Kontrollen & Verbote lösen null Probleme - Vergehen müssen geahndet werden

Kategorie: Monzingen, Lokale News an Nahe und Glan, Blaulicht, Bernd Hey: Meine Meinung

 

Fotos unten: Meine Meinung zu Jugendschutz, Kontrollen, Alkoholverbot: Der Monzinger Weinblütenfestverein um Linda Anspach und Heike Mensch tat im Vorfeld gut daran, nachdem seitens der Kreisjugendpfleger und der Ordnungsbehörden 2010 drakonische Strafen in Merxheim, Sponheim etc. >>FOLGE  LINK<< ausgesprochen wurden, die Problematik ganz speziell für das Monzinger Weinblütenfest zu thematisieren. Die Veranstalter wollten nicht den Schwarzen Peter in Händen halten. Das ist legitim. Sie wollten keine mitgebrachte Alkoholika, und wollten nicht im Verein kollektiv für „Vorglüher und Kommasäufer“, wie das im neudeutschen Sprachjargon heißt, trotz Security und eigener Aufsicht, bestraft werden. Alkoholverbote, Verordnungen und Kontrollen zeigen als „Ist“- Stand Parameter und Normen auf, dessen Ursache gesellschaftlich tiefer in fehlenden Einsichten, Trotzreaktionen, bis hin zu niedriger Allgemeinbildung und mangelnder Aufklärung liegt.

Das Elternhaus, die Integration, Beschäftigung und Lob sowie gesellschaftliche Teilhabe sind ausschlaggebend. Der Monzinger DRK-Bereitschaftsleiter Torsten Hammer nannte pubertäre Gründe: „Wenn die Jungs keine abbekommen, schlagen viele zum abreagieren über die Stränge“. Früher sagte man dazu: „Denen sticht der Hafer“, und das gab es zu allen Zeiten. Aber hätten wir uns früher an Blumen und Leitpfosten vergriffen?

In Meddersheim am Radfahrweg wurden acht neu gepflanzte Bäume mutwillig kaputt gemacht, umgeknickt. Im Ort Blumenkübel zerstört, Blumenbeete zerfetzt, an der Querspange B 41 / L 232 Leitpfosten auf die Straße geworfen. Überall Schäden. Ich habe erlebt, dass Eltern ihre Kinder in Schutz nehmen und wegschauen.

Dass präventiv kontrolliert wird, ist legitim und nicht anrüchig. Aber: Probleme werden dadurch nicht gelöst. Einer Vielzahl geht Kontrolle auf den Geist. Denn schon vor 21 Uhr wurden, -wie üblich und wie immer-, viele Schnapsleichen von ihren Freunden „abgeführt“. Zu Saisonbeginn wird, –ebenso wie üblich und alle Jahre wieder-, Alkoholverbot in Fußballstadien gefordert. Mit welchem Recht? Gehört nicht für Besucher mit gesundem Menschenverstand das Bier und die Brat- oder Currywurst als Kult in der Pause dazu? Wozu alles verbieten und welcher Splin folgt dem nächsten?

Bevormundungen sind ein ganz schmaler Grat und erfordern viel Überwindung. Wenn, nur als ein Beispiel von vielen, auf Weinfesten Alternativen Mangelware sind, wenn quasi „überteuerte“ Weine im Kollektiv getrunken werden „müssen“, weil beispielsweise kein oder kaum Bier ausgeschenkt wird. Viele Organisatoren schneiden sich dabei ins eigene Fleisch und kommen mit Preisanhebungen kaum nach, weil aus Trotz immer weniger konsumiert wird. Ebenso unkultiviert finde ich auf Festen, wenn abgestandene Brühe ohne Kohlensäure aus 2 Liter-Bomben umgefüllt wird und man noch Danke sagen muss. Für mich: Nein- Danke!. Kürzlich hatte ich eine Currywurst für 2,50 €, die war kalt, zuviel Curry für die Miniwurst. und der Weck war knüppelhart und furztrocken. Serviette? Ein einlagiges, hauchdünnes Papierfützelchen. Wer kontrolliert eigentlich so etwas? Wer kontrolliert das Preis-Leistungsverhältnis? Hoffentlich der Kunde.

Alkoholisches wird seit der Schöpfung konsumiert, geraucht und gekaut auch. Oettinger Billigbier, Alkopops oder Billigfussel sind nicht umsonst absolute Renner. Wenn also verstärkte Kontrollen, sollen die, die Kontrollen fordern, auch kontrollieren. Das Monzinger Weinblütenfest  mit (wenigen aber schweren) Schlägereien hat gezeigt, dass sich nicht alles verhindern, verbieten und kanalisieren lässt, wo Tausende Party feiern. Die gesellschaftlichen Probleme liegen tiefer.


Abgeknickte Bäume

Einlasskontrollen

Fokus: Monzingen