Meckenbach. Am Samstag, 24. Januar 2026 feiern alle Ortsvereine Kappensitzung, dann steht die Welt und das Gemeindehaus Kopf… Eine www.heylive.de Lesestory als Ortsportrait: Am 17. Mai 2020 (Foto oben) erhielten mitten in der COVID-19-Pandemie 75 Häuser alte Hausnamen, die oft auf die Vorfahren, ihre Erbauer oder alte Zünfte und Berufsstände wie „Schumachersch“, „Müllersch“, „Schmieds“ oder „Schmiedsperersch“, „Beckersch“ und nicht selten auf den Standort hinweisen. So sind heute wieder Namenszüge wie „Brunneperersch“, „Geißeschneirersch“, „Schlarbhannese“, „Pelzersch“, „Hinnerheisersch“ oder „Grawenickels“ an den Häusern in Meckenbach zu lesen. Seit 1948 und bis heute steht in der weniger als 400 Seelen zählenden Gemeinde ein Ortsbürgermeister namens Schlarb an der Spitze. Nach Albert, Hugo, Willi und Klaus-Willi heißt seit 2014 der amtierende Meckenbacher OB Michael Schlarb. Er ist nicht verwandt mit seinen Vorgängern. Meckenbach zählt 2026 knapp 700 Hektar, viel Muffelwild sorgte in jüngster Vergangenheit im Steilhang und wegen „Wasser-Autobahnen“ für Überschwemmungen im Dorf und Schlagzeilen.


Die Altvorderen verwiesen als feststehenden Begriff immer auf das „Meckenbacher Geduldsamt“, wo jedermann wie Lieschen Müller oder Otto Normalo, alles auf´s Amt hintragen konnte, was unter den Nägeln brannte – worüber man sich im Naheland schon immer ärgerte wenn einen die Fliege an der Wand störte, oder was einmal unbedingt gesagt, kritisiert und verbessert werden sollte…Das Amt wurde am 1. April wegen Überlastung geschlossen.
Am 17. August 1912 wurde die erste Viehwaage von der Firma Welt & Söhne (Offenbach) angeschafft. 100 Jahre später, 2012, trat der jahrzehntelang-tätige Pfarrer Michael Zeh in der SV-Kappensitzung als „Wolle“ Wolfgang Petry auf und landete mit einer „Wahnsinn“ & „Hölle“-Playback-Parodie einen Volltreffer und Eyecatcher…

Aus der Chronik: Um 1550 nach der Reformation musste Zollhafer an Steinkallenfels gezahlt werden. Am Fuße des Hellbergs, da, wo der Meckenbach in Kirn in die Nahe mündet, lag einst die kleine Siedlung „Niedermeckenbach“. Plündernde Söldner verwüsteten im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) das Dorf und stahlen die Ernte. Die Hungersnot und das große Sterben der Pest, die 1635 über das Nahetal hereinbrach, rafften die Einwohner darnieder. Der Sage nach blieb als einzige Bewohnerin ein altes Mütterchen, Kunzen Els, verschont. Altem Rechtsbrauch zufolge ging die ganze Gemarkung „Niedermeckenbach“ in ihren Besitz, den sie für den Preis ihrer Altersversorgung an die Stadt Kirn veräußerte.
1756 veranlasste Fürst Johann Dominik von Kyrburg (1743-1778) bei wohlhabenden Frankfurter Familien eine Kollekte, womit die Kirche im dritten Umbau ihres Bestehens mit größeren Fenstern versehen und das Pfarrhaus nach einem Brand kurz zuvor wieder renoviert wurde. Pfarrer war Philipp Stuber. Meckenbach wurde wahrscheinlich vor 800 gegründet und erhielt vor dem Jahr 1.000 eine eigene Kirche, die dem Kloster Disibodenberg unterstellt war.
1755, ein Jahr zuvor, wurde Johannes Nicolaus Jacobi Schultheiß – er bekleidete das Amt bis 1784. Von ihm wurde das Haus No.38, einem Patrizierhaus ähnlicher als einem Bauernhaus, erbaut. Dass er sehr schlitzohrig gewesen sein musste, geht aus alten Kladden hervor. Unter Zuhilfenahme eines mit Schiefertalern gefüllten Geldsacks soll er günstig den Reidenbacher Hof ersteigert habe. Die Menschen fügten sich aufgrund dürftiger Schulausbildung in ihr Los der Unterwürfigkeit und ließen sich seitens der „Ortsgewaltigen“ einschüchtern…
In der Nacht zum 3. Dezember 1849 verirrte sich der in Kirschroth geborene Jakob Schlarb im tiefliegenden Schnee. Am 5. Dezember ging man den 66-jährigen suchen und fand ihn erfroren „eine viertel Stunde“ von seiner Wohnung entfernt vor der Höhe gegen Merxheim hin in einem steilen Abhang. Beerdigt wurde er am 7. Dez. 1849, mittags um 1 Uhr.
1857 habe es den ganzen Sommer keinen Regen gegeben, Futtermangel wurde durch Laub von Hecken und Waldbäumen als Ersatz herangezogen. Die Kartoffeln haben nach einem Gewitter vom 9.bis 10.September wieder zu wachsen begonnen, blieben aber glasig und kaum genießbar.
Am 10. Mai 1896 fand laut Chronik der Bürgermeisterei Becherbach eine fürchterliche Schlägerei statt. „Abends zwischen 10 und 11 Uhr zogen 21 Burschen von Meckenbach mit Knüppeln und Schlägern in das Dorf Heimberg und schlugen auf alle anwesenden und anzutreffenden Personen ein. 3 junge Männer wurden schwer verletzt in ärztliche Behandlung genommen.

