Note 6: Beim Breitbandausbau wackelt der Schwanz mit dem Hund!

Kategorie: Bad Sobernheim, Kirschroth, Kreis KH, Lokale News an Nahe und Glan, Lifestyle, Highlights

 

BrüllendHundsbach. / Limbach. Über eine Provinzposse und einen Schildbürgerstreich allererster Klasse echauffierte sich Hundsbachs „Ob“ Jan Hey vor laufenden SWR-Kameras. Das Ergebnis war mehr pfui statt hui – jedenfalls was da in dem TV-Rapport die Protagonisten ablieferten, war galaktisch unterirdisch daneben – und mit keinem Wort wurden Ross und Reiter, Fehlererhebungen, Platzhirsche oder „Versorger“ PfalzConnect genannt. Für 16.000 Mbit/Sek. zahlen deren „Kunden“ und bekommen zeitweise 1.180 Mbit/s. Bei Beschwerden werden sie mit übelsten Beschimpfungen und Tiraden überzogen. Deutschland anno 2020! Hammerhart.

Im TV-Beitrag stellte sich Netzplaner Joachim Busch hin, lobte und strahlte über ein weniger als ein haardickes Glasfaserkabel mit dem eine ganze Stadt versorgt werden kann. Hallo, geht’s noch? Voll ein grotesker Schlag ins Kontor. Wieso wird dann nicht sofort ein Dorf angebunden? Sofort! Wieso ist „Home Office impossibility“? In welcher Bananenrepublik leben wir eigentlich?, fragen Bürger, die sich eine Dekade lang vorsätzlich verschaukelt fühlen. Ein ganzes Jahrzehnt lang. Sehenden Auges in VG-Amtsstuben und im Kreishaus werden sie von PfalzConnect belogen und betrogen. Warum wird in Kirschroth jedes Haus angeschlossen, in Hundsbach und Limbach nicht?

Und jetzt? Im Kreishaus wackelt vermutlich der Schwanz mit dem Hund! Derzeit verlegen  Kabel-Bau, Innogy, Westnetz und mit SchneiderConsulting ein sich selbst kontrollierendes Konsortium, wie der Limbacher Ortsbürgermeister Thorsten Pröschel publik machte, auf Staatskosten Breitbandkabel. Andere sprechen in Amtsstuben von einem „Gelddruckmaschinen-Geklüngel“. Möglicherweise alle RWE eingefärbt, weil der Kreis bekanntlich Anteile besitzt wie sauer Bier.

„Mit größtem Bedauern“ legt Innogy Glasfaserkabel durch Hundsbach - und schließt nicht an! Hammer. Jetzt wollen die jungen Wilden „Ob´s“ Thorsten Pröschel (Limbach) und Jan Hey (Hundsbach) längst überfällige Antworten über die paradoxen Irrwege, nachdem ganze Gemeinderäte und ihre Vorgänger wie Joachim Blum (Hundsbach) resignierten oder wie in Limbach Alfons Ingenhaag mit vermutlich „falschen Erhebungen“ (so Kreisplaner Jürgen Klotz) über den Tisch gezogen wurden und trotz "weißer Flecken" besagtem Hund „in den Hintern, in die Röhre gucken“. Sowas von primitiv. Bürger werden 2020 hinter die Fichten geführt: Peinlich, peinlich.

Dem kleinen Fleischermeister werden vom Eichamt notfalls drei Mal im Monat die Konserven nachgewogen, die Gedärme einzeln gezählt. Steht man mitten in Hundsbach, blickt man Luftlinie 15 Kilometer nach Meisenheim, Kirn und Bad Sobernheim, wo jährlich über 500.000 Euro Miese (Defizit! Grumbach noch ausgenommen) als „Daseinsvorsorge“ in jedes der drei Schwimmbäder fließen, was die Allgemeinheit zahlen muss. Beispielsweise.

Andererseits ist „Home Office impossibility“ – in Hundsbach und Limbach unmöglich, und alle ducken sich weg. Wo sind die vollmundigen Kreistagspolitiker? Wo sind Thomas Bursian und Co, die ansonsten alles auf die Goldwaage legen und kommentieren? Weggeduckt, verkrochen. Setzen sechs. Wie sein Chef, FDP-Wirtschaftsminister Volker Wissing, der generalisierend und oberlehrerhaft bei „Zur Sache –Rheinland-Pfalz“ zur beschämenden Misere antwortet: „Was der Landkreis da gemacht hat, welcher Fehleinschätzung die Landrätin bei den Vertragsverhandlungen unterlag, weiß ich nicht“. Arrogant und von oben herab rüffelte er Landrätin Bettina Dickes für ihr „Verhandlungsversagen“. Das tat nichts zur Sache, war blamabel. Glatt gebügelt - den Schwarzen Peter weitergegeben. Setzen sechs! Das Land zahlt bekanntlich 40, der Bund 50 und die Kommune zehn Prozent. Da kam jedem Betrachter unwillkürlich der alte Fußballerspruch von A.B. in den Sinn: „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß“.

Jetzt müsste nach zehn Jahren Kampf zum Bürgerprotest aufgerufen werden, damit die Konsorten überhaupt wissen, was Sache ist, und wo die durch PfalzConnect abgehängten Orte Hundsbach und Limbach liegen. „Die Presse“ allgemein muss diese Missstände beim Namen nennen und die dritte Rolle im Staate übernehmen, wenn schon die „Exekutive“ sich bis auf die Knochen blamiert, nicht funktioniert und wie erwähnt, der Schwanz im Kreishaus mit dem Hund wackelt und Bürger hinter die Fichten geführt werden. Wo leben wir eigentlich? Doch in einer Bananenrepublik?


Zur Sache- RLP

Noch einer hierhin?

Breitbandausbau

Postkarte Hundsbach