(Foto oben: Symbolbild) Region. „Lost“ mit der Bahn – einmal mehr, wiederholt mit Vlexx und DB gestrandet, ohne Infos, ohne Worte. D 2026: Mit dem RLP-Ticket auf dem Weg nach Wiesbaden stand der RE mehrfach wg. „Signalstörungen“ still. Bahnangestellte im adretten Outfit verstecken sich in Mainz hinter Panzerglas, schütteln lächelnd mit dem Kopf, können keine verbindliche Auskunft geben, ja, sie wenden sich ab! Selten war der Niedergang der Personenbeförderung seit 25. Mai 1860 problematischer – „früher“ verkehrten noch jede Menge Güterzüge entlang der Nahe.

DB-Sicherheitspersonal, mit Schutzweste, Funkgeräte & Abwehrspray „bewaffnet“ stehen wartend in der S-Bahn-Tür in Mainz und empfehlen, wie sie zu warten, bis nach 20 Minuten die Info kommt: „Nach Wiesbaden geht heute nix mehr“. Also rein in die Buslinie 6, die am Bahnhof Mainz restlos überfüllt ist. Auf dem Weg nach Wiesbaden steht der Bus an einem Dutzend Haltestellen länger als er fährt, weil die Lichtschranken zum x-ten Male ein Schließen der Türen verhindert. Fahrgäste vorne steigen aus und erklären dies den „Hohlpfosten“ hinten, denen wegen Kopfhörern jede Ansage schnuppe ist. Und an jeder Haltestelle das gleiche Bild: Aufgelöste, weinende Teenager und Jugendliche mit Handy, gereizte und verbitterte Familien, weil die Rundfahrlinie No.6 Richtung Wiesbaden dauerhaft, die vorige und auch die nächste, hoffnungslos überfüllt ist… Tenor von gereizten und lethargischen Fahrgästen: „In dieser Bananenrepublik wird der Mangel verwaltet, es fehlt ein prinzipielles Hau-den-Lukas-Konzept. Die marode DB müsste endlich Milliarden investieren, statt die Gewinne großzügig zu verteilen…“.
Das Umsteigen aufs Auto wird zunehmend flexibler. Ein Lichtblick: Überall nette Menschen, Fahrgäste die sich einmischen, Frauen, weit über 80Jährige, die besser als jeder Fahrplan dankenswerter Weise erklären, wie und wann es mit welcher Linie weitergeht, wo man am besten aussteigt, um ans Ziel zu kommen. Chapeau! Dies ist in Gänze ein Manko bei Bus&Bahn. Was nützt das Internet, was stumme Busfahrer, wenn nix läuft? Gab es nicht schon immer Baustellen? Leserbriefe füllen ganze Seiten, was schief läuft im Staate D.

Nach fünf Stunden unterwegs wird in Mainz das WC gesucht. 180 Meter Outgesourct, im Freien. Von einem Dutzend Dixi-Häuschen ist eins dreckiger als das andere, die verpisste Kloake steht teils mit Müll und Leergut hoch, die Klobrille ist verkackt. Selbst hart gesottene Bauarbeiter ziehen es vor, sich in die Büsche zu schlagen. Zeugen sind und waren Tausende. Reisende, die viel Geld bezahlen. Fotos veröffentlicht www.heylive.de ausnahmsweise nicht. Aber diese Missstände mitzuteilen, ist in höchstem Maße Chronistenpflicht, wie es um die Mobilität in diesem unserem Lande im Mai 2026 bestellt ist. Gerade an und auf Bahnhöfen, die ein attraktives Entree jeder Stadt sein sollte, ist dies ein belastendes, beschämendes und absolutes No-Go. Niemand in D braucht mit dem Finger auf Entwicklungsländer zu zeigen…Niemand. Denk ich an D in der Nacht….

