Monzinger Karlheinz Steinbrecher: Große Ära geht zu Ende und ein Kindheitstraum wurde wahr - weltoffen & seriös - Gerd Baum ist neuer VG-Wehrleiter

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Fotos unten anklicken. Bad Sobernheim. Nach 47 Jahren und sechs Monaten, fast zwei Generationen lang im Dienste der Allgemeinheit, endete die Ära des Feuerwehrmannes Karlheinz Steinbrecher. Akkurat gab er seine Ausrüstung, aufgeladen seinen Funkmeldeempfänger zurück. Bis zur letzten Minute um 20 Uhr an seinem 63. Geburtstag instruierte und informierte er im scheidenden Amt als VG-Wehrleiter im Bad Sobernheimer Feuerwehrhaus die VG-Einheiten: „Holt mir die Jugend für den Dienst in der Feuerwehr ab“, dies sei sein Herzenswunsch, „macht keine übereilten Aussagen- gesagt ist gesagt!“ gab er „als leuchtendes Vorbild für die jungen Kameraden“, wie es sein „Dienstherr“ Rolf Kehl formulierte, Tipps und Erfahrungen aus über 30 absolvierten Lehrgängen und Fortbildungen weiter. „Was wir geleistet haben, kann sich sehen lassen“, dankte Steinbrecher Verwaltung, Kameraden, Weggefährten und Mitstreiter; -er war in Monzingen und danach Verbandsgemeinde Wehrleiter. Seine Ära würde Bände füllen: Ab der Millenniumsnacht ließ er noch einmal zwölf Jahre gedanklich vorbei ziehen: Großbrände in Pferdsfeld, Bus- und Fahrzeugbrände, Verkehrsunfälle mit Verletzten und Toten. Hochwasser waren immer Thema. Großübungen und Fehlalarme auch und er sparte auch einen Brandeinsatz in Staudernheim, wo es Kritik hagelte, nicht aus. Kritisch hakt er BSE-Krise, Vogelgrippe und Maul-und Klauenseuche ab- „…ob das Arbeit für die Feuerwehr ist?“ Von 32 Fahrzeugen wurden seit 2000 elf neu angeschafft, vier von Fördervereinen. Unter den 406 Einsatzkräften sind 120 Atemschutzgeräteträger. So viel wurde beim Abschied überdeutlich: Mit Steinbrecher geht ein Macher, einer, der das Ehrenamt als Berufung lebte. Einer der sich kümmerte, geistig fit war und viel bewegte. Einer, der als Perfektionist bei sich selbst die Meßlatte ganz hoch legte, Ahnung von der Materie hatte, führen und motivieren konnte und der in der Gegenwart stets mit dem „Piepser“ lebte. Steinbrecher hatte Visionen und die Zukunft mit beiden Augen fest im Visier, und er konnte auch einmal ein Auge zudrücken. Das sah auch VG-Bürgermeister Rolf Kehl so: Steinbrecher habe „die normative Kraft des Faktischen verkörpert. Ich habe mich als Bürgermeister sehr wohl und sicher gefühlt, einen derart qualifizierten Wehrleiter mit herausragenden Fähigkeiten zu haben“.

Kameraden überreichten Geschenke. „Es fällt mir nicht schwer. Aber: Der Abschied kam schneller als gedacht. Wenn jetzt die Sirene geht, werde ich am Fenster stehen und denken, `warum brauchen die wieder so lange!`“, sagte er ganz im ernst. Dass ihm der Abschied „nicht“ schwer fällt, nahm ihm keiner ab. Steinbrecher wollte als Bub und später wie einst alle jungen Feuerwehrmänner Feuerwehrauto fahren, plauderte er aus dem Nähkästchen. Nun „holte“ er im Januar aus Ulm eine neue Drehleiter heim an die Nahe. Nicht irgendeine, nein: eine Hightech DL 23/12. Und die Kameraden ließen ihn fahren. Ein Traum. Und eine absolute Krönung für einen Feuerwehrmann wie aus dem Bilderbuch.


Steinbrecher vor DL 23/12

Applaus für einen ganz Großen

Land unter in Monzingen 2011

Die "Ulmfahrer" ließen ihn fahren

Im Januar 2011