Meckenbach./Kirn.  Die Schlosserei Pauly setzt seit Jahren und nach Corona verstärkt auf eine fundierte und attraktive Ausbildung. „Da lag ganz viel brach“, denkt Chef Ingo Pauly laut nach. Mit Fug und Recht darf sich das Unternehmen Hidden-Champion nennen, denn als er vor 40 Jahren als „Vater-Sohn Betrieb“ in Meckenbach einstieg, waren sieben Handwerksleute tätig, heute zählt die Firma mit bundesweiten Referenzen 60 Mitarbeitende.

Sechs Auszubildende sind im zweiten Lehrjahr – mit der 20-jährigen Emely Selzer aus Fischbach wird in der langen Firmenära, die sich bis ins Jahr 1835 zurückverfolgen lässt, erstmals, eine „Azubine“ dreieinhalb Jahre im Beruf Metallbauer/ Fachrichtung Konstruktionstechnik in Kirn von Ingo Pauly und Werkstattmeister Julian Wagner ausgebildet: „Im relativ `groben` Schlosser-Metier ist Emely Vorreiter und eine Seltenheit – aber der Job wird zunehmend anziehender“, nennt Lisa Pauly, Assistentin der Geschäftsleitung, dies einen Meilenstein und eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

„Ich wollte gern etwas Handwerkliches machen. Auf Wunsch meiner Oma absolvierte ich hier ein Praktikum. Alles passte: Die Atmosphäre, das Arbeitsklima und lauter nette und hilfsbereite Menschen“, schwärmt Emely Selzer und erzählt vom Ausbildungsrahmenplan. Schweißen liegt ihr, technische Zeichnungen bis hin zu Portraits sind Hobbys. In der BBS-Technik in Idar-Oberstein absolvierte sie ihren Realschulabschluss.

„Pauly Meckenbach“ steht für handwerkliche Präzision, ist Fachbetrieb für maßgeschneiderte und individuelle Lösungen qualitativ hochwertiger Stahl- und Metallbauarbeiten. Auf 3.500 Quadratmeter bestehen in Kirn an der B41 optimale Räumlichkeiten; – hier ist mittlerweile die 2014 gegründete LED- LIP Technik (Geschäftsführer: Ingo Pauly) angesiedelt. 2021 wurde in Kirn in ein vollautomatisches Profil-Laserschneidzentrum investiert. Eine 30 Meter Sägebohranlage steht für alle Stahlbauteile im hochkomplexen Maschinenpark für rund 3,5 Millionen Euro zur Verfügung: „Mit 3-D-Zeichnung, modernstem Know-how und Vorfertigungen wandelt sich so unser Berufstand dank Arbeitserleichterungen wie Lego für Erwachsene“, erklärte Ingo Pauly plausibel.

Eine Wertschätzung für die Mitarbeiter werde gepflegt; – die Zusammenarbeit über Kirchturmdenken hinaus sei das A&O, Arbeit gebe es genug, so Pauly. In Meckenbach ist die Verwaltung, der Rohrleitungs- und Edelstahlbau angesiedelt. „Früher“ gab es in jedem Ort eine Schmiede, 1970 übernahm die durch Heirat Horst Pauly, 1986 war quasi Sohn Ingo Quereinsteiger als Zeichner und Bürokraft – sein Traumberuf war Architekt, aber: „Ich habe es nie bereut und mich ständig weitergebildet“. Damals arbeiteten sieben Mann im Betrieb und wenn ein Auftrag in Bad Kreuznach ausgeführt wurde, fühlte sich dies wie eine weite Reise an, scherzte er. Heute werden Projekte bundesweit von München bis Hamburg realisiert; – im 142 Meter hohen Amazon-Tower in Berlin ist ganz oben eine Treppe der Schlosserei Pauly verbaut. Das Kerngeschäft sei jedoch „ganz klar die Region im Umkreis bis 150 Kilometer“, sagte Ingo Pauly.

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