Bad Sobernheim. Verhalten begann bei Nieselregen der Altweiberdonnerstag in der Felkestadt – aber dann: Zusehends gerieten die Jecken außer Rand und Band: „Wir haben Ü-30 Stammpublikum. Das Wetter spielt uns in die Karten und wir sind mit einer kleinen Zeltstadt frohen Mutes, weil man sich bei uns auf dem Marktplatz frei bewegen darf“, rief der Erste Vorsitzende des Fördervereins Sowwerummer Rosenmontagszug (FSR), Ralf Erbach, aus.

Peter Spindler legte Kölsche Stimmungshits und Ohrwürmer auf. In der Regel ist am „dicken Dunnerschdaach“ Bad Sobernheim Durchgangstation Richtung Mainz und in den Käfig nach Bad Kreuznach; – viele Grüppchen und Cliquen machten ihre Aufwartung beim FSR. Beim Papierschnipsel-Konfetti-Kanonensturm aufs Rathaus blieb die „Munition“ trocken – es gab keine Rohrkrepierer. Einmal mehr riefen die Hartgesottenen „raus´ aus dem Narrenhaus“ oder „jetzt ist Schluss mit lustig!“. Die ersten Salven der Kanoniere Hermann Zauner und FSR-Vorstand Gerhard Schmidt, die 2 x11-jähriges Jubiläum feierten, gingen direkt ins Fenster des Stadtbürgermeisters und der wusste sich zu wehren und spritze mit Wasserkartuschen zurück. Vor einem Jahr gab es nur ein Thema: Der Markplatz wurde 2025 zur Narrenbütt wegen der 30.000 Euro, die Stadtchef Ruegenberg zu seinem Salär von 29.400 Euro einfordert: „Wo bleibt die Moral, wo der Anstand? Ist das Amt ein Selbstbedienungsladen, zumal Bauhofmitarbeiter wegen der roten Zahlen auf der Kippe stehen?“ Heuer wurde er von den Weibern verhaftet, vorgeführt, an eine schwere Kette gelegt und musste sich freikaufen. Anders als in Vorjahren war das Grüppchen des legendären Rathaus-Sturms überschaubar, Roland Ruegenbergs „Hausmacht“ fehlte, ebenso VG-Bürgermeister Uwe Engelmann. Mitarbeitende Frauen der VG-Nahe-Glan hielten sich bedeckt, flüchteten ins Obergeschoss und rückten weder den symbolischen Stadtschlüssel noch die gähnend leere Geldschatulle nicht heraus! Helau!

Unter den zahlreich Kostümierten war in seinem 84. Lebensjahr der frühere Stadtbeigeordnete Alois Bruckmeier als die „Else vom Wutzehof“. Die Freunde des Heimatmuseums kamen im Felke-Jahr als bunt-gemischte Truppe, ihre Direktorin Anke Wiechert gab die Kurdame kurz nach einer belebenden Lehmpackung. Am Nachmittag fand auf dem Marktplatz die Kostümprämierung statt, am Rosenmontag ab 13.11 Uhr setzt sich der 27. Rosenmontagszug ab Johannisplatz in Bewegung – 22 Zugnummern haben gemeldet.

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