Rockabilly Hellraiser Nahe-Delta-Boys brennen Feuerwerk im Kaisersaal ab!

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Fotos unten -Textende - Bad Sobernheim. Wenn Günter Hagner vom Altstadteck ruft, kommen alle: Ob bei der Halloween-Classic-Rocknacht mit der Kultband „FaltenRock“, bei extrovertierten Nachwuchs-Bands, oder bei der jüngsten Fete, dem X-Mas-Weihnachts-Gig mit den drei Meddersheimer Nahetal-Buben, den „Rockabilly Hellraisers“.

„Wir lieben ihn - er hat Ideen, macht regelmäßig etwas und stellt was auf die Beine. Ich find´s ganz toll“, antworteten unisono Anita Groß und Sabine Gerth beim jüngsten Konzert im felkestädtischen Kaisersaal, wo man auch Stadtbürgermeister Michael Greiner ausmachten konnte. Einziger Wermutstropfen: Die „Miss Pettycoat“ konnte mangels Masse nicht gekürt werden - und dennoch war gestern Morgen der aus Becherbach bei Kirn stammende Mittfünfziger „Haggi“ sehr zufrieden: „Es waren doch einige in Latzhosen und College-Jacken, dem typischen Outfit früherer Jahre da, und es war eine tolle Party“, resümierte Hagner zufrieden.

Dafür sorgten die Meddersheimer „Rockabilly Hellraisers“ um Bandleader Steffen Marx und den Begleitsängern Danny Kroll an den Drums und mit Nils Harries an der Bassgitarre: „Es war schon immer mein Kindheitstraum, mich in solch einer Band im Stile der 1950-er Jahre zu verwirklichen“, schwärmte der Frontmann, man habe sich gesucht und gefunden. Premiere feierte eine deutsche Framus-Gitarre von 1959, die zu einem speziellen Rock´n  Roll Tremelo-Instrumentarium umgebaut wurde.

„Mehr geht immer“ meinte der 47-jährige Rock´n Roll Hellraiser-Bub aus dem Nahetal-Delta und Mitmach-Animateur Steffen Marx ebenfalls ausschließlich zum optischen Outfit der Fangemeinde: Meist kommen mehr gestylt, die Mädels im Petticoat und die Jungs mit Schlaghosen und auffallend gegelter Haartolle.

An der Reklame lag`s nicht: „Santa Claus Catch the Groove, ihr Christkindlein kommet all! Jungens schmiert euch notfalls Motoröl in die Haare und ab geht die Luzzi – Mädels: Wir küren die Miss Petticoat und ihr habt beim Abtanzen die Möglichkeit, der Völlerei Paroli zu bieten, Shake it Baby!“, postete noch nach 20 Uhr die Band in Facebook.

„Rockabilly Hellraiser“ spielt seit 2013 authentisch die Musik der 1950-er Jahre, Kultsongs und echte Klassiker von Eddie Cochran, Gene Vincent oder Little Richard, und „…wir spielen Elvis-Hits bis zum geht-nicht-mehr“, verkündete der Leadsänger auf der vorgebauten Bühne im Publikum im Kaisersaal. Die Rockabilly-Ära währte nur kurz bis etwa 1959 und deshalb wurden auch Songs aus der Neuzeit, etwa von AC/DC, Amy Winehouse („Valerie“), U2 oder Billy Idol, kurzum alles, was kräftig einheizt, umgeschrieben und sehr authentisch im Rockabilly-Wiedererkennungswert von Steffen Marx neu interpretiert. Natürlich durften dabei der Weihnachtsklassiker „Jingle Bells“ bei über 10 Grad Außentemperatur ebenso wenig fehlen wie der „Summertime Blues“, „I´m Walking“, „Let´s Twist Again“ oder Bill Haleys schmissiger und legendärer „Rock around the Clock“. Jene zwei Minuten und acht Sekunden, die 1958 die Jugend in Berlin derart euphorisch elektrisierte, dass Bill Haley und seine Begleitband „Comets“ in die Katakomben flüchten mussten, weil der Berliner Sportpalast kurz und klein geschlagen wurde und knüppelschwingende Polizisten das Tohuwabohu beendeten. Zugaben lange nach Mitternacht waren „Jailhouse Rock“, „Storm the Embassy“ (Neon-Rock von Stray Cats aus den 1980-ern) oder von Chuck Berry „Johnny be Good“, der genau in jener Rockabilly Hellraisers-Zeit 1958 den legendären „amerikanischen Traum“ von Freiheit und Abenteuer, vom Tellerwäscher zum Millionär verkörperte.


Steffen Marx

begeisterte Fans

Beim Weihnachtsrock...

...im Kaisersaal