3. Swamp-Soccer-Turnier in Simmertal: Spetzjespodler, JellyFish, Schlammfinen & Schlammpignons beim Schlamm-Fußball - Nix für Warmduscher

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Fotos UNTEN - Simmertal. „Es geht nur um die Gaudi und um sonst gar nix!“- dies war klare Ansage beim dritten „Swamp-Soccer-Turnier“ der Simmertaler Hobby-Player an Heydte Brück`. Entsprechend war die Stimmung zwischen Ballermann und Hüttenzauber, zwischen Karneval im Juni und : Ausgelassen und feucht-fröhlich, Partystimmung pur!

Das einstige Mitternachtsturnier der Simmertaler Hobby Player wurde vor drei Jahren dem „Swamp-Soccer-Turnier“ geopfert, nun suhlten sich beim dritten Turnier elf hartgesottene Teams zur Freude der begeisterten Zuschauer in der Schlamm-Arena an Heydte Brück`. Freunde aus Nachbarorten, allen voran „Attrappe“ aus Gemünden und drei Damenteams gingen nicht zimperlich zu Werke. Die Zuschauer strömten zu diesen nicht alltäglichen Spektakel in Scharen, und auch der Meddersheimer Senior aus dem Kurhaus-Menschel, Günter Menschel, der mit einer Wandergruppe auf Schusters Rappen unterwegs war, war verzückt: „Felke Kur wie sie leibt und lebt“. Der nahe Simmerbach war dabei Badewanne und Whirlpool zugleich. Dank ging von den Hobby Playern an die Feuerwehr und die beiden Landwirte Gerd Müller und Markus Schlarb, die mit schwerem Gerät und viel Wasser hier eine Schlammsuhle herrichteten. „Alles im grünen Bereich“ freute sich Vorsitzender Michael Wild aufgrund der Publikumskulisse, und da war die Enttäuschung von Absagen sowie der Ausfall des kompletten Jugendturniers am gestrigen Sonntag (mangels Masse) längst verflogen. Also wälzten sich nur die Etablierten, die Titelverteidiger und Hartgesottene im Schlamm und lieferten sich ein nicht alltägliches Spektakel. Bei Fußball-Fachwart und Mitorganisator Marco Seibel und Vize Stefan Zimmer liefen computergesteuert die Fäden zusammen, knapp die Hälfte der 84 Hobby- Player war im Einsatz.

„Man muss als Ortsgemeinde froh sein, wenn es rund läuft und immer wieder Idealisten bereit sind, solche Spaßveranstaltungen anbieten“, sagte Ortsbürgermeister Werner Speh, der neben Sohnemann Daniel und Michael Schmidt als Schiedsrichter fungierte. Es braucht schon erfahrene und akzeptierte Recken und „alte Kämpfer“, die pfeifen, denn derer vorsätzlichen Fouls gab es viele und der Elfmeterpunkt war da, wo der Schiri ihn haben wollte. Niemand ging vom Feld, dem es nicht das vom braunem Sumpf getränke Leibchen  vom Körper zog. Man musste schon genau hinschauen, um die Shirts oder Schottenröcke zu erkennen, wer mit wem spielte. Weiteres Handicup: Das Geläuf galt es zu beherrschen, weil man bis zu den Knöcheln, teilweise sogar bis unter die Knie, im Schlamm steckte. Fußball im Matsch zu spielen, zählt zu einer hartgesottenen Spielweise überhaupt und verlangt Raffinesse, Leidenschaft und Überwindung- alles gleichzeitig. Wahre Sieger agierten ganz professionell, hatten sich die Schuhe mit Krepp- oder Klebeband zugeklebt, profitierten vom weiten Abwurf der Torfrau oder des Tormann und spielten ähnlich wie beim Tisch-Kicker am besten über dem Masch. Gespielt wurde in zwei Gruppen mit anschließenden Final-Runden, die Spielzeit betrug acht Minuten, Nico Ulrich am Mikrofon sagte die letzte Minute an. „Das reicht, weil der Kräfteverschleiß übergroß ist“, erklärte Marco Seibel. Bernd Hey.

IM DETAIL: Elf Mannschaften, darunter drei Damenteams nahmen am 3. Swamp-Soccer-Turnier teil: JellyFish aus Hennweiler, Attrappe Geminne, Die Ge`s, Die Adligen von § aus Wiesbaden, Schlammpfinen, Freilandeier, Spezjespodler, Schlammpignons, Schlammbambes 1912, Teletubbies und Kategorie KL. Auch die Speisekarte war nicht alltäglich: Bratwurst hieß Weißwattwurm, Matschplatte mit Schlicksticker und Drecksticks war Currywurst mit Pommes-Frites. Übrigens: Der Erlös der Veranstaltung wird, wie bei den 1979 gegründeten Hobby-Playern üblich, karitativen Zwecken gespendet.


Das war kein Ponyhof

Nachher/Vorher/Bild

Grundfarbe: Schlammbraun

Achtung- Zuschauer: Nicht pingelig sein!