Monzingen. In die Weinbaugemeinde wurde über Pfingsten beim Partnerschaftstreffen vier Tage lang die Jumelage mit Entrains sur Nohain gefeiert – die Verschwisterung wurde 1964 unter Monzingens Alt-Ob Hugo Dämgen geschlossen und ist landesweit eine der ältesten völkerverbindenden Partnerschaften. Entrains liegt in Burgund nahe Dijon und zählt 800 Einwohner.

Die Wiedersehensfreude mit herzlichen Umarmungen bei der Ankunft und im Monzinger Rathaus war riesengroß –hier ehrte nach dem Sektempfang während einer Feierstunde der Vertreter des Partnerschaftsverbandes Rheinland-Pfalz-Burgund-Franche-Compté aus Mainz, Dr. Jürgen Feind, 17 Anwesende mit Urkunde und einer Goldenen Ehrenmedaille. „Bravo“ rief Feind aus und er zitierte den Kabarettsong „Göttingen“ der französischen Chansonsängerin Barbara, die dieses Lied 1964 komponierte, bevor er klatschend die Ehrerbietung „Le Ban Bourguignon“ anstimmte, wenn etwas, wie diese Jumelage, besonders gut gelungen sei.

Sowohl Ortsbürgermeister Klaus Stein wie VG-Chef Uwe Engelmann begrüßten die Delegation und fanden wertschätzende Worte des Dankes während dieser  gelebten Städtepartnerschaft und seiner herausragenden Verdienste über sechs Jahrzehnte, was mit ganz viel Applaus quittiert wurde. Der jungen Präsidentin Zoe` Duval und ihrer Pedantin und Vorsitzenden im Monzinger Freundeskreis, Eva Finsterbusch, stand die pure Freude ins Gesicht geschrieben. Duval bat um eine Schweigeminute für die jüngst verstorbene Schatzmeisterin Isabelle Robin, die posthum geehrt wurde. Eva Finsterbusch ließ in ihrer Laudatio noch einmal die Schrecken des Zweiten Weltkrieges und die Jahre danach emotional Revue passieren ließ: „Unsere gemeinsame Freundschaft mit ganz viel Herzblut ist etwas ganz Besonderes“, rief sie aus – und erinnerte an die beiden, den Menschen zugewandten Staatsmänner und Brückenbauer, Charles de Gaulle und Konrad Adenauer, die sich auf ihrem Landsitz in Colombey-les-deux-églises oder in der privaten Villa am Rhein zur Versöhnung und Völkerverständigung trafen und das Fundament legten, und wie aus Erzfeinden Freunde wurden. Im Bad Kreuznacher Kurhaus wurde am 26. November 1958 beim ersten offiziellen Regierungstreffen beider Länder vor der Weltpresse die deutsch-französische Freundschaft besiegelt. Dutzende Zeugnisse über Land und Leute, großformatige Fotos und ganze Zeitungsseiten von hüben wie drüben hingen im Monzinger Rathaus aus, die Gäste fühlten sich wie zu Hause. Dem Öffentlichen Anzeiger verriet die sympathische Monzinger Frohnatur Eva Finsterbusch, dass sie der Liebe wegen nach Entrains ziehen wird, denn als Happy-End müsse die Jumelage ständig gepflegt werden, sagte sie verschmitzt. Das Besuchsprogramm führte nach Bad Kreuznach in die Römerhalle sowie mit dem Blauen Klaus ins Cafe´ Wahl und nach Meisenheim mit Stadtführung und zum Abendessen ins Brauhaus. In Monzingen war bei Kaiserwetter im Kaisergarten gemeinsames Frühstück, Familiennachmittag und traditionelles Grillfest – die Location war einladend mit den Landesfarben geschmückt.

Aus Entrains sur Nohain wurden geehrt und langjährige Verdienste verlesen: Denis und Isabelle Robin, Thierry Citerne, Armelle Musitelli, Olivier Moraes und Isabelle Citerne. Aus Monzingen: Klaus Stein (für die Ortsgemeinde), Irene und Kurt Gellweiler, Beate Jung, Werner Jaeger, Peter Herrmann, Ute und Michael Graesner, Denis Alt, Lydia Geis und Eva Finsterbusch. 

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