Tritt ein und bring Glück herein! Nicht nur nach Matthäus 11,28 an alle, „die ihr mühselig und beladen seid“: Die imposante evangelische Martinskirche hat wieder bis zum 31. Oktober ihre Pforten geöffnet. Abseits des Trubels im Hamsterrad des Lebens, geplagt von Stress oder Terminen, kann man hier relaxen, Fünfe gerade sein lassen, Ruhe und Frieden finden, die Seele baumeln lassen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen…

Ellenlange Chroniken berichten von Konfessionsstreitigkeiten und dieser Martinskirche als Zufluchtsort für „die wenigen Einwohner, die von Cholera und Pest im 30Jährigen Krieg verschont blieben“. (1618-1648).

Über dem Eingangsportal ist das Jahr 1756 des Neubaus des Kirchenschiffs zu erkennen, der romanische Sockel des Turms beweist, dass die Kirche ihren Ursprung im 12. Jhdt. hat. Rechtzeitig zum 250. Geburtstag, wurde ab 2006 die Halle, Heizung und Fußboden dank Eigenleistung für 200.000 Euro (ohne Kreditaufnahme) kernsaniert und zuvor ein ganz starker Förderverein gegründet, der in einem 2. Bauabschnitt mit fast genauso Euro ab 2010 das Gotteshaus zukunftsfit machte und zu einem Schmuckkästchen erschuf. Chapeau!

Der Chor ist um 1500 im spätgotischen Stil erbaut – für diese Zeit typische Kreuzrippengewölbe und Schlusssteine mit Wappen sind Zeugnis. Aus dem 16. Jhdt. ist der Taufstein in Kelchform, der Sakramentschrein mit Kruzifix und Reste einer Wandbemalung als Zeitfenster erhalten. Eine Besonderheit der Meddersheimer Martinskirche: Im Innern hat das Kirchenschiff eine Voutendecke, um die West- und Nordseite der Empore herum sind wunderschöne biblische Szenen aufgemalt. 1757 wurde die Stummorgel geliefert, dessen barockes Gehäuse seit 1903 eine pneumatische Faust-Orgel beherbergt. Der Opferstock in Balusterform mit altem Schloss und Beschlag stammt aus dem 18. Jahrhundert. Drei Tafeln als Grabstein erinnern an Schulmeister Johannes Lex, gestorben 1617, sowie aus dem 17.Jhdt an Meddersheime Pfarrer.

>> Die Martinskirche liegt mit Nr. 4a an der „Historischen Runde“ einem Rundweg durch die Weinbaugemeinde mit dorfbildprägenden Gebäuden und Sehenswürdigkeiten

>> die Meddersheimer Martinskirche ist bundesweit eine der 280 Radwegekirchen und lädt zur Rast und Ruhe ein – Flickzeug gibt es bekanntlich an solchen Stellen auch.

 >> mitten durch die Weinbaugemeinde führt der 127 Kilometer lange Nahe-Radweg von der Quelle bei Selbach bis zur Mündung in den Rhein bei Bingen entlang.

>> hier  an der Empore findet man neben biblischen Szenen auch Sakrale Kunst anno 1754 des Schuldieners in Meddersheim, Lehrer Sprickmann.

>> Gerade wurde der Medd. Prädikant Michael Veeck am 29. Mai 2026 als Förster und Waldpädagoge aus dem „weltlichen“ Leben in seinen Ruhestand befördert…

>> Die langjährige Pfarrerin und Assessorin des Kirchenkreises, Ulrike Scholtheis-Wenzel, wird am 21. Juni in der Matthiaskirche Bad Sob. verabschiedet.

>>Am 30 August 2026 (Meddersheimer Weinfest) findet der diesjährige Jubiläums-Konfi-Gottesdienst bereits um 10 Uhr in der ev. Kirche in MERXHEIM statt.

>> Küsterin und sympathischer Kümmerer in der Meddersheimer Martinskirche ist Silvia Euler, die nach dem Rechten schaut und mit Blumen schmückt…

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