Wer hilft den Helfern? Steht das Ehrenamt im Regen?

Kategorie: Bad Sobernheim, VG Sobernheim, Lokale News an Nahe und Glan

 

IMMER MEHR BLEIBT AN IMMER WENIGER HÄNGEN!

SmileyKREIS /MEDDERSHEIM /BOCKENAU. Die Belastung in den Feuerwehren steigt, die Zahl der Einsatzkräfte nimmt ab. Sind die Spitzenkräfte der Wehr am Ende ihrer Leistungsfähigkeit angelangt? Als in Meddersheim die örtliche Wehr zu einem Infotag mit Flyern und eindringlichen Appellen im Amtsblatt und Tageszeitungen einlud, kam „nur“ eine handvoll Interessierter. Während bei einstigen Wettkämpfen vor Jahrzehnten die Meddersheimer sich oft als Kreissieger hervortaten, gewichtet der Nachwuchs die Interessen heute anders. „Die Einsatzzahlen nehmen ständig zu, immer mehr Arbeit wird von immer weniger Kameraden geleistet“, sagt Wehrführer Jan Hey in Meddersheim und stand mit Benjamin Bleich allein auf weiter Flur! Sollte etwas größeres sein, wird ohnehin die Nachbarschaft alarmiert. Aber: Dies ist symptomatisch, weshalb Ende November in Bockenau der Kreisfeuerwehrverband um den Nußbaumer Vorsitzenden Norbert Jung tagte. Auf dem Podium: Bundes- und Landtagsabgeordnete, VG-Bürgermeister, Landrat Franz-Josef Diel und Innenminister Karl Peter Bruch. Über Konzentrierung wie eine zentrale Beschaffung und mehr „Hauptamtliche“ wurde debattiert. Jung forderte Anreize wie einen Ehrensold fürs Ehrenamt und fragte nach: „Wie will die Landesregierung bei 50 Millionen Euro Investitions- und Ausbildungsstau an den Feuerwehrschulen aus der Misere kommen?“. Auch wenn Insider diese Zahlen als „zu hoch und nicht nötig“ erachten, nimmt die Belastung der Wehrmänner zu. Laut Kreisfeuerwehrinspekteur Werner Hofmann arbeiten im Kreis 117 freiwillige Einheiten mit 2.600 Männer und Frauen sowie der Michelin Werksfeuerwehr 1.200 „brenzlige“ Einsätze pro Jahr ab. Wohlgemerkt ohne Sondereinsätze wie überregionale Veranstaltungen oder der Pflege und Instandhaltung der eigenen Wehr. In jedem Ort sind die Wehren erste Anlaufstation und Helfer bei Festen. Landrat Diel nannte die Finanzierung er Wehren eine „Herkulesaufgabe“ der Verbandsgemeinden. Die Aktiven seien „Motoren der Gesellschaft, die man nicht frustrieren und im Regen stehen lassen dürfe“, waren allgemeiner Tenor. Aber nach langen Statements und Reden blieb wenig Zeit für eine Podiumsdiskussion, geschweige denn für verbindliche Zusagen. Deshalb dürfe diese Veranstaltung keine „Eintagsfliege“ bleiben, argumentierte Jung und appellierte eindringlich an Nachwuchs.


In Langenthal

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Jan Hey+Benjamin Bleich

Karlheinz Steinbrecher