Der Hochstetter Hans Vollmar geht 80-jährig in Ruhestand- Gemeindearbeit Ade

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Hochstetten-Dhaun. Präsentkörbe und Geschenke fielen überdurchschnittlich groß und üppig aus, als Kommune und Vereine Hans Vollmar (80) und seine Frau Charlotte mit viel Wehmut während einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedeten. 47 Jahre lang stand er in Diensten der Ortsgemeinde und war auch bei Kirn-Land beschäftigt. Am 1.August 1964 begann der Steinbrucharbeiter seine Tätigkeit als Gemeindearbeiter in Hochstetten-Dhaun: Sein Bruttolohn damals: 800 D-Mark. 1969 erhielt er 100 D-Mark mehr. Für die im Mai 1964 eingeweihte evangelische Volksschule in Hochstetten wurde Hans Vollmar am 1. Juni 1966  als Hausmeister verpflichtet, diese Vergütung brachte ihm weitere 150 D-Mark. Er fand bei seiner Frau Charlotte, die 37 Jahre lang an der Schule Raumpflegerin war, vollste Unterstützung. Beide waren der „Zaun ums Haus“ und pflegten Räumlichkeiten und Außenanlagen so, als wäre es ihr Eigentum: „Ihr habt für die Schule und mit der Schule gelebt, Generationen von Schülern erinnern sich an diese Zeit, wo ihr Vorbild wart“, lobte VG-Bürgermeister Werner Müller in einer sehr persönlichen Laudatio das treue Pflichtbewusstsein. Leider musste die Schule 2010 aufgrund rückläufiger Schülerzahlen geschlossen werden. „Euch hat dies am meisten weh getan, umso herzlicher verabschiede ich euch in den wohl verdienten Ruhestand“, sagte er. Hans Vollmar wurde am 1. Januar 1976 auch als Wassermeister der VG Kirn-Land für Hochstetten, Hochstädten und St. Johannisberg eingestellt, das brachte weitere 215 D-Mark. Am 1. März 1993 ging der Gemeindearbeiter in den Ruhestand, aber sofort wurde ihm ein Vertrag als Hausmeister unterbreitet, was er mit „viel viel Liebe und viel Engagement“, so Werner Müller, wahrgenommen habe, nie habe es eine Klage gegeben. Müller zitierte umfassende Dienstanweisungen von 1966, genau waren alle Pflichten aufgelistet. Vor allen Sonn- und Feiertagen war zu kehren.  Die Vereine vermissen das Ehepaar: „Im gesamten Rheinland bis Karlsruhe waren Schule und Turnhalle Schmuckkästchen, mit der Sauberkeit konnte niemand mithalten“, lobte Rheinland-Volleyball-Spieler und TV-Chef Peter Jung in Reimvers und sagte „ade“, Hans Vollmar sei für die Sache und nie nachtragend gewesen. Namens der Simera-Grundschule dankten Rektorin Hilde Mühlhan und Doloris Fey-Kau für die damalige schulische „Außenstelle“ für vorbildliche pflegliche Sauberkeit. Für das Ehepaar sei es selbstverständlich gewesen, bei Bedarf ihren eigenen Backofen für schulische Zwecke zu nutzen. Yannick Jung reihte sich für die Sportvereinigung Hochstetten ein und dankte dem 80-jährigen Ehrenmitglied und seiner Ehefrau. Ortsbürgermeister Thomas Barrois bescheinigte dem Ehepaar Korrektheit und Loyalität, nichts sei ihnen zuviel gewesen. Barrois sagte Dank namens der Gemeinde. Er könne das geäußerte Lob der im Ort sehr beliebten Eheleute voll bestätigen und wünschte Gesundheit. Fünf Landräte (Gräf, Schumm, Zuber, Velten und Diel) residierten während seiner 47-jährigen Ära, fünf VG-Bürgermeister (Wilhelm Dröscher, Adolf Schwenk, Günter Schwenk, Harald Beuscher und Werner Müller) erlebte Hans Vollmar, und unter fünf Ortsbürgermeistern diente er: Fritz Schäfer, Heinz Emmel, Peter Pfeiffer, Bernd Müller und Thomas Barrois

Und heute? „Alles geht einmal zu Ende, Abschied nehmen gehört dazu. Ich habe es gern gemacht und war gern überall dabei“. Dann denkt der gebürtige Hochstetter an Zeiten zurück, als er mit Walter Baus noch „metzelte“ und viele Hausschlachtungen machte: „Das waren meine schönsten Jahre. Heut` machen die mit ihren Gesetzen das ganze Handwerk kaputt!“, sagte der ehemalige Hausmetzger….


Ade nach 47 Jahren Dienst in Hochstetten