“ in einer „Selektion“, einem zur Qualitätssteigerung zur Hälfte ausgedünnten Jahrgangs hängt, und, was des Winzers größte Plaisier ist: Wenn  die Natur wieder einmal eine solche Altenberger Riesling- Auslese oder einen „edlen Eiswein voll feinster Finesse, voller Fülle, Rasse, Spritzigkeit und Eleganz als ein kleines Wunder“ zum Verkosten an den Tag bringt, dann sei eben Meddersheimer Weinfest! Zugegeben: Früher wie heute kommt eine lebhafte, alle Sinne anregende Weinprobe nur mit blumigen Facetten oder poetischen Vokabeln bis hin zum prunkvollen Schwärmen nicht aus. 18 verschiedene Weine von acht Rebsorten wurden kredenzt. Ganz klasse: Paarweise wurde der unterschiedliche Ausbau ein und derselben Rebsorte der gleichen Lage direkt analog verkostet oder gegensätzliche Sorten wie Rivaner classic oder Gewürztraminer Spätlese kredenzt. Die Besucher erfuhren auch, dass der „Portugieser“- Weißherbst vor zirka 150 Jahren als Rebsorte aus Ungarn an die Nahe kam und in Portugal völlig unbekannt ist. 120 Hektar stehen derzeit in der gut 1500 Seelen zählenden Weinbaugemeinde im Ertrag, die Hälfte davon ist Riesling;  – die filigranste und am stärksten verbreitete Rebsorte der Nahe ist hoch prämiert und zählt zu den Besten Gewächsen auf der ganzen Welt. 

 RÜCKBLICK 2006:  Am Samstag schmückten üppig einladend Weingüter und Vereinshelfer sogar mit ganzen Dornfelder- und Müller- Thurgau- Rappen Stände und Tische. Pünktlich um 19 Uhr zapften Fremdenverkehrschef Erwin Biller und Ortsbürgermeister Tilo Krauß zum 13.ten Male das Original Meddersheimer Weinfass auf der „Weinfest- Meile“ an und ließen Riesling- „Freiwein“ laufen. Wegen Nieselregen kam das Fest langsam in die Gänge, aber dann strömten die Besucher in Scharen… Die 14-köpfige DRK-Tanzgruppe um Anne Hemschenherm tanzte sehr schön „Lasst Blumen tanzen“, den Klematiskreis, „Billy the Kid“ und den französischen Tanz „Dominique“ (FOTO oben)…. bevor die elfköpfige Band „Dürrbachtaler“ wieder mächtig einheizte und Stimmung pur verbreitete. Um drei Uhr in der früh` wurde der elfte Ochs am Spieß, ein heimisches Prachtexemplar, auf der Altenberger-Bach Brücke aufgehängt…. Bernd Hey.

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