FCK-Boss Stefan Kuntz in Monzingen: "Wir sind auf dem richtigen Weg!"

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Fotos Unten: - Monzingen. Beim Regiotreffen der 48 Fanclubs im Bereich Nahe-Hunsrück-Mosel bereiteten der 180 Mitglieder zählende Monzinger „Rote Teufel“ Fanclub um Rüdiger Petersen dem FCK-Boss Stefan Kuntz einen würdigen Empfang. Er war das erste Mal hier. Den Fauxpas wie beim jüngsten Treffen, als keine Spieler anwesend waren, soll es nicht mehr geben, andererseits: „Wenn Trainer Kosta Runjaic zur Regeneration frei gibt- dann ist das so und er besteht darauf!“, sagte Kuntz.

Mit den Fans auf Du und Du klebten die FCK-Getreuen ihm an den Lippen und erfuhren Infos und strategische Ziele aus erster Hand. 35 Minuten lang kehrte der kumpelhafte Typ sein Innerstes und Vereinsinterna nach außen, analysierte unverblümt die zurückliegenden drei Jahre, sprach langfristige Strategien, Vertragsmodalitäten oder die Fananleihe an. Kuntz ließ das zu Unrecht kritisierte, hochqualifizierte drei-Sterne-Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) Fröhnerhof Revue passieren und zeigte Zukunftsperspektiven mit einer starken Jugend und sechs Nominierten bei den U 21-Nationalspielern auf.

30.000 Zuschauer müssten kommen, die 9,5 bis 10 Millionen Euro für Kosten und Stadionmiete zu zahlen. Kuntz listete sofort die Erfolge auf: Vierter in der 2. Bundesliga, erst im DFB-Pokalhalbfinale gegen Bayern München ausgeschieden, mit Simon Zoller den teuersten Transfer der zweiten Liga getätigt zu haben…

„Normalerweise ohne Presse“ werde er bei solchen Treffen wie in Monzingen und bei aller Kritik immer offen und transparent für Mitglieder und Fans Rede und Antwort stehen. "Ja, einst bettelten die TV-Sender beim 1.FCK - heute ist Mainz 05 die Medien beliefernde eierlegende Wollmilchsau", echauffierten sich die Fans in Monzingen.

Er müsse viel mehr „raus gehen“ und Regio-Treffen besuchen, falsche und ungleiche Berichterstattungen korrigieren. Der 51-jährige Europameister von 1996 nannte Beispiele: Etwa wenn „mit 14,8 Millionen Euro Verbindlichkeiten der FCK-Bankrott“ hinausposaunt werde, und gleichzeitig 8 Millionen Euro Forderungen und 6 Millionen Kassenbestand unerwähnt blieben. „Das haben wir viel zu lange unterschätzt. Es hat sich hochgeschaukelt, dass man mit uns alles machen kann“ – auch was der SWR und Flutlicht in Zeiten, als der FCK keinen Hauptsponsor hatte, berichtete, sei alles andere als seriös recherchiert oder neutral gewesen. Als man sich beschwerte, habe die Politik den Schwarzen Peter zugeschustert bekommen.

Mainz, Hoffenheim und Frankfurt hätten den FCK, was die Nachwuchsausbildung und das NLZ angehe, überholt, Tabellennachbar Red Bull Leipzig sei unerreichter Primus. Die Region sei nicht auf Rosen gebettet, der FCK bis 2011 geprüft, aber „die Gemeinnützigkeit bröckelt immer mehr“. Mit der Fananleihe wurden innerhalb von zehn Tagen bundesweit sechs Millionen Euro bei 5-prozentiger Verzinsung eingenommen. Diesen 300.000 Euro Zinsausschüttung stehen 400.000 Euro Einnahme aus der Champions-League gegenüber. „Wir leben vom Solidaritätspakt aus der Bundesliga“, sagte Kuntz, dennoch klaffe die Schere der Fernsehgelder weiter auseinander: Der letzte der ersten Bundesliga erhält 8,5 Millionen Euro mehr als der erste der zweiten Liga, sagte der 449-malige BL-Kicker. „Alles beim NLZ war über ein Jahr lang mit der Stadt austariert- der Stadtrat hatte zugestimmt - zum ersten Mal wollte der FCK mit dem Fröhnerhof wieder etwas zurückkaufen“. Ungeprüft habe Rene` Quante vom Bund der Steuerzahler Behauptungen in die Welt gesetzt- der Kaiserslauterner Bürgermeister das Geschäftsmodell aufs Eis gelegt: „Das ist schlimmer als jeder Tabellenplatz im Mittelfeld. Das hindert den FCK daran, möglichst schnell konkurrenzfähig zu sein, das gefährdet den FCK ungemein und ist ein Schlag ins Gesicht von zwei Parteien- nämlich Stadt und FCK, die sich einig waren“, echauffierte sich Kuntz, zumal eine Anfrage zur EU-Konformität in Brüssel für den Verein nicht möglich sei.

Im „Alt-Monzingen“ war neben der Fanbeauftragten Sabrina Tröller auch der Marketing-Abteilungsleiter Markus Habich und aus Bad Kreuznach Michael Schulz, Geschäftsführer von Farben-Schulz, nach unterzeichnetem Sponsorenkontrakt mit dem FCK und dem Sportvermarkter Sportfive von der Partie: „Warum sollte es dieses Jahr nicht klappen?“- diese Aufstiegseuphorie erntete im Alt-Monzingen frenetischen Applaus. „Alle FCK-Erfolge wurden erreicht, als die Erwartungshaltung nicht hoch war“, dämpfte Stefan Kuntz.

„Wir haben uns die erforderliche Zeit genommen, um ein nachhaltiges und wirtschaftlich bestmögliches Ergebnis für den Verein zu erreichen. Die Ausschreibung der Vermarktungsrechte hat gezeigt, dass der FCK als Verein und als Marke ein hohes Ansehen genießt“, bekräftigte Kuntz die Marschrichtung von Finanzvorstand um Fritz Grünewalt und fügte hinzu, dass selbst ärgste Ligakonkurrenten wie Mainz 05 dem FCK bescheinigten, „auf dem richtigen Weg zu sein“.

>>Geehrt für zehn Jahre Fanclubarbeit wurden aus Trechtingshausen die „Wild Devils Trexico“, für 30 Jahre der FCK Freundeskreis Bad Kreuznach und für 25 Jahre die Hunsrück-Teufel aus Schwarzerden.


Im Alt-Monzingen

Stefan Kuntz

in seinem Element

mit Rüdiger Petersen