Odernheim. „Aus der Dunkelheit zum Licht der Weihnacht“ – so war am 3. Advent das X-Mas Konzert des Blasorchesters Disibodenberg Odernheim unter seinem Dirigenten Christoph Kaul in der protestantischen Kirche überschrieben. Entsprechend war der Opener „Eventide Fall“ als musikalisch dezent-anmutige Komposition auf dem Fundament des sakralen Abendgebetes „Bleibe bei mir Herr“ eine Bitte und gut gewählt, die Menschen zu beschützen und in der Dunkelheit nicht allein zu lassen, was für Gänsehautmomente sorgte.

Konträr dazu folgte „The Nightmare befor Christmas“ – ein Alptraum vor Weihnachten, schemenhaft-finster und schaurig-gespenstig aus dem Genre Horrorthriller oder Musicalfilm: Hier lief das in allen Registern brillant besetzte, hochkonzentriert und bis in die Haarspitzen motivierte Orchester zur Höchstform auf und ließ die altehrwürdige Kirche in ihren Grundfesten erbeben.  Das 1884 komponierte Wiegenlied „Es wird scho glei dumpa“ ließ atmosphärisch wieder warm ums Herz werden. Ebenso ein Highlight war der Welthit im Amerika der 1950-er und `60-er Jahre „Flying to the Moon“ in Erinnerung an die Mondlandung und Frank Sinatra. Konzertante Blasmusik vom Allerfeinsten mit klangvollen Effekten, farbenfroher Stilistik und Glockenklang dominierte die Arrangements voller weihnachtlicher Vorfreude.

Konzertführerin war „Just Married“ mit Christina Dietz ein charmant-profundes Odernheimer Urgestein, das auch die Gemeindespitze, die Ehrenvorsitzenden und Ehrenmitglieder samt Presse ganz herzlich begrüßte und das Repertoire mit herzzerreißenden und spannenden Stories ausschmückte: „Hoch droben im Norden wohnt Santa Claus, und eines der fünf Kinder mit der roten Nase hört auf den Namen Rudolph…“.

Aus dem Genre festliche Weihnachtslieder blieb eingangs die Eröffnung im 20. Jahr ihres Bestehens dem Jugendblasorchester unter der Leitung von Ingrid Große-Aschoff vorbehalten. Mit den Vorsitzenden Oliver Schneberger und Michael Stein managt sie das Vorzeige-Blasorchester, das 1969 als Fanfarenzug gegründet wurde. Der Nachwuchs überraschte mit Pep und Esprit. Probenfleiß wurde bei fünf uralten Weihnachtsklassikern wie „Alle Jahre wieder“, „Adeste fideles“ oder „Susani“ hörbar; – er ist der ganze Stolz des Vereins und wurde ebenso wie das Blasorchester mit Szenenapplaus und Beifallsstürmen der Wertschätzung gefeiert. Ihre Premiere mit Bravour meisterten Ian Conrad (Alt-Saxophon) und Klarinettistin Martha Damm.

Dank zollte Vorsitzender Oliver Schneberger den Zuhörern und dem Presbyterium. Nach dem finalen Medley „A Holiday Sing Along“ von John Moss als Zugabe blieben die restlos begeisterten Besucher vor die Kirche noch lange beisammen, wo der Kultur- und Verkehrsverein guter Gastgeber war. Traditionell wird am Weihnachtsmorgen die klingende Botschaft in die Odernheimer Gassen getragen, und bis dahin sagte Schneberger Arrivederci und hegte einen frommen Wunsch: „Die schönsten Geschenke liegen nicht unterm Weihnachtsbaum, sondern sitzen gemeinsam am Tisch“. Bernd Hey.

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