Becherbach. Bei einem Festgottesdienst mit Abendmahl verabschiedete sich Kantorin Mechthild Mayer von „ihrem“ Kirchenchor der ev. Kirchengemeinde Becherbach, den sie vor 57 Jahren gründete, stets neue Stimmen integrierte und zu Höchstleistungen anspornte. „Eine Ära endet…und vieles bleibt“ titelte der Turmhahn – die Presbyteriums-Vorsitzende Sigrid Caesar erinnerte an die Aufführung des Oratoriums „Der Messias“ im September, wo Mechthild Mayer vor vollbesetzten Reihen die Peter-Cornelius-Medaille verliehen und ihr kulturelles Schaffen gewürdigt wurde.
Ehemann Friedrich Mayer zelebrierte einen Weihnachts-Gottesdienst mit Abendmahl. Die Liturgie stammte aus der Offenbarung, wo Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu!“. Im Wechsel von Chor und Gemeinde wurde der Psalm 96 gesprochen. Highlights waren der Lobgesang seit dem Jahre 1929, den Pfarrer Johannes Müller anfing und das 700 Jahre alte Glaubensbekenntnis von Nizaä-Konstantinopel. Flötenspiel wertete quasi die Predigt von der Kanzel herab auf. Darin ging es bei Jesu Geburt um die Passage eines „Tölpel´s“. Der weinte, weil ihn die Gesellschaft in zerlumpten Kleidern als Dummkopf mit struppigem Haar ausgrenzte und weil er mit leeren Händen vor Jesus Christus stand, dem er weder ein Wiegenlied singen, noch die Füße salben durfte. Maria aber legte ihm das Kind in die Arme, weil er, der Tölpel, sie frei hatte und nicht mit Geschenken bepackt war. Die Quintessenz von Pfarrer Friedrich Mayer: „Auch der neue König braucht den Tölpel!“

OBEN: Die Pfarrer in Becherbach. Und wie geht es in der Kirchengemeinde Becherbach weiter? Überall im Land steht 2026 im Zeichen der Hoffnung: „Beim Krippenspiel war die Kirche proppenvoll“, strahlte Sigrid Caesar, will heißen: Engagement wird belohnt. Natürlich soll das Kulturgut des starken Kirchen-Chores weiter als Projektchor oder zu besonderen Anlässen bestehen bleiben und niemals verstummen. Der Neujahrsempfang der drei Orte werde am 11. Januar 2026 mit gemeinsamen Mittagessen in Otzweiler gefeiert. Mit der Kreiskantorin Carla Braun sollen am 24. und 25. Januar in der Becherbacher Brücke mit einem Workshop samt Umfrage zur Liturgie die Weichen in Richtung Zukunft gestellt werden.
Zum Foto oben: Das Presbyterium dankte Christina und Wolfgang Schneider, Dieter Klein, „Kümmerer“ Friedrich und Mechthild Mayer mit einer Rose – Sigrid Caesar fand die passenden Worte des Dankes und der Wertschätzung.

